Unterschiedliche Reaktionen auf Regionalliga-Entscheidung

KSV ist heiß auf das Duell gegen Offenbach

Da geht’s lang: KSV-Kapitän Frederic Brill (links) wird heute im Hessenderby gegen Offenbach seinem Trainer Tobias Damm wieder zur Verfügung stehen.
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Da geht’s lang: KSV-Kapitän Frederic Brill (links) wird heute im Hessenderby gegen Offenbach seinem Trainer Tobias Damm wieder zur Verfügung stehen.

Nach der Entscheidung, dass nur zwei Teams aus der Regionalliga Südwest absteigen, hat der KSV nun viel Planungssicherheit. Am 1. Mai ab 14 Uhr steht aber erst mal das Duell gegen Offenbach an.

Kassel – „Es ist ein Spiel, auf das wir uns riesig freuen. Nach der Entscheidung der Regionalliga ist der Druck für uns natürlich ein bisschen raus, aber für Offenbach als Tabellenzweiten geht es um einiges“, sagt KSV-Trainer Tobias Damm. Es sind turbulente Tage, die die Löwen derzeit erleben. Erst die Aufholjagd in Großaspach, dann das Pokal-Aus gegen Steinbach und nun die Nachricht, dass die Gesellschafterversammlung und Spielkommission der Regionalliga Südwest keine Aufsteiger aus den Oberligen zulässt. Dort formiert sich bereits erster Widerstand.

Reaktionen des KSV

KSV-Trainer Tobias Damm: „Ich kann den Ärger und die Wut der Oberligisten verstehen. Aber alles andere wäre ein Unding, wenn Mannschaften aufsteigen, die gerade mal 25 Prozent der Spiele absolviert haben. Als Regionalligist hast du am Ende 42 Spiele gemacht, musstest dich ständig um Corona-Maßnahmen kümmern und tauschst dann den Platz mit einer Oberliga-Mannschaft, die vielleicht nur elfmal angetreten ist? Das kann nicht sein.“ KSV-Kapitän Frederic Brill: „Diese Entscheidung freut mich sehr. Allerdings standen wir in dieser Saison noch kein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz, und das soll auch bis zum Ende so bleiben. Wir wollen auch weiterhin sechs Mannschaften hinter uns lassen, sodass wir auch ohne diesen Beschluss in der Liga bleiben würden. Leider werden nach dem Aufstieg am Grünen Tisch im letzten Jahr auch diesmal wieder die Emotionen fehlen, um den Klassenerhalt richtig feiern zu können.“ Jörg Müller (sportlicher Leiter): „Das ist eine gerechte Entscheidung, die uns vom Zeitpunkt her überraschend traf. Wir haben da am Donnerstagabend noch nicht mit gerechnet. Trotzdem können wir nun mit einiger Planungssicherheit in die kommenden Gespräche mit Spielern gehen. Der eine oder andere Oberligist wird gegen die Regelung zwar rechtlich vorgehen, die Regionalliga hat sich aber mit Sicherheit juristisch abgesichert.“

Andere Reaktionen

Einige der betroffenen Oberligisten, die zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs auf Platz eins standen, haben sich bereits zu Wort gemeldet. So gab Eintracht Trier noch am Donnerstababend eine Meldung heraus, dass man die Entscheidung juristisch prüfen lassen wolle. Jochen Schneider, 1. Vorsitzender von Wormatia Worms, wird auf der Internsetseite des Vereins wie folgt zitiert: „Wir haben die Entscheidung mit Überraschung zur Kenntnis genommen, denn in den vergangenen Wochen wurde uns von offizieller Seite ein gegenteiliger Eindruck vermittelt.“ Auch hier wolle man rechtliche Schritte prüfen. Ein „lächerliches Urteil“ nannte Volker Bagus, Vorstandsmitglied der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, die Regelung. Man werde alle Mittel ausschöpfen, dagegen vorzugehen. Da Alzenau und Stadtallendorf derzeit die letzten beiden Plätze der Regionalliga Südwest belegen, würde im Falle des Abstiegs die künftige Hessenliga von 20 auf 22 Teams anwachsen.

Das Hessenderby

Es sind aus personeller Sicht wieder etwas bessere Nachrichten, die Damm vor der Partie gegen die Kickers verkündete. Sowohl Brill, der seit Mittwoch wieder trainiert hat, als auch Mahir Saglik kehren zurück ins Team, daneben ist auch Ingmar Merle wieder voll einsatzbereit. Fehlen wird weiterhin Alban Meha, der Einsatz von Jon Mogge ist fraglich. „Es ist natürlich schade, dass wir dieses Spiel erneut ohne unsere Fans bestreiten müssen. Dass Offenbach gegen Alzenau im Hessenpokal rausgeflogen ist, zeigt wiederholt, dass du nur gewinnen kannst, wenn du alle Prozente abrufst“, sagt Damm.

Für Brill gibt es nicht nur nach dem Hinspiel, in dem die Löwen mit 1:5 untergingen, etwas gutzumachen: „Wir wollen mit einem Sieg auch dazu beitragen, dass die Offenbacher in der Liga bleiben und nicht aufsteigen. Nachdem wir den Klassenerhalt so gut wie sicher haben, könnten wir uns in der nächsten Saison auf zwei weitere Derbys freuen.“ Und Müller fügt an: „Das ist heute wie vor 40 Jahren: Die Jungs sind heiß auf dieses Duell.“

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