24. Spieltag: Fehlentscheidungen, Doppelpacks und eine Torpremiere

Kein guter Tag für die Schiris

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Nur Gelb: Hamburgs Valon Berahmi (rechts) hat gerade den Dortmunder Sven Bender (am Boden) gefoult. Schiedsrichter Peter Gagelmann (links) ließ Gnade vor Recht ergehen.

Kassel. Auch am 24. Spieltag der Fußball-Bundesliga gab es jede Menge Szenen, die für Gesprächsstoff sorgen. Im Blickpunkt standen diesmal auch die Unparteiischen mit einigen umstrittenen Entscheidungen. Die Auffälligkeiten des 24. Spieltags:

Die Schiedsrichter

Tobias Welz

Tobias Welz (Hannover 96 - Bayern Mümchen 1:3), Manuel Gräfe (FC Augsburg - VfL Wolfsburg 1:0) und Marco Fritz (Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 2:2) hatten jeweils nicht ihren besten Tag, aber der schwächste Schiedsrichter von allen war am Samstag Peter Gagelmann, der die Partie zwischen dem Hamburger SV und Borussia Dortmund leitete. Als der Hamburger Valon Behrami in der 60. Minute ausgewechselt wurde, hätte er eigentlich schon längst nicht mehr mitspielen dürfen. Der HSV-Mittelfeldspieler hatte den Dortmunder Henrich Mchitarjan vor den Augen von Schiri Gagelmann bereits nach drei Minuten mit einem Ellenbogenschlag niedergestreckt, aber Gagelmann reagierte nicht.

Manuel Gräfe

Anschließend durfte Behrami noch 57 Minuten lang auf alles treten, was sich bewegte und schwarz-gelb gekleidet war. Der Schiedsrichter hatte jeweils beide Augen fest geschlossen. In Hannover entschied Welz die Partie zugunsten der Bayern, denn statt Elfmeter für die Münchner hätte es Freistoß für 96 geben müssen. Bayern-Stürmer Robert Lewandowski hatte den Kopf zu tief gehalten. Auch der Freistoß, der zum 1:1-Ausgleich führte, war umstritten. In Augsburg wollte Gräfe wohl mit seinem zweiten gravierenden Fehler seine erste falsche Entscheidung gutmachen. Zunächst versäumte es der Berliner, den Wolfsburger Vieirinha wegen einer Notbremse vom Platz zu stellen, später erkannte er einen regulären Treffer des Wolfsburgers Robin Knoche nicht an. Bleibt noch Felix Brych. Der Münchner Schiedsrichter übersah am Freitag einen Schultercheck des Stuttgarters Georg Niedermeier gegen Thomas Kraft. Nachdem der Berliner Torwart bei einer Abwehraktion gegen Daniel Ginczek nochmals im Gesicht getroffen worden war, ging es ihm ähnlich wie Christoph Kramer im WM-Finale. „Wo sind wir hier“, fragte Kraft seinen Mitspieler Sebastian Langkamp, ehe er kurz vor Schluss doch noch ausgewechselt wurde. „Leichte Gehirnerschütterung“ heißt die Diagnose.

Die Doppelpacks 

Für Max Meyer und Raffael war es jeweils eine Genugtuung und für Thomas Müller nichts Besonderes. Am Samstag bestaunten die Fans drei Doppelpacks. Schalkes Trainer Roberto Di Matteo wurde auch deshalb kritisiert, weil er trotz einiger verletzter Offensivspieler im Derby gegen Borussia Dortmund das 19-jährige Talent Max Meyer auf die Reservebank gesetzt hatte. Ob freiwillig oder nach sanftem Druck ist jetzt egal, fest steht jedenfalls, dass Meyer gegen Hoffenheim von Anfang an mitspielen durfte. Der Mittelfeldspieler nutzte seine Chance bemerkenswert. Beim Schalker 3:1-Sieg gelangen ihm nicht nur zwei Tore, denn Meyer überzeugte auch mit Drbblings, Sprints und – für einen 19-Jährigen – außergewöhnlicher Übersicht.

Auch der Gladbacher Stürmer Raffael war vor der Partie in Mainz mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht zufrieden. Mal wurde der Brasilianer aus der Mannschaft rotiert, mal lief es bei weitem nicht so gut wie in der vergangenen Saison. Vielleicht waren seine beiden Treffer beim 2:2 in Mainz der Start zu einem gelungenen Saison-Endspurt. Thomas Müller hat unterdessen seinen 13. Bundesliga-Doppelpack geliefert. Beim 3:1-Sieg des FC Bayern in Hannover verwandelte der Weltmeister zunächst einen Elfmeter, ehe er per Kopf erfolgreich war.

Die Torpremiere 

Vor der Partie zwischen dem FC Augsburg und dem VfL Wolfsburg hatte der Augsburger Mittelfeldspieler Dominik Kohr 33 Bundesligaspiele absolviert, aber noch nie hatte er den Ball im gegnerischen Tor untergebracht. Am Samstag gab es in der 63. Minute einen Elfmeter für Augsburg, den Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio abwehrte, ehe Kohr am schnellsten reagierte und per Nachschuss seinen ersten Erstligatreffer erzielte. Den 21-Jährigen haben die Augsburger von Bayer Leverkusen ausgeliehen. Sie würden ihn gern behalten.

Von Gerd Brehm

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