Kommentar zur Urin-Attacke bei der Tour de France: Nie ohne Verdacht

Robin Lipke über den Urin-Vorfall bei der Tour de France

Kassel. Christopher Froome, der Spitzenreiter der Tour de France, ist mit einem Becher Urin attackiert worden. Dazu einen Kommentar von HNA-Sportredakteur Robin Lipke.

Die Tour de France ist um einen Eklat reicher: eine Pipi-Affäre. Dass Spitzenreiter Christopher Froome mit einem Becher Urin attackiert wurde, ist allerunterste Schublade. Gleichzeitig verdeutlicht der Vorfall das Dilemma des Radsports: Die Athleten fahren nie ohne Verdacht. Das Thema Doping hängt den Top-Fahrern am Hinterrad wie ein lästiger Verfolger.

Das ist einerseits schade. Dieser Sport übt eine große Faszination aus. Und gerade die Tour hat wieder an Ansehen gewonnen. Nicht zuletzt berichtet die ARD nach Jahren der Funkstille von der Rundfahrt. Da sind aber andererseits die Skandale der Vergangenheit, die den Radsport verseucht haben wie keine andere Sportart sonst.

Von daher ist Skepsis weiterhin berechtigt. Es wäre naiv zu glauben, dass jetzt alle sauber sind. Die Zweifel mit einem Urin-Becher-Wurf auszudrücken, geht allerdings gar nicht. Vielmehr haben die Fahrer eine Chance verdient - eine Chance, ihren Sport wieder in ein positives Licht zu rücken. Das geht nicht von heute auf morgen.

Dass sich ausgerechnet Ex-Doper wie Armstrong und Jalabert zu Wort melden und Froome unter Verdacht stellen dürfen, beschleunigt den Prozess hin zu einem glaubwürdigen Sport aber nicht wirklich. Froomes Ärger ist daher mehr als verständlich.

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