Kommentar zum WM-Skandal: "Tief im Sumpf"

Wurde die WM 2006 in Deutschland durch schwarze Kassen finanziert? Korruptionsvorwürfe trüben derzeit das Sommermärchen ein. Dazu ein Kommentar von HNA-Sportredakteur Frank Ziemke.

Was ist das Schlimmste an den Vorwürfen, die nun rund um die Vergabe der WM 2006 laut werden? Ganz ehrlich: Dass wohl die meisten von uns überhaupt nicht überrascht sind. Glaubt noch irgendjemand an Fußball-Großereignisse in den vergangenen Jahren, bei denen nicht Summen von hier nach da geflossen sind, Wertgegenstände den Besitzer gewechselt haben? Bei denen die Stimmabgabe nicht immer Ausdruck innerer Überzung, sondern oft eben auch überzeugender Nachhilfe von Außen war?

Und auch wenn wir gern anderes glauben würden, auch wenn die Unschuldsvermutung gilt, solange Beweise nicht offen auf dem Tisch liegen: Es war kaum davon auszugehen, dass es dem DFB stets gelungen ist, eine weiße Weste zu behalten.

Die Fußballverbände dieser Welt sind ein Sumpf voller abgründiger Tiefen. Eine Riege überwiegend älterer Männer hat sich eine Plattform geschaffen für Machtgehabe, Ränkespiele und Finanzgeschummel. Dass Unregelmäßigkeiten rund um die Vergabe der WM 2006 zu einem Zeitpunkt öffentlich gemacht werden, an dem sich der DFB recht deutlich von den angeschlagenen Mächtigen des Weltfußballs distanziert hat, ist kaum Zufall. Auch der deutsche Fußball wird nun tief in den Sumpf gezogen werden.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.