Die Vor- und Nachteile

Analyse zum neuen System des KSV Hessen: Löwen wollen flexibler sein

Auf in eine bessere Zukunft? Marco Dawid vom KSV Hessen Kassel jubelt hier nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Saarbrücken im November 2017. Das neue System der Löwen kommt dem schnellen Außenspieler zugute. Archivfoto: Hedler

Kassel. In den Testspielen vor dem Rückrundenstart gab es schon mal einen Vorgeschmack auf die neuen Löwen. Trainer Tobias Cramer hat die Winterpause genutzt, um ein neues System mit dem Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel einzuspielen - weg vom 4-1-4-1, hin zum 3-5-2.

Natürlich ist das nicht in Stein gemeißelt, aber der Coach hat seine Gründe. Wir erklären Vor- und Nachteile der Systeme.

Das alte 4-1-4-1

• Vorteile: Der größte Vorteil lag auf der Hand: Der KSV war sicher in diesem System. In der vergangenen Saison hatte die Mannschaft im 4-1-4-1 ein gutes Jahr hingelegt, trotz eines gekürzten Etats und dem Fokus auf junge und regionale Spieler lange oben in der Tabelle gestanden. Trainer Cramer betonte gerade zu Beginn der aktuellen Saison immer wieder, dass er dieses System wähle, weil das Team so weiß, was es machen muss.

Das 4-1-4-1 war eher defensiv ausgerichtet. Die Löwen agierten bestenfalls aus einer stabilen Defensive - Viererkette, ein zentraler Spieler davor und eine kompakte Viererreihe im Mittelfeld. Die Partien waren zumeist nicht spektakulär, wurden durch ein Tor entschieden.

• Nachteile: Die Löwen haben ihre Spiele in der Hinrunde, bis auf die Niederlage beim FSV Frankfurt, nicht hoch verloren - allerdings gingen die knappen Partien zumeist an den Gegner. Durch den Abgang von Henrik Giese ging die Stabilität in der Abwehr verloren. Mit Sebastian Szimayer kam ein guter zweiter Stürmer nach Kassel. Im 4-1-4-1 konnte aber eben nur ein Angreifer spielen: entweder Szimayer oder Sebastian Schmeer. Zudem kam das Tempo auf den Außen so nicht richtig zur Geltung.

Das neue 3-5-2

• Vorteile: Cramer hat zwei Argumente für das neue 3-5-2-System, das in der Vorbereitung viel genutzt wurde und von dem er sagt: „Es ist gut vorstellbar, dass wir es in der Rückrunde nutzen.“ Erstens: Es passt besser zum vorhandenen Spielermaterial - das wichtigste Argument, da sich ein System immer an den Kader anpassen sollte und nicht umgekehrt. Zweitens: Die Löwen müssen jetzt Farbe bekennen. Zeit zum Taktieren ist bei der derzeitigen Tabellensituation nicht mehr. Das weiß auch der Trainer.

Im 3-5-2 hat Cramer die Möglichkeit, Szimayer und Schmeer gemeinsam aufzubieten. Wahrscheinlich werden Sascha Korb und Tim Brandner die Außen besetzen, die in der Defensive in eine Fünferkette rücken, bei Angriffen mit nach vorn gehen. Beide haben das Tempo dazu. In der Dreierkette wird mit Neuzugang Cédric Mimbala wieder mehr Größe vorhanden sein. Gerade durch Standardsituationen gingen viele Spiele verloren. Sergej Evljuskin könnte wieder auf seine angestammte Position im Mittelfeld zurückkehren. Das System verlangt von allen Spielern viel Einsatz und Laufarbeit. Aber das ist etwas, das den KSV ohnehin immer auszeichnet.

• Nachteile: Schwierig abzusehen. Ein erster Eindruck wird am Samstag bei Schott Mainz (14 Uhr) entstehen.

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