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Nach Insolvenzantrag: Fußball-Regionalligist VfR Aalen will vorerst weiterspielen

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Von: Maximilian Bülau

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Tobias Cramer.
Trainer des VfR Aalen: Tobias Cramer übernahm die Aufgabe beim Klub in diesem Sommer. © Imago/Eibner

Am Mittwochabend platzte die Bombe: Fußball-Regionalligist VfR Aalen, Ligakonkurrent des KSV Hessen Kassel, meldet Insolvenz an.

Kassel/Aalen – Die genauen Auswirkungen dieses Schrittes sind derzeit noch nicht absehbar. Doch zwei Tage vor dem Auswärtsspiel der Löwen bei der Reserve des FSV Mainz 05 am Sonntag (14 Uhr) gibt es zumindest weitere Entwicklungen. Gestern stellten sich die Verantwortlichen der Aalener während einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten.

Es gibt zwei mögliche Szenarien für die kurzfristige Zukunft des VfR. Eine Möglichkeit ist, dass den Aalenern nun neun Punkte abgezogen werden, die Saison aber sportlich weitergeführt wird. Durch einen solchen Abzug würde der VfR mit Ex-KSV-Trainer Tobias Cramer und dem in Kassel bekannten Geschäftsführer Giuseppe Lepore auf den letzten Tabellenplatz abrutschen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass der VfR die Spielzeit nicht beendet, somit als erster Absteiger feststeht. Dann würden auch alle bisherigen Ergebnisse aus der Wertung genommen. Der KSV Hessen hatte Anfang September in Aalen mit 0:3 verloren.

Nach den Informationen der Regionalliga Südwest werden dem Verein neun Punkte abgezogen. Das bestätigte der Leiter Spielbetrieb, Jonas Ochs, gestern. Das sei in Paragraf 6 der Spielordnung klar geregelt. „Wir müssen den VfR Aalen aber erst noch anhören“, sagte Ochs. Sollte der Verein die Saison trotz der finanziellen Probleme wie von den Verantwortlichen geplant zu Ende spielen, würden die Ergebnisse der Spiele auch regulär in der Tabelle gewertet. Allerdings müsse erst noch der Insolvenzverwalter entscheiden, ob es tatsächlich sportlich weitergehen kann, erklärte Ochs.

Gestern äußerte sich nun unter anderen VfR-Präsident Michael Weißkopf. Er sagte während der Pressekonferenz: „Wir haben gehofft, dass wir uns bis in den Januar retten können, dann kommt die zweite Zahlung der Sponsoren. Wir konnten nun aber anstehende Rechnungen kurzfristig nicht mehr bezahlen. Ich habe in den vergangenen Tagen schlecht geschlafen, es war ein schrecklicher Moment, den Insolvenzantrag einzureichen.“ Ziel sei es aber, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Ob das möglich sei, werde sich erst in nächster Zeit zeigen. Der Klub sei dafür darauf angewiesen, dass Sponsoren aushelfen würden. Diese zu finden, sei der Plan und die Aufgabe, sagte Weißkopf.

Für die Aalener ist es bereits die zweite Insolvenz. Auch im Februar 2017 musste der damalige Drittligist den Weg zum Amtsgericht gehen. Damals kostete die Pleite den VfR neun Punkte, dennoch schaffte er den Klassenverbleib. Für die aktuellen Probleme macht das Präsidium neben der Corona-Pandemie die Folgen des Ukrainekriegs mit gestiegenen Energiepreisen und hoher Inflation verantwortlich. Fehlende Sponsoren und Altlasten wurden als weitere Ursachen genannt sowie zurückgehende Zuschauerzahlen. (Maximilian Bülau)

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