Dragutin Horvat

WM: Kasseler Darter will in Göttingen gegen die ganz Großen spielen

Muss zunächst in der Qualifikation ran: Der Kasseler Dragutin Horvat. Archivfoto:  Schachtschneider

Kassel. Bei der Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace stand der Kasseler Dragutin Horvat schon auf der Bühne. 2,37 Meter vom Board entfernt, warf er seine drei Pfeile, schlug den Russen Boris Kolzov.

Gegen Simon Whitlock aus Australien war dann Endstation. Am Wochenende 14./15. Oktober in Göttingen könnte der 41-Jährige Darter erneut auf den „Wizard“ treffen - Whitlocks Showname. Vorausgesetzt er schafft die Qualifikation am Donnerstagabend.

Acht Gruppen wird es wahrscheinlich geben, 100 Spieler werden das versuchen, was auch Horvat vorhat: sich einen der vier Qualifikationsplätze zu sichern, um dann mit den ganz großen Namen der Szene auf der Bühne zu stehen. Seine Chancen? „Ehrlich gesagt, kann ich das gar nicht richtig einschätzen. Dazu gehört ein bisschen Glück - bei der Auslosung und beim Spielen. Und meine Tagesform muss stimmen“, sagt Horvat.

Im vergangenen Jahr qualifizierte sich Horvat für vier von zwölf European-Tour-Events. In diesem Jahr waren es bislang schon sechs von 14. Allein das sieht er schon als Erfolg. „Ich trainiere ein bisschen mehr als vorher. Ungefähr zehn Stunden in der Woche stehe ich vor dem Board“, sagt Horvat.

Für Spieler wie ihn ist es extrem schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen. Schließlich ist Darts für ihn nur ein Hobby, nebenbei muss er noch einem normalen Job nachgehen. „Das ist nur möglich, weil mein Chef mir immer wieder extra frei gibt, damit ich spielen kann“, sagt der 41-Jährige, der für die Kasseler Firma Juricic Bausanierung arbeitet.

Durch die WM-Teilnahme Ende des vergangenen Jahres hat sich für Horvat allerdings nicht viel verändert. „Leider hat sich nicht viel getan. Neue Sponsoren zu finden, ist sehr schwierig“, sagt Horvat. Auch in Göttingen muss er wieder 125 Euro Startgeld zahlen. Schafft er die Qualifikation nicht, ist das Geld weg. Das ist das Risiko ungesetzter Spieler.

Einen weiteren Höhepunkt hat er aber schon im Blick. In einer Woche macht die World Series of Darts in Düsseldorf Station, und Horvat hat sich dafür qualifiziert. Das Turnier wird im TV auf ProSieben und ProSieben Maxx übertragen. Auch Rekord-Weltmeister Phil Taylor wird an den Start gehen - sein letzter Auftritt in Deutschland, bevor er seine Karriere nach der Weltmeisterschaft beendet.

Und auch da will Horvat, dessen Spitzname Braco (Brüderchen) lautet, am liebsten dabei sein. Er weiß aber auch: „Zweimal hintereinander zur Weltmeisterschaft zu fahren, das wäre wie ein Sechser im Lotto für mich.“ Die Chance dazu hat er allerdings am 18. November in Mönchengladbach. Wenn er das Qualifikationsturnier da gewinnen würde, dann wäre er in London erneut dabei.

An diesem Wochenende richtet sich sein Blick aber zunächst einmal auf Göttingen. Sollte er das Hauptfeld erreichen, dann hätte er als heimischer Starter sicher die Sympathien auf seiner Seite.

Hintergrund

Das erste Mal in Göttingen

Am Wochenende wird erstmals Darts in der Göttinger Lokhalle gespielt. Unsere Zeitung ist Medienpartner der Veranstaltung. Neben Jena, Leverkusen, Saarbrücken, Mannheim und Maastricht (Niederlande) ist Göttingen der sechste neue Standort der European Tour 2017. Die European Darts Trophy fand 2013 in Sindelfingen, 2014 in Leipzig und in den vergangenen beiden Jahren in Mühlheim an der Ruhr statt. Göttingen ist damit bereits der vierte Standort in Deutschland. Rekordsieger ist der Engländer Michael Smith, der das Turnier 2014 und 2015 gewann. Die European Darts Trophy in Göttingen ist das letzte von zwölf Turnieren auf der European Tour. Es gibt noch Tickets für die Veranstaltung. Am Freitag kosten diese zehn Euro am Nachmittag und 16 Euro am Abend, ein Tagesticket gibt es für 23,40 Euro. Samstag und Sonntag kosten die Tagestickets 46,80 Euro, der Nachmittag 24 Euro und die Abend-Session 28 Euro. Karten gibt es auf der Webseite der PDC: pdc-europe.tv/tickets.

Darts in Zahlen

Der Darts-Zirkus macht erstmals auch in der Region halt: Am Wochenende (13. bis 15. Oktober) findet in Göttingen die European Darts Trophy statt. Mit dabei sind große Namen der Szene. Der Darts-Sport in Zahlen:

3 Pfeile hat ein Darter pro Durchgang, die er auf das Dartboard wirft. Maximal kann er mit diesen drei Würfen 180 Punkte erzielen - wenn er dreimal die dreifache 20 trifft.

4 Deutsche Qualifikationsplätze gibt es für das Turnier in Göttingen. Die Quali wird heute ausgetragen - der Kasseler Dragutin Horvat ist dabei (Artikel rechts). Jeder kann sich für die Qualifikation anmelden und gegen eine Startgebühr sein Glück versuchen.

16 Spieler sind in Göttingen gesetzt. Neben dem Weltranglistenersten Michael van Gerwen sind das Peter Wright, Rekordsieger Michael Smith, Simon Whitlock, Daryl Gurney, Mensur Suljovic, Rob Cross, Dave Chisnall, Alan Norris, Joe Cullen, Jelle Klaasen, Benito van de Pas, Ian White, Mervyn King, Gerwyn Price und Kim Huybrechts. Phil Taylor, der am Jahresende seine Karriere beendet, tritt bei dieser Turnierserie nicht mehr an.

150 000 Euro beträgt das Gesamtpreisgeld, das in Göttingen ausgeschüttet wird. Der Sieger erhält rund 27 800 Euro, der Zweite bekommt etwa 11 100 Euro. Für die Halbfinalisten gibt es 6600 Euro, die Viertelfinalisten bekommen 4400 Euro, für das Erreichen der dritten Runde werden 3300 bezahlt, für die zweite Runde 2200 Euro und die Starter in der ersten Runde bekommen 1100 Euro.

Zeitplan

Donnerstag, 12. Oktober

• Qualifikation: Einlass ab 17 Uhr, Registrierung von 18 bis 19 Uhr, Beginn ab 19.30 Uhr

Freitag, 13. Oktober

• 1. Runde: Nachmittags-Session von 13 bis 17 Uhr, Einlass ab 12 Uhr,

Abend-Session von 19 bis 23 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

Samstag, 14. Oktober

• 2. Runde: Nachmittags-Session von 13 bis 17 Uhr, Einlass ab 12 Uhr,

Abend-Session von 19 bis 23 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

Sonntag, 15. Oktober

• 3. Runde: Nachmittags-Session von 13 bis 17 Uhr, Einlass ab 12 Uhr

• Viertelfinale/Halbfinale/Finale: Abend-Session von 19 bis 23 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

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