Samstag, 14 Uhr, Baunatal gegen KSV Hessen 

Alfons Noja macht den Derbycheck: „Es gibt nichts Heilenderes als einen Sieg“

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Kassels Torjäger: Sebastian Schmeer. 

Alfons Noja kennt die Hessenliga. Der 30-Jährige kennt Nordhessen. Und er kennt den KSV Baunatal und den KSV Hessen.

Kassel – Als ehemaliger Trainer des FSC Lohfelden hat er selbst das eine oder andere mal seine Mannschaft auf ein Derby eingestellt. Für uns macht er den Check vor der Partie des KSV Baunatal gegen den KSV Hessen heute (14 Uhr, Parkstadion). Was sind Stärken und Schwächen, welche Chancen bietet so ein Duell, und wie sieht seine Prognose aus?

Stärken

KSV Baunatal:Die Baunataler haben eine geschlossene, kompakte Mannschaft mit einer hohen Qualität. Sie müssten eigentlich ganz woanders stehen, als sie es derzeit tun. Aber sie werden aus diesem Loch rauskommen, da bin ich mir sicher. Ich kenne das aus meiner eigenen Zeit als Fußballer und Trainer: Wenn man ein Highlight wie das DFB-Pokalspiel gegen Bochum hat, dann gibt es danach einen Spannungsabfall. Ich glaube, dass sie am Ende locker Platz fünf oder sechs erreichen können.

KSV Hessen:Der KSV hat die Mannschaft mit der höchsten Qualität in der Liga. Gerade in der Offensive. Da haben sie Spieler, die die Erfahrung aus höheren Spielklassen mitbringen. Wenn man sich in dieser Saison zudem die Bank anschaut, sieht man, dass der KSV einen überdurchschnittlich breiten Kader hat. Niklas Hartmann ist für mich der beste Hessenliga-Torwart. Mit Maximilian Zunker ist ein starker Ersatz dazugekommen. Ihm gehört die Zukunft.

Schwächen

KSV Baunatal: Die Mannschaft hat eigentlich keine großen Schwächen. Die Baunataler haben eine funktionierende Viererkette, ein gutes Mittelfeld und vier gute Stürmer – davon hätten andere Teams gern einen. Sie sind in allen Mannschaftsteilen stark besetzt. Derzeit ist der Abschluss die Schwäche. Sie haben einfach zu wenig Tore erzielt und deswegen bislang zu wenig Punkte geholt.

KSV Hessen: In den Vorjahren war die defensive Stabilität ein Markenzeichen. Momentan sind die Löwen anfällig, machen individuelle Fehler, laufen ins offene Messer. Das ist KSV-untypisch. Die Abwehr braucht jetzt mal ein Zu-Null-Spiel, um die Verunsicherung abzulegen. Wenn die Defensive funktioniert, gewinnt der KSV alle Partien.

Baunatals Torjäger: Manuel Pforr. 

Chancen

Für beide Teams ist der Ausgang dieses Derbys entscheidend. Ich habe es selbst in der vergangenen Saison mit Lohfelden erlebt. Wir hatten eine Phase, in der nicht viel bei uns zusammenlief. Wir hatten sechs Spiele in Folge nicht gewonnen. Dann ging es nach Baunatal – da hat sicher kaum einer auf uns gesetzt. Wir haben 3:0 gewonnen, und dieser Erfolg hat uns Auftrieb für die kommenden Wochen gegeben.

Es gibt nichts Heilenderes als einen Sieg. Als einen Derbysieg. Ein Unentschieden hilft heute keinem. Aber ein Erfolg kann jede der beiden Mannschaften aus der Phase befreien, in der sie sich gerade befinden. Das ist die Chance dieses Duells. Ein Sieg kann Selbstvertrauen und Sicherheit geben und die Spieler in den kommenden Wochen tragen. Eine Niederlage tut dagegen richtig weh. Die Stimmung wird nicht besser. Die Niederlage kommt dann noch obendrauf.

Tipp

Das ist ganz schwierig zu sagen. Baunatal – das ist bekannt – kann diese Highlight-Spiele an sich ja gut. So wie es aktuell läuft, würde ich sagen: Der KSV Hessen liegt schnell 0:2 hinten, macht dann kurz vor der Pause den Anschlusstreffer und gleicht in der zweiten Hälfte aus. Mit etwas Glück springt am Ende noch ein 3:2-Sieg heraus. Auf jeden Fall wäre es für den neutralen Zuschauer so ein spannendes Spiel. Und ich werde heute auch im Parkstadion dabei sein.

Unser Experte: Alfons Noja (30) trainierte bis zum Rückzug im Sommer mit dem FSC Lohfelden einen weiteren Fußball-Hessenligisten aus der Region. Der Automobilkaufmann ist derzeit für keinen Verein zuständig –auch, weil er erst vier Tage vor dem Trainingsbeginn davon erfuhr, dass Lohfelden nicht in der fünften Liga starten wird. Noja sagt: „Es muss passen. Aber irgendwann wird man mich bestimmt wieder an der Linie sehen.“ Der 30-Jährige ist in festen Händen und lebt in Kassel.

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