KSV Hessen will in Hoffenheim neue Abwehrstärke beweisen

Wichtiger Teil der Abwehr: Innenverteidiger Jans Grembowietz (vorn). Foto: Fischer/nh

Kassel. Nachdem Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel in dieser Saison nichts mehr mit dem Aufstieg in die dritte Liga zu tun hat, versucht er es, auf andere Weise spannend zu machen.

Die Frage, die sich seit dem Amtsantritt des neuen Trainers Uwe Wolf nun in jedem Spiel mehrmals stellt, lautet: Funktioniert die Abseitsfalle? Schon allein deshalb ist die Partie am Samstag bei der Reserve der TSG Hoffenheim (14 Uhr) nicht uninteressant. Die Kraichgauer stellen schließlich mit 48 Toren die zweitbeste Offensive der Liga. Wird sie die neue KSV-Abseitsfalle knacken können?

Fest steht: Leicht wird es nicht, denn die Löwen haben dieses Mittel gut einstudiert. Beim 1:0 am vergangenen Wochenende gegen das zweite Team des TSV 1860 München schnappte die Abseitsfalle annähernd ein Dutzend mal zu – vornehmlich bei Freistößen aus dem Mittelfeld.

Raus aus dem Strafraum

Trainer Uwe Wolf erklärt: „Es sind vor allem seitliche Standardsituationen, bei denen wir hoch verteidigen. Ziel ist es, den Gegner aus unserem Strafraum herauszuhalten.“ Geübt habe man das, bis es in Fleisch und Blut übergegangen sei. Nur einmal gelang es den Gästen dann auch, die Falle zu überwinden. „Das“, so Wolf, „war aber kein Fehler von uns, das hatten sie einfach gut gemacht.“ Der aufgerückte Münchner Verteidiger war aber so überrascht, dass er scheiterte. Auch das ist einkalkuliert. „Der Gegner ist nicht so dicht am Tor, muss das technisch also perfekt hinbekommen,“ erklärt Wolf.

Einer, der für das Gelingen der Abseitsfalle verantwortlich ist, heißt Jens Grembowietz. Der Innenverteidiger hat sich nach seiner Verletzung am Schienbeinkopf wieder herangekämpft, seine Sache in den ersten Punktspielen des Jahres sehr anständig gemacht. Er gehört nun zu den Fallenstellern des KSV. Und sagt: „Man muss hellwach sein, sonst geht es schief.“ Auch an der Taktiktafel und in Gesprächen habe Uwe Wolf die Variante mit seinen Spielern eingeübt. Grembowietz’ Vorteil: Er hat schon bei Dynamo Dresden und Preußen Münster Erfahrung gesammelt.

Risiko hin, Risiko her – die Abseitsfalle ist Teil des obersten Projekts, das der KSV in der Restrückrunde verfolgt: die Abwehr sicherer zu machen. „Wir wollen an Reife gewinnen“, sagt Grembowietz. „Die Sicherheit wird uns womöglich Selbstbewusstsein geben, befreit aufspielen zu können.“ Bisher klappte das gut: Beim 1:1 in Fürth und beim 1:0 gegen 1860 München ließ die Defensive fast nichts zu.

So soll es auch in Hoffenheim sein. „Eine ganz spielstarke Mannschaft. Einige Jungs kenne ich noch aus meiner Zeit als U-19-Trainer. Es wird sehr wichtig, dass wir taktisch diszipliniert auftreten“, sagt Wolf. Der sich freuen kann: Mit René Ochs und Sebastian Gundelach stehen zwei Langzeitverletzte zumindest für Kurzeinsätze wieder zur Verfügung. Dafür fehlen Caner Metin (gesperrt) und Moritz Murawski (Grippe).

Von Frank Ziemke und Florian Hagemann

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