Fünf Tage nach dem Titelgewinn

Kommentar zum Rosberg-Rücktritt: Ein guter Zeitpunkt

Nico Rosberg hat am Freitagnachmittag überraschend seinen Rücktritt als Rennfahrer erklärt - fünf Tage nach dem Gewinn seines ersten WM-Titels in der Formel 1. Dazu ein Kommentar von Florian Hagemann.

Nico Rosberg hat in dieser Woche Erstaunliches hinbekommen: Er ist Weltmeister in der Formel 1 geworden, was schwer genug ist. Und er hat es geschafft, einen guten Zeitpunkt zu finden, um seine Karriere zu beenden. Das fällt gerade Sportlern mitunter noch schwerer, als Siege und Meisterschaften zu erringen.

Der Zeitpunkt seines Abschieds vom Rennzirkus spricht für Rosberg und dessen Intelligenz. Er kann mit 31 Jahren nicht nur auf eine lange, intensive und gekrönte Zeit in seinem Sport zurückblicken. Sondern er weiß auch, dass es nicht leicht geworden wäre, das Erreichte zu verteidigen. Lewis Hamilton zum Beispiel hätte auf und neben der Strecke alles dafür getan, um ihm das Leben schwer zu machen – ob als Feind im eigenen Lager oder als Kontrahent in einem anderen Rennstall.

Es gibt also mindestens einen sehr guten Grund zur Annahme, dass Rosberg auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn abtritt. Dass er diesen in einem Alter erlebt, in dem es leicht fällt, sich auf Neues einzustellen, mag seine Entscheidung bekräftigt haben. Durch seine Bildung, seine Erfahrungen in einer weltweit operierenden Szene und seine Prominenz wird Rosberg auch in Zukunft ein gefragter Mann sein – in welcher Branche auch immer.

So kurios das klingen mag: Der eher unnahbare Rosberg wird so am Ende seiner Karriere im Sport nicht so sehr wegen seines Titels interessant, sondern wegen seines Umgangs damit. Er gibt den modernen Menschen, der nicht auf eine Sache im Leben fixiert ist, sondern auch den Mut hat, loszulassen.

Rubriklistenbild: © dpa

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