Auswahl verliert gegen türkisches Team

Allstar-Spiel beim Sunexpress-Cup: Neururer in Not

Kassel. Peter Neururer hatte schon vor diesem Spiel eine Ahnung, was ihm so blühen könnte: „Wenn das in die Hose geht, ist der Trainer schuld“, sagte er.

Die Probleme für ihn: Der Trainer hieß Peter Neururer -– und sein Team der Allstars aus Deutschland verlor diese vorgezogene Einlagepartie des Sunexpress-Cups gegen eine türkische Auswahl mit 3:5. Da blieb Peter Neururer nichts anderes übrig, als nach dem Schlusspfiff zurückzutreten, um seiner Entlassung zuvorzukommen. Nun ja, wenn dieses Spielchen beim Hallenfußball in der Kasseler Eissporthalle eines gezeigt hat, dann das: Peter Neururer ist auch mit 57 immer noch Peter Neururer.

Er ist für jeden Spaß zu haben, wird seinem Ruf als Kultcoach jederzeit gerecht – und ist natürlich ungemein schlagfertig. Schließlich betonte er, dass ihm der Rücktritt an diesem Tag nicht schwerfalle, weil dieses Team wohl so nie mehr zusammenspielen werde. Neururer – ein echter Trainerfuchs. Er bemerkte zudem, dass sich mal wieder eine alte Weisheit bewahrheitet habe: Ein Trainer solle nie eine Mannschaft trainieren, die er nicht kennt.

In diesem Fall übernahm er ein Team, das aus ehemaligen Nationalspielern wie Uwe Bein, Uli Borowka und Olaf Marschall sowie Thorsten Bauer und Marc Arnold, den ehemaligen Publikumslieblingen des KSV Hessen Kassel, bestand. Dazu gesellte sich Falk Ozellis, der einst mit den Kassel Huskies Deutscher Vizemeister wurde – im Eishockey.

Liest sich gut, allerdings musste auch Peter Neururer beim Anblick einiger seiner Allstars feststellen: „Da hat der eine oder andere wohl so zwei Kilogramm zu viel in seinem Vorbau. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich meine Schuhe selber geschnürt – und zwar die Fußballschuhe.“

So präsentierten sich die türkischen Allstars doch eine Portion fitter – es sei denn, Thorsten Bauer und Marc Arnold standen für die Neururer-Truppe auf dem Feld. Das Duo harmonierte wie in besten KSV-Tagen und sorgte dafür, dass aus einem 0:3 zwischenzeitlich ein 3:3 wurde. Erst traf Arnold, dann Bauer zweimal – zuletzt auf Vorlage Arnolds. „Es hat immer noch ganz ordentlich geklappt“, sagte der Manager des Zweitligisten Eintracht Braunschweig später.

Sunexpress-Cup in der Eissporthalle

„Wir haben halt beide noch ein gutes Spielverständnis.“ Zum Sieg reichte das für Peter Neururers Team trotzdem nicht. Zwei späte Gegentore besiegelten die Niederlage. Und Neururer muss sich über Alternativen Gedanken machen, sollte es mit einer Rückkehr zum Allstarteam nicht funktionieren. Sollte es in dieser Saison nicht mehr klappen mit einem Engagement im Profifußball, wird er voll und ganz Fernsehkommentator – es sei denn, der VfL Bochum, Schalke 04 oder der 1. FC Köln ruft ihn anschließend noch. Dann stünde er bereit. Und das ist kein Scherz. (hag)

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