24:17 im Finale gegen Spanien

Kommentar zum EM-Titel: Nah am Wunder

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Die deutschen Handballer sind Europameister. Im Finale demontierte die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson Spanien mit 24:17. Ein Kommentar von Florian Hagemann.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist Europameister – das ist ein einfacher Satz, und doch ist er so schwer zu verstehen. Europameister, die deutschen Handballer! Wahnsinn. Mit Worten kaum zu fassen. Ein Titel für dieses Team mit jungen Spielern, die vor diesem Turnier in Polen kaum jemand kannte. Und jetzt haben diese Grünschnäbel sich gegen all die Favoriten durchgesetzt. Das grenzt an ein Sportwunder, eine Sensation ist es allemal.

Und doch lässt sich das erklären, was da in Breslau und Krakau passiert ist. Hier hat es ein exzellenter Trainer geschafft, eine unberechenbare Mannschaft zu formen, in der das Kollektiv über jedem Einzelnen steht. Mit einem enormen Teamgeist und der Extra-Portion Willen gelang somit Überraschung um Überraschung. Mit zunehmendem Selbstbewusstsein spielte sich diese Mannschaft schließlich in einen Rausch. Womöglich geht genau das nur mit ganz jungen Spielern, die offen für Neues, frei von Eitelkeiten und hungrig auf Erfolg sind.

Mit dem EM-Titel feiert zugleich der Handball hierzulande nach Jahren der Dürre die Rückkehr auf die große Bühne – interessanterweise zeitgleich mit dem lange ebenfalls kriselnden Tennis. Das kann dem deutschen Sport nur guttun und eine Entwicklung stoppen. Zuletzt war der Fußball dabei, alles andere zu verdrängen. Das Wochenende war daher auch ein gutes für die Vielfalt im Sport.

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