Kommentar zum Shitstorm gegen die Bild-Zeitung

Kassel. Fußball-Zweitligist St. Pauli nimmt nicht an einer Aktion für Flüchtlinge teil, die die Bild-Zeitung initiiert. Lesen Sie dazu einen Kommentar von Frank Ziemke.

Eigentore gibt es nicht nur im Sport. Wissen wir alle. Kai Diekmann hat jetzt ein Twitter-Eigentor geschossen. Sein kritischer St.Pauli-Tweed hat einen Sturm der Entrüstung losgetretenunter den deutschen Fußball-Fans. Das geht so weit, dass sich sogar Anhänger des Hamburger SV auf die Seite des gewiss nicht geliebten Nachbarn stellen. Spätestens damit ist klar: In dieser Sache hat offenbar kaum jemand ein Herz für Kai!

Es ist ja auch inhaltlicher Quatsch, ausgerechnet einem engagierten Verein wie St. Pauli vorzuwerfen, er habe kein Herz für Flüchtlinge. Dem St. Pauli, das erst in der vergangenen Woche ein vielbeachtetes Testspiel zugunsten eben dieser Flüchtlinge absolviert hat.

Es soll hier gar nicht um den im Internet häufig geäußerten Vorwurf gehen, die Aktion sei scheinheilig oder diene vor allem der Eigenwerbung. Auch St. Pauli hat das ja nicht getan. Der Klub hat sich wohltuend zurückgehalten in seiner Begründung, weder gegen die Aktion noch gegen deren Initiatoren gewettert.

Jede Hilfsaktion für Flüchtlinge ist ja erst einmal zu begrüßen. Aber: Es kann keine Sippenhaft bestehen. St. Pauli hat „Nein“ gesagt. Im Sinne seiner Fans. Und hat ganz sicher trotzdem ein Herz. 

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