Kickboxen

Kickbox-Zwillinge aus Espenau wollen gemeinsam an die Spitze: „Meine Titel sind auch seine“

Auf Erfolgskurs: Hüseyin (links) und Hasan Özdemir zeigen ihre Pokale. In diesem Jahr treten sie bei der WM in Kanada für das deutsche Nationalteam an. 
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Auf Erfolgskurs: Hüseyin (links) und Hasan Özdemir zeigen ihre Pokale. In diesem Jahr treten sie bei der WM in Kanada für das deutsche Nationalteam an. 

Die Zwillinge Hasan und Hüseyin sind Kickboxer und wollen es gemeinsam nach ganz oben schaffen. Genau wie die Klitschkos kämpfen sie nie gegeneinander. 

  • Die Zwillinge Hasan und Hüseyin Özdemir wollen als Kickboxer erfolgreich werden. 
  • Dafür trainieren sie zwei Mal täglich.
  • Wie die Klitscko-Brüder kämpfen sie nie gegeneinander

Für den Kampfsportveranstalter „Glory“ im Fernsehen vor einem großen Publikum kämpfen, das ist der große Traum der beiden Kickboxer Hasan und Hüseyin Özdemir. „Wir wollen nach ganz oben“, sagen sie. 

Am liebsten gemeinsam. Die 18-jährigen Zwillingsbrüder bestreiten Profikämpfe im Halbschwergewicht (bis 80 kg) und haben sich kürzlich für die Weltmeisterschaft in Kanada qualifiziert.

Als 13-Jährige mit dem Kickboxen angefangen

Mit 13 Jahren fingen sie mit dem Kickboxen an und mit 15 Jahren starteten sie durch, erzählen Hasan und Hüseyin. Die beiden kämpfen für die Kampfsportschule MMA Cage Kassel und trainieren in der Fit und Sicher Akademie Umbach in Kassel.

Ihr bisher größter Wettkampf sei die Europameisterschaft gewesen. Dort hätten sich die Brüder gegen elf weitere Boxer durchgesetzt und für die Weltmeisterschaft qualifiziert, sagen sie. 

Bis zur WM wollen sie noch so viele Kämpfe wie möglich bestreiten. Die beiden nehmen jeden Kampf mit, um so Erfahrung zu sammeln.

Ihr großes Vorbild ist der niederländisch-marokkanische Kickboxer Badr Hari. Er hat die Zwillingsbrüder dazu inspiriert eine Profikarriere anzustreben. Mittlerweile trainieren sie auch bei ihm persönlich. Dafür fahren sie extra in die Niederlande.

Sieger durch Stein, Schere Papier ermittelt

„Wir sind füreinander die besten Trainingspartner, weil wir auf gleichem Niveau kämpfen“, sagt Hasan. Andere hätten es deutlich schwerer. Gleichzeitig können sie sich gegenseitig motivieren und anspornen. 

Gegeneinander kämpfen, wollen die beiden aber nicht. „Wir halten es da wie die Klitschkos. Die kämpfen auch nicht gegeneinander“ sagt Hüseyin.

Wenn sie sich bei Wettkämpfen im Finale gegenüber stehen, lösen sie das mit „Stein, Schere, Papier“. Das fänden nicht alle Schiedsrichter gut, erzählen die Brüder. 

„Es kam auch schon vor, dass Schiedsrichter uns deswegen disqualifizieren wollten, aber so weit ist es dann doch noch nie gekommen“, sagt Hasan. Viele würden es auch respektieren, dass sie nicht gegeneinander kämpfen.

Alle Titel sind gemeinsame Erfolge

Wer von beiden am Ende der Sieger ist, ist den Brüdern egal. „Seine Titel sind meine und meine Titel sind seine“, erklärt Hasan. Ihnen ist es dementsprechend wichtig, erst im Finale aufeinanderzutreffen. „Wenn wir in früheren Runden gegeneinander Kämpfen sollen, versuchen wir alles, damit das umgestellt wird“, sagt Hasan.

„Wir sind sehr ehrgeizig“, sagt Hüseyin, „Wenn wir einen Titel geholt haben, wollen wir direkt den nächsten“. Dafür trainieren die beiden Brüder zweimal täglich, obwohl sie derzeit beide eine Ausbildung zum Hotelfachmann absolvieren und 40 Stunden die Woche arbeiten müssen. 

An dieses Pensum haben sich die 18-Jährigen aber bereits gewöhnt. „Wir müssen uns auspowern, sonst können wir nicht ruhig schlafen“, sagt Hüseyin.

Vermarktung als Zwillinge

Als Zwillinge können sich die beiden gut vermarkten. Bei Sponsoren käme das gut an, sagen sie. Deswegen kenne man sie mittlerweile. Sie wollen auch weiterhin nur zusammen an die Spitze und dabei trotzdem bodenständig bleiben, wie sie sagen.

Ihre Familie war gegen die Sportkarriere der beiden. „Dieser Sport ist ein bisschen zu hart“, sagt Vater Mesut Özdemir. Er könne es sich nicht anschauen, wenn seine Söhne kämpfen. Von ihren Geschwistern sind sie die einzigen, die Sport nicht nur als Hobby betrachten und die Kampfsport betreiben.

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