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Ängstlich und unsicher: Die Krise beim KSV Hessen spitzt sich nach 0:3 gegen Fulda weiter zu

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Von: Maximilian Bülau

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Noah Jones.
Enttäuscht: Noah Jones nach seiner Auswechslung am Freitag gegen Fulda. © Andreas Fischer

Jens Rose stand noch Minuten nach dem Abpfiff konsterniert, beinahe sprachlos wenige Meter neben dem Rasen des Auestadions.

Kassel – Der Vorstandschef des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel war nach dem neuerlichen Rückschlag, dem 0:3 (0:1) gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, freilich enttäuscht. Er schien aber auch nachzudenken, wie es nun weitergehen kann.

Als der Pfeifton einer Dampflok ertönte, zückte Rose sein Handy. Ein Anruf seines Vorstandskollegen Swen Meier sorgte für das Geräusch. Das kurze Gespräch endete mit Roses Worten: „Ich komme gleich.“ Es gab einiges zu besprechen in der Führungsetage der Löwen.

Wen wundert das auch? Nach acht Spieltagen ist der KSV Hessen Tabellenletzter, sieglos – das 0:3 an diesem Freitag war das zweite enttäuschende Heimspiel in Folge, die Niederlage völlig verdient. Auch wenn die Gegentore zum 0:1 durch Moritz Reinhard (7.) und zum 0:2 durch Marius Grösch (48./Foulelfmeter) zu psychologisch denkbar schlechten Zeitpunkten fielen. Beide Treffer hinterließen ihre Wirkung. Der KSV hatte zwar Pech, dass Serkan Durnas Heber nicht den schnellen Ausgleich brachte, der Ball an die Latte ging (11.). Doch was danach kam, war nur noch ängstlich und unsicher. Spätestens nach dem zweiten, dritten Pass war das Spielgerät wieder beim Gegner. Selten ging der Blick nach vorn, meistens schauten die Löwen nur, wem sie einen sicheren Ball zurückspielen können.

„Da sieht man, was Selbstvertrauen ausmacht“, sagte auch Kapitän Frederic Brill hinterher. „Wir sind nicht die besten Fußballer, wir leben vom Momentum, das war auch in der vergangenen Saison schon so. Aber dieses Momentum haben wir gerade nicht“, fügte er an. Der 30-Jährige wird nun mehr denn je gebraucht. Denn auch das wurde deutlich: An Führungsspielern, die die vielen jungen Akteure in einer solchen Phase aufrichten, mangelt es bei den Löwen. Vor allem, wenn Hendrik Starostzik und Kevin Nennhuber verletzt und gesperrt auf der Tribüne sitzen.

Trainer Tobias Damm sagte während der Pressekonferenz, es sei der absolute Tiefpunkt erreicht. Das einzige, was nun noch helfe, sei, hart zu arbeiten und dann noch härter zu arbeiten. Seine Spieler hätten gegen Fulda naiv verteidigt. So zum Beispiel auch beim 0:3 durch den eingewechselten Dominik Wüst (73.). Dass Damm in dieser Woche vor dem Hessenderby am kommenden Samstag gegen das ebenfalls kriselnde Offenbach im Aue-stadion abgelöst werden könnte, war noch nicht zu hören. Er selbst wird den Job auch nicht zur Verfügung stellen, will mit seiner Mannschaft die Wende schaffen. Sein Kapitän bescheinigte ihm eine gute Arbeit im Training, eine gute Ansprache und gute Analysen. Zwischen Fußballern und Trainer gibt es trotz des ausbleibenden Erfolgs keine Probleme.

Es wird aber spannend, was Rose, Meier und die Kollegen aus dem Vorstand und dem Aufsichtsrat besprochen haben. Eine Reaktion wird es geben. Bevor der Zug abgefahren ist. (Maximilian Bülau)

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