Nächster deutlicher Sieg 

4:0 gegen Dreiech: Die Löwen machen wieder Angst

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Raus mit der Freude: KSV-Verteidiger Luis Allmeroth bejubelt das 3:0 durch Sergej Evljuskin. 

Kassel – Auf einen 8:0-Auswärtssieg in Hadamar folgt ein 4:0-Heimerfolg gegen Dreieich.

Der KSV Hessen Kassel ist eindrucksvoll in die Restrunde der Fußball-Hessenliga gestartet. Die Löwen machen wieder Angst. Der Rückstand auf Tabellenführer Stadtallendorf beträgt nur noch einen Zähler. Die Partien des Ersten und von Verfolger Eddersheim wurden wetterbedingt abgesagt. Die Geschichten des Spiels:

Das Ziel

Dreieich hätte wohl nur mit einem Sieg in Kassel noch vom direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga Südwest träumen dürfen. Dieser Traum ist spätestens jetzt endgültig vorbei. Trainer Lars Schmidt sagte hinterher; „Man hat gesehen, dass ein Team noch eine Zielsetzung hat und wir im Niemandsland stehen. Das war von uns ganz gefällig. Aber wenn wir hätten zubeißen müssen, haben immer ein paar Prozent gefehlt.“ Eine ziemlich treffende Analyse. Denn spielerisch sah das von Dreieich über weite Strecken ganz gut aus. Es kam aber nie das Gefühl auf, dass die Gäste unbedingt gewinnen möchten.

Ganz anders der KSV – der ja ein klares Ziel verfolgt. Die Löwen wollen aufsteigen und haben sich Respekt verschafft. Trainer Tobias Damm stimmte seinem Kollegen zu und sagte: „Das Wichtigste heute war, dass wir in vielen Situationen einen Tick wacher waren.“ Die Löwen haben zugebissen.

Die Standards

Sind eigentlich nicht die ganz große Stärke des KSV. Anders aber an diesem Nachmittag. Die ersten drei Treffer fielen alle nach Standardsituationen. Das 1:0 köpfte Mahir Saglik nach einer Ecke. Das 2:0 erzielte wiederum Saglik per Strafstoß, nachdem er selbst im Strafraum gehalten wurde (29.). Beim 3:0 stand Evljuskin dann bei einer Najjar-Ecke am langen Pfosten und verwertete eine Verlängerung von Luis Allmeroth. Und das 4:0 erzielte Adrian Bravo Sanchez nach toller Vorarbeit des eingewechselten Serkan Durna, der für Ingmar Merle gekommen war. Es war die erste Torbeteiligung des 19-Jährigen in seinem vierten Spiel für die Erste.

Es entsteht der Eindruck, dass der KSV derzeit machen kann, was er möchte – es läuft einfach. Doppeltorschütze Saglik widerspricht dem: „Das täuscht. Es ist nicht selbstverständlich, wie wir spielen. Wir bleiben immer dran und es macht riesigen Spaß. Wir wachsen als Einheit immer weiter zusammen.“

Saglik steht mit 19 Treffern nun auf Platz zwei der Hessenliga-Torschützenliste. Mit Meha (zwölf), Bravo Sanchez (neun) und Sebastian Schmeer (acht) sind allein vier Löwen unter den besten 20. Kein Wunder, dass der KSV mit 71 Treffern den gefährlichsten Angriff der Liga stellt – und zudem die drittbeste Abwehr.

Der Protest

Auch an Kassel gingen die anhaltenden Proteste gegen den DFB nicht vorbei. Die KSV-Fans hielten früh in der ersten Hälfte Banner hoch, auf denen stand: „Kollektiv bestraft? Ihr habt kollektiv versagt! Fick dich, DFB!“ Zudem hing über die gesamten 90 Minuten ein weiteres Banner mit der Aufschrift „Scheiss HFV!“ am Zaun. Später wurden weitere Banner gezeigt. Auf diesen war zu lesen: „Wer diesen Protest zum Anlass von Repressionen nimmt, bekämpft weder sogenannte Ehrverletzungen von dahergelaufenen Milliardären noch Rassismus, sondern die Meinungsfreiheit.“

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