Darts: Kasseler siegt bei WM-Debüt - und scheitert in Runde 2

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Spannung bis zum Schluss im Ally Pally: In einem packenden Match schlug der Kasseler Dragutin Horvat den Russen Boris Koltsov 2:1.

Nach dem Sieg in der Vorrunde gegen den Russen Boris Koltsov bei der Dart-Weltmeisterschaft in London ist der Kasseler Dragutin Horvat in der 1. Runde gegen den Australier Simon Whitlock ausgeschieden.

Bei seiner Premiere im Alexandra Palace war Whitlock, der "Wizard", am Dienstagabend einfach zu stark - 0:3 hieß es am Ende aus Horvats Sicht, nur ein Leg konnte er in der Partie für sich entscheiden. 

Whitlock, derzeit die Nummer 18 der Weltrangliste bei der Professional Darts Corporation (PDC), zeigte sein bestes Darts, checkte im dritten Satz das höchste Finish von 170 Punkten. Anschließend machte er mit einem 158-Punkte-Finish den Deckel auf die Partie. 

2012 und 2014 schaffte es der Australier bis ins Halbfinale der WM. Für Horvat war der erste Auftritt bei der WM im Ally Pally mit dem 2:1-Sieg gegen Koltsov dennoch ein Erfolg. 

Gegen Whitlock war er ohnehin nur Außenseiter. So wie sich der Kasseler insgesamt präsentierte, kann man aber mit weiteren Auftritten rechnen. 

Was Horvat selbst zu seinen Erfahrungen in London sagt, lesen Sie in der morgigen gedruckten Ausgabe der HNA.

Das aufregende Debüt

Das war spannend, das war packend, das war nichts für schwache Nerven. 0:1 nach Sätzen und 0:2 im entscheidenden dritten Durchgang lag Dragutin Horvat, das „Brüderchen“ aus Kassel, bei seiner Premiere bei der Dart-Weltmeisterschaft schon zurück.

Am Ende besiegte er den Russen Boris Koltsov aber dennoch 2:1 - und zeigte im entscheidenden dritten Satz Nervenstärke.

Bis sich der 40 Jahre alte Horvat aber über den Sieg gegen Koltsov freuen darf, sind 40 Minuten Schwerstarbeit zu verrichten. Bei den Wettanbietern als Favorit gehandelt, betritt der Kasseler zusammen mit seinem Gegner beim 1990er-Jahre-Hit „Freed from desire“ der Sängerin Gala die Bühne. Hallensprecher John McDonald hatte im Vorfeld gesagt, er wolle ihn mit dem Spitznamen „Herkules“ auf die Bühne holen. Horvat bestand aber auf „Braco“ - Brüderchen - den Namen unter dem ihn seine Freunde aus Kassel seit Jahren kennen.

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Der Darter mit kroatischen Wurzeln erwischt keinen guten Start. Bis zur fünften Aufnahme dauert es, als ihm sein erstes Triple gelingt. Folgerichtig verliert er die ersten beiden Legs und liegt 0:2 hinten. Dann hat sich „Braco“ aber an die Stimmung im Londoner Alexandra Palace gewöhnt. Ins dritte Leg startet er mit dem Maximum - 180. Die gelbe „9“ blinkt auf, der Hinweis auf die Möglichkeit des perfekten Spiels. Das gelingt ihm zwar nicht, trotzdem schnappt er sich mit dem zweiten Versuch auf die Doppel-18 sein erstes Leg. Am Ende muss Horvat den ersten Satz aber mit 1:3 abgeben.

Sport-1-Kommentator Elmar Paulke fordert: „Dragutin muss jetzt noch eins draufsetzen.“ Und das macht Horvat. Das erste Leg des zweiten Satzes geht zwar an Koltsov, der bis dahin eine 80-Prozent-Quote auf die entscheidenden Doppelfelder vorweisen kann. Die nächsten drei Legs sichert sich aber der Kasseler. Ausgleich nach Sätzen - 1:1.

Und so geht es in den entscheidenden dritten Satz. Und der wird zum Krimi. Horvat punktet eigentlich besser, zeigt auf die Doppel zum Gewinn des Legs aber immer wieder Nerven. So liegt er auf einmal 0:2 hinten. Co-Kommentator Tomas „Shorty“ Seyler weist immer wieder darauf hin: „Nimm dir deine Zeit Braco, und dann hol dir die Triple.“

Und Braco scheint zuzuhören. Erst schafft er fast ein 111-Punkte-Finish, holt sich das Leg danach aber trotzdem. Und als es darauf ankommt, und er das Break braucht, da checkt er die 101 Punkte. High-Finish wie die Darter zu einem Abschluss mit über 100 Punkten sagen. Und so geht es doch noch ins entscheidende fünfte Leg.

Und da marschiert Horvat weg, hat am Ende 59 Punkte Rest. Er trifft die 19. Die Doppel-20 fehlt noch zum Sieg. Und gleich der erste Pfeil landet in dem schmalen Feld am oberen Ende der Scheibe. Was für ein Krimi, was für eine Spannung. Aber egal, das Brüderchen aus Kassel hat zugeschlagen.

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