Ein A bis Z zum Geburtstag  

Älteste KSV-Legende Rolf Fritzsche wird 85 Jahre alt

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Im HSV-Trikot: In der Saison 1962/1963 stürmte Rolf Fritzsche zwischen Uwe Seeler und Charly Dörfel für die Hamburger. 

Rolf Fritzsche ist die älteste lebende Legende des KSV Hessen Kassel. Der Fußballer wird heute 85 Jahre alt. Ein A bis Z.

A wie Armee-Sportklub Vorwärts Berlin: DDR-Oberligaklub, zu dem Rolf Fritzsche 1953 delegiert wurde.

B wie Bundestrainer: Später in der Bundesrepublik schaffte es Fritzsche in das vorläufige Aufgebot, das Sepp Herberger für die WM 1962 in Chile nominiert hatte. Zu den 22 Spielern, die die Reise nach Südamerika mitmachen durften, zählte Fritzsche allerdings nicht. Die deutschen Halbstürmer hießen Helmut Haller und Hans Schäfer.

C wie Charlotte: Als Fritzsche 1960 zum Südwest-Oberligisten FK Pirmasens gewechselt war, war er auch Betreiber einer Tankstelle. Eine der jungen Frauen, die zum Tanken kamen, muss dem damals 27-Jährigen besonders gut gefallen haben, denn aus Charlotte Rehn wurde bald Charlotte Fritzsche. Die Fritzsches sind seit 55 Jahren verheiratet.

D wie DDR-Nationalmannschaft: Rolf Fritzsche bestritt 1955 zwei Länderspiele für die DDR. Die Gegner waren Rumänien und Bulgarien.

Früher: Rolf Fritzsche im Trikot seines Heimatklubs Chemie Rositz.

F wie Flucht: 1959 gab es zwar die Mauer noch nicht, aber die Übersiedlung von Ost- nach West-Berlin war auch damals schon mit großen Risiken verbunden. Rolf Fritzsche gelang die Flucht zusammen mit Horst Aßmy, der auch später beim KSV Hessen wieder Fritzsches Mitspieler wurde.

G wie Grau: Gerd Grau war beim KSV Hessen als Linksaußen von 1968 bis 1970 Fritzsches Nebenmann.

H wie Hamburg: 1962 wechselte Fritzsche vom FK Pirmasens zum HSV, mit dem er Norddeutscher Meister wurde. In der Endrunde aber scheiterten die Hamburger am späteren Deutschen Meister Borussia Dortmund.

I wie Innensturm: Der Innensturm der Saison 1963/1964 war der beste, den der KSV je hatte. Neben Rolf Fritzsche spielten die Torjäger Peter Jendrosch und Ernst Kuster.

J wie Jugend: Ist hauptsächlich von Erinnerungen an den 2. Weltkrieg geprägt. Fritzsches Heimatort Rositz in Ostthüringen war häufig das Ziel von Luftangriffen.

K wie Kassel: 1963 wechselte Fritzsche vom HSV zum KSV Hessen, der 1964 Süddeutscher Meister wurde und damit den Einzug in die Bundesliga-Aufstiegsrunde schaffte. Dort scheiterte der KSV an Hannover 96. Rolf Fritzsche aber spielte noch bis 1970 für den damaligen Regionalligisten (zweithöchste Spielklasse). Charlotte und Rolf Fritzsche leben mittlerweile seit 55 Jahren in Kassel.

L wie Leipzig: Als Rolf Fritzsche 18 Jahre alt war, wurde er von seinem Heimatklub Chemie Rositz zu Einheit Ost Leipzig delegiert. Innerhalb der von Rositz 40 Kilometer entfernten Großstadt war die gerade neu gegründete Mannschaft der Deutschen Hochschule für Körperkultur die nächste Station, ehe Fritzsche – gegen seinen Willen – zum Armeesportklub Vorwärts Berlin weiterziehen musste.

M wie Meisterschaft: Der Armee-Sportklub Vorwärts Berlin wurde mit seinem Halbrechten Rolf Fritzsche 1958 DDR-Meister.

Der Junggebliebene: Ein ziemlich aktuelles Foto des 85-jährigen Rolf Fritzsche, der sich vor drei Jahren noch als alpiner Skiläufer betätigte.

O wie Offizier: Bevor Rolf Fritzsche erstmals ein Gewehr in der Hand hatte, war er schon Leutnant der Nationalen Volksarmee. Die Spieler des Armee-Sportklubs wurden automatisch Offizier.

P wie Pirmasens: Für den FK Pirmasens spielte Fritzsche von 1960 bis 1962. In der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft scheiterte der Südwestmeister am 1. FC Nürnberg. Die Franken unterlagen dann jedoch im Endspiel dem 1. FC Köln.

R wie Rositz: Ort in Thüringen, in dem Fritzsche seine Kindheit und Jugend verbracht hat. In dem örtlichen Sportverein Chemie Rositz begann seine grandiose Fußballer-Karriere.

S wie Schnoor: Horst Schnoor war der HSV-Torwart in der Saison 1962/1963, in der die Hamburger mit Rolf Fritzsche Norddeutscher Meister wurden.

T wie Tennis: Mit 42 Jahren hat Fritzsche als Autodidakt angefangen, Tennis zu spielen. 1989 hieß der Stadtmeister der Altersgruppe Ü 55 Rolf Fritzsche. Erst mit 81 Jahren landete das Racket im Abstellraum.

U wie Uwe: Kein Geringerer als der legendäre Uwe Seeler war in der Saison 1962/1963 Fritzsches Nebenmann im HSV-Angriff.

V wie Vollprofi: War Fritzsche offiziell nie. De facto war er jedoch als Spieler des ASK Vorwärts und der DHfK Vollprofi.

W wie Wulf: Peter Wulf war von den HSV-Spielern, mit denen Fritzsche 1963 Norddeutscher Meister wurde, dessen bester Freund. Wulf ist schon 1995 gestorben. Er wurde nur 57 Jahre alt.

Z wie Zermatt: Schweizer Lieblings-Wintersportort des Ehepaars Fritzsche. In Zermatt waren die Fritzsches zuletzt im Jahr 2016. Damals war Rolf Fritzsche bereits 82 Jahre alt.

Auf einem Blick: Alles Infos zum KSV Hessen Kassel haben wir auf dieser Seite gesammelt.

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