1. Startseite
  2. Sport
  3. KSV Hessen Kassel

Abnutzungskampf mit Folgen: KSV Hessen holt Punkt gegen Ulm, verliert aber auch zwei Spieler

Erstellt:

Von: Maximilian Bülau, Frank Ziemke

Kommentare

Tim Dierßen.
Einer von vielen Zweikämpfen: Tim Dierßen (rechts) in der Partie gegen Ulm. © Dieter Schachtschneider

In einer Tabelle, die nur Partien gegen Top-Mannschaften enthält, würde der KSV Hessen Kassel richtig gut dastehen.

Kassel – Der Fußball-Regionalligist kann einfach Spiele gegen Spitzenteams – und bewies das nun abermals im Heimspiel gegen den SSV Ulm. Das 0:0 gegen die Spatzen war nicht ansehnlich, der Punkt dafür am Ende verdient. Nach fünf Zählern aus vier Partien gegen Mannschaften aus den Top sechs zum Start ins Jahr kam KSV-Trainer Tobias Damm nicht umhin, seine Spieler zu loben: „Wir sind sehr zufrieden. Nicht nur mit dieser Partie, sondern allgemein mit den letzten Wochen“, sagt der Coach der Löwen.

Das Spiel

Auch ohne den gesperrten Kapitan Frederic Brill als Stabilisator erkämpften die Löwen den Punkt vor allem dank starker Defensivarbeit. Für die Zuschauer war es nicht das schönste Spiel, weil sich auf beiden Seiten kaum Torchancen ergaben – aber wie der KSV die Offensivbemühungen des Aufstiegskandidaten bremste, das war schon richtig stark.

Bestes Beispiel: In der 72. Minute zog Jannik Rochelt im Sprint Richtung Torhüter Maximilian Zunker – doch dann war Alexander Mißbach da, brachte den Fuß dazwischen, verhinderte den Abschluss. Die Gastgeber hatten zwei gute Chancen durch Schüsse von Daniele Vesco (21.) und Nils Stendera (57.), die das Ziel knapp verfehlten.

Die Verletzten

Die gute Stimmung bei den Gastgebern wurde allerdings ein wenig getrübt. Bereits nach einer halben Stunde verließ Ingmar Merle verletzt den Platz. Er war nach einer Rettungsaktion liegen geblieben. Damm sagte hinterher, dass das Knie angeschlagen sei und das Innenband betroffen sein könnte. Maurice Springfeld, der für den gesperrten Frederic Brill auf der Sechs spielte, wurde nach der Partie von einem Krankenwagen abgeholt. Er hatte sich eine Gehirnerschütterung zugezogen. Entwarnung gab es allerdings von Hendrik Starostzik. Der Abwehrchef war zwar in der 80. Minute ausgewechselt worden – allerdings nur, weil eine Wade zugemacht habe: „Nichts Ernstes!“

Die Statistik

Die Löwen haben nun – mit Ausnahme der Reserve des FSV Mainz 05 – gegen alle Teams aus den Top sechs zweimal gespielt. Und dabei nur zweimal verloren. In Ulm gab es in der Hinrunde ein 1:2, gegen Elversberg zuhause vor zwei Wochen ein 0:2. Ansonsten stehen vier Punkte gegen Homburg, vier gegen Offenbach, einer gegen Ulm, zwei gegen Steinbach, einer gegen Elversberg und drei bislang gegen die Nullfünfer auf der Habenseite. 15 von 35 Zählern hat der KSV also gegen Mannschaften von oben geholt.

Nicht ohne Grund blickte der Trainer da schon voraus. „Wir haben jetzt zwei Tage frei und dann bereiten wir uns auf die Partie in Koblenz vor“, sagte er. Dauerläufer Nael Najjar wurde deutlich: „Wir haben in diesen Spielen ein paar Punkte gutgemacht. Aber jetzt kommen die Gegner auf Augenhöhe. Wir wissen, wie schnell man wieder unten reinrutschen kann“, sagte er. Müde sei er nach seiner Coronainfektion und 180 anstrengenden Minuten gegen Offenbach und Ulm nicht. „Ich konnte mich am Mittwoch im Pokal ja ausruhen, da habe ich nicht gespielt. Aber ich bin selber überrascht, wie viel schon wieder geht“, meinte er. Warum die Löwen gegen Spitzenmannschaften immer so gut aussehen, kann er auch nicht erklären. Aber: „Wir müssen gegen alle Gegner diese Einstellung haben.“ Damit gab der 25-Jährige die Marschroute für die kommende Zeit vor. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

Auch interessant

Kommentare