Kapitän Käthner ist Baunatals Bester

Die Einzelkritik des KSV Baunatals vor der Winterpause

Kämpferisch immer ein Vorbild: Kapitän Christian Käthner spielt eine wichtige Rolle. Fotos: Fischer, Malmus/nh

Baunatal. Winterpause in der Fußball-Regionalliga: Nach 20 Spielen rangiert der KSV Baunatal auf dem letzten Tabellenplatz und muss vermutlich – wie in der vergangenen Saison – bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern.

Über Erfolg und Misserfolg entscheidet aber nicht nur die eigene Leistung, sondern auch die Zahl der Absteiger. Die nämlich wird wahrscheinlich noch lange nicht feststehen. Die Einzelkritik:

RÜCKTRITT VOM RÜCKTRITT 

Tobias Nebe (32 Jahre/4 Einsätze/2 Tore): Eigentlich wollte er nur noch Trainer sein. Dann aber gingen dem KSV Baunatal die Spieler aus, und Tobias Nebe übernahm wieder seine angestammte Rolle im Mittelfeld. Der Spielertrainer ist ein bisschen langsamer geworden, und auch die fehlende Spielpraxis konnte er auf Anhieb nicht kaschieren, aber die Zahlen sprechen klar für Nebe. In den vier Spielen, in denen er mitwirkte, holte der KSV Baunatal sieben Punkte und damit einen Zähler mehr als in den vorangegangenen 16 Partien mit Tobias Nebe am Seitenrand. Vermutlich wird Nebe auch nach der Winterpause als Spieler auftreten. Er kann sich das erlauben, weil er mit Tobias Klöppner einen prima Co-Trainer hat.

DIE LEISTUNGSTRÄGER 

Mario Wolf  (26/18/0): Er ist Chef der Abwehr und hat viel Potenzial, das er allerdings nicht in jedem Spiel abruft. Mario Wolf hat Eigenschaften, die ein guter Innenverteidiger braucht, denn er ist zweikampfstark und schnell. Luft nach oben gibt es bei der Spieleröffnung, weil der Abwehrspieler häufig lange Bälle spielt. Das liegt aber auch an der Baunataler Taktik, die nicht auf Dominanz abzielt.

Christian Käthner (27/16/2): Der defensive Mittelfeldspieler ist ein Kämpfer, der aber auch spielerisch eine Menge drauf hat. In dieser Saison wurde Christian Käthner immer wieder mal von Verletzungen zurückgeworfen, sodass er nicht in jedes Spiel optimal vorbereitet gehen konnte. Ein topfitter Kapitän wäre für den KSV Baunatal noch wertvoller.

DIE HOFFNUNGSTRÄGER 

Niklas Hartmann (24/20/0): Dass Niklas Hartmann noch keinen Treffer erzielt hat, spricht nicht gegen ihn, denn Niklas Hartmann ist Torwart. Den Job zwischen den Pfosten erledigt er solide. Dabei glänzt er sowohl bei Eins-gegen-Eins-Situationen als auch bei der Beherrschung seines Strafraums. Um vom Hoffnungs- zum Leistungsträger zu werden, müsste Niklas Hartmann aber häufiger die scheinbar unlösbaren Situationen meistern.

Daniel Leipold (26/20/0): Der Außenverteidiger ist die Zuverlässigkeit in Person, denn auf Daniel Leipold ist stets Verlass. Allerdings hat es den Anschein, als wäre der Linksfuß in der Innenverteidigung noch wertvoller, denn die Aufgabe an der Seitenlinie interpretiert der zweikampfstarke Akteur meistens zu defensiv. Und geht er doch mal mit nach vorn, dann entpuppt er sich nur selten als Flankengott.

Daniel Borgardt (22/19/1): Was für Daniel Leipold gilt, trifft auch auf Daniel Borgardt zu. In der Defensive ohne Fehl und Tadel, hat der defensive Mittelfeldspieler bei der Spieleröffnung Luft nach oben. Auch Borgardt ist in der Innenverteidigung besser aufgehoben, aber eine Taktik mit vier Innenverteidigern wäre definitiv zu defensiv ausgerichtet.

Tolga Ulusoy (21/19/3): Der offensive Mittelfeldspieler ist Baunatals wertvollster Neuzugang und der technisch begabteste Akteur in den Baunataler Reihen. Allerdings sind drei Tore in 19 Spielen für einen offensiven und zentralen Mittelfeldspieler zu wenig. Ulusoy muss beim Abschluss konzentrierter und torhungriger werden.

DIE UNBESTÄNDIGEN 

Jan-Niklas Hanske (27/20/4): Der Innenverteidiger lässt häufig einem sehr guten Auftritt eine unbefriedigende Leistung folgen. Dass der KSV Baunatal häufig unter Druck steht, ist ein Nachteil für Jan-Niklas Hanske, der so manche Situation lieber spielerisch lösen würde. Dass er mit vier Treffern der bisherige Baunataler Torschützenkönig ist, spricht für Hanske, aber gegen dessen Mitspieler.

Andreas Pollasch (21/13/1): Der Allrounder spielt meistens offensiv auf der Außenbahn, aber verlässlich gut sind seine Leistungen nicht. Manchmal ist er sehr präsent, es kann aber auch passieren, dass Andreas Pollasch völlig abtaucht. Auch die Torgefährlichkeit lässt zu wünschen übrig.

Jan Kaufmann (24/14/0): Der Stürmer hatte schnell den Sprung von der Verbands- in die Regionalliga geschafft, Jan Kaufmann konnte aber im Laufe der Saison nicht halten, was sein guter Start versprochen hatte.

Neil-Nigel Bier (21/17/2): Der Außenstürmer kann an einem guten Tag für Furore sorgen, aber gute Tage hat er nicht immer. Technische Defizite lassen sich in der Regionalliga durch erhöhten Einsatz nicht immer kaschieren.

DER ÜBERFLIEGER 

Tom Samson (19/10/0): Der Abwehrspieler war in der vergangenen Saison noch in der A-Jugend-Gruppenliga aktiv. Dass Samson den Sprung in die Baunataler Regionalliga-Mannschaft geschafft hat, ist aller Ehren Wert. Allerdings wäre er sicherlich in der Verbandsliga-Mannschaft aufgebaut worden, wenn der KSV Baunatal nicht so viele verletzte Spieler zu beklagen hätte. Ob sich Samson auch dann durchsetzt, wenn seine Konkurrenten wieder fit sind?

DER ABWANDERER 

Felix Schäfer (19/13/1): Der defensive Mittelfeldspieler hatte schon zu Saisonbeginn den Sprung in die Baunataler Regionalliga-Mannschaft geschafft, aber nach dem Beginn eines dualen Studiums kam Felix Schäfer mit der Doppelbelastung nicht mehr zurecht. Er wird sich wohl einem unterklassigen Klub anschließen.

DIE PECHVÖGEL 

Womöglich wäre der KSV Baunatal viel besser platziert, wenn die Mannschaft nicht so sehr vom Verletzungspech heimgesucht worden wäre. Zu den Akteuren, die wegen langwieriger Verletzungen ihr Leistungsvermögen nicht abrufen konnten, zählen Florian Heussner, Martin Wengerek, Manuel Pforr, Nico Schrader, Tristan Watson und Steffen Klitsch.

DIE ERGÄNZUNGSSPIELER 

Ersatztorwart Kim Sippel, Marcel Löber, Torben Grill und Adrian Boness kamen über Nebenrollen nicht hinaus.

Von Gerd Brehm

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