35:23-Sieg in der EM-Qualifikation in Estland

Schnellcheck: Klarer Sieg der deutschen Handballer mit nur einem Kratzer

Auch eine kleine Risswunde kann ihn nicht aufhalten: der deutsche Kreisläufer Hendrik Pekeler beim Spiel in Estland.
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Auch eine kleine Risswunde kann ihn nicht aufhalten: der deutsche Kreisläufer Hendrik Pekeler.

EM-Qualifikation, Spieltag zwei: Die deutschen Handballer waren diesmal in Estland zu Gast und feierten mit dem 35:23 (13:12) den erwarteten zweiten Sieg. Aber in der ersten Halbzeit lief es wieder nicht nach Plan.

Kassel - EM-Qualifikation, Spieltag zwei: Die deutschen Handballer waren diesmal in Estland zu Gast und feierten mit dem 35:23 (13:12) den erwarteten zweiten Sieg. Aber in der ersten Halbzeit lief es wieder nicht nach Plan. Unser Schnellcheck:

Gab es wieder eine Premiere?

Ja. Drei Tage nach den Debüts von Bundestrainer Alfred Gislason und Spielmacher-Talent Juri Knorr spielte die deutsche Mannschaft nun erstmals gegen Estland. Erst am Sonntagmorgen war allerdings auch klar, dass die Partie stattfinden kann. Dann bekam die DHB-Auswahl die Ergebnisse der Coronatests – alle negativ. Dass es auch anders hätte laufen können, zeigte die Nachricht aus Bosnien-Herzegowina. Der deutsche Auftaktgegner musste weitere positive Fälle verdauen – die für gestern geplante Partie gegen Österreich wurde daraufhin von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) abgesagt.

Welchen Eindruck machte die deutsche Mannschaft drei Tage nach dem mühsamen 25:21?

Wie schon in Düsseldorf waren auch diesmal keine Zuschauer zugelassen – und auch diesmal war das Spiel des Gislason-Teams nicht frei von Fehlern. Im Gegenteil: Im ersten Durchgang leisteten sich die Deutschen sogar eine längere Schwächephase – es gab etliche Unkonzentriertheiten. Was insofern ärgerlich war, weil sie sich durch Treffer von Julius Kühn (2), Kai Häfner und Uwe Gensheimer schon auf 9:5 abgesetzt hatten. In der 24. Minute waren die teilweise sehr frech aufspielenden Esten wieder bis auf ein Tor dran.

Wieso musste Pekeler in der ersten Hälfte behandelt werden?

Der Kreisläufer trug bei einer Aktion in der ersten Hälfte eine Risswunde davon, die mit einem Stich genäht werden musste. Pekeler reagierte aber gelassen auf die bleibende Erinnerung: „Narben erzählen ja auch Geschichten.“

Wurde das deutsche Spiel im zweiten Durchgang besser?

Ja – auch eine Parallele zum Donnerstag. Die Abwehr um den Melsunger Hünen Finn Lemke, der nach seiner überzeugenden Vorstellung gegen Bosnien diesmal in der Startformation stand, zwang den Kontrahenten immer öfter zu schwierigen Würfen. Auch der Kieler Hendrik Pekeler setzte immer mehr Akzente. „Wir haben ein deutlich besseres Gesicht gezeigt und im Angriff auf den Punkt gespielt“, erklärte Pekeler. Speziell im Tempospiel deutete die DHB-Auswahl ihre Qualität an. Sogar Lemke trug sich in die Torschützenliste ein – und das aus dem Rückraum.

Deutscher Handball-Nationalspieler: Julius Kühn.

Wer war Mann des Spiels?

Da konnte es keine zwei Meinungen geben. Julius Kühn von der MT Melsungen gelang es mit viel körperlicher Präsenz, die Gastgeber vor große Probleme zu stellen. Zwar leistete er sich auch ein, zwei Fehlwürfe, war aber dennoch mit neun Toren mit Abstand bester Schütze seines Teams. Zudem bereitete er einige Treffer vor – wie das 23:14 durch seinen Klubkameraden Tobias Reichmann (44.). Bereits nach 45 Minuten durfte sich der 27-jährige Kühn in den verdienten Feierabend verabschieden.

Wie war die Übertragung im ZDF?

Stand sehr im Zeichen des Bundesligisten Melsungen. Fünf Feldspieler von der MT waren schließlich dabei. Vor dem Anwurf wurde gezeigt, dass sich Häfner im Hotel in Tallin gut um seinen Zimmerkollegen Kühn kümmerte. Nach dem Spiel sagte der Torjäger im Interview bei Reporter Lars Ruthemann: „Es nimmt ganz gut Formen an. Wir können von der Blockbildung nur profitieren.“ (Björn Mahr)

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