Löwen sind über weite Strecken überlegen, nutzen aber etliche Chancen nicht

3:4 – Aufholjagd des KSV Hessen Kassel bleibt erfolglos

Kassel. Wieder Tore satt, wieder in Rückstand, aber diesmal ohne erfolgreiche Aufholjagd: Trotz einer über weite Strecken überlegen geführten Partie musste sich der KSV Hessen Kassel mit 3:4 (1:2) gegen die Reserve des FSV Mainz 05 geschlagen geben.

Artikel wurde aktualisiert um 17.55 Uhr -  Damit gelang es den Löwen auch im sechsten Spiel in Folge nicht, einen Dreier einzufahren.

Der KSV begann gegen ein Mainzer Team, das drei Spieler aus dem Bundesliga-Kader in ihren Reihen hatte, ähnlich forsch wie in Stuttgart. Die Löwen gingen aggressiv drauf, ließen den Gästen kaum Platz zur Entfaltung und hatten das Spiel bestens im Griff. Bereits in der fünften Minute gab es den ersten Jubel im Auestadion, doch Sebastian Szimayers Treffer nach einem Freistoß von Adrian Bravo Sanchez wurde wegen Abseitsstellung nicht anerkannt.

Und die Gastgeber blieben dran. Brian Schwechel (7.) und abermals Szimayer (18.) versuchten es noch ohne Erfolg, ehe Sascha Korb dann die Fans jubeln ließ. Nachdem Bravo Sanchez im Strafraum umgerissen wurde, den Ball aber im Fallen weitergespielt hatte, brauchte Korb nur noch einzuschieben (20.). Die Führung war hochverdient. Eine Ecke von Bravo Sanchez (26.) ans Aluminium und ein weiterer Versuch von Szimayer (27.) drückten die Überlegenheit der Löwen aus. Dazu gab es tolle Kombinationen und schnelles Kurzpassspiel zu sehen.

Wie im schlechten Film

Doch der KSV verpasste es, das 2:0 nachzulegen. Und wie in einem schlechten Film kam es dann, wie es kommen musste. Aus dem Nichts und völlig unverdient erzielte Mainz den Ausgleich, nachdem Karl-Heinz Lappe eine Flanke von Kerem Bülbül per Kopfball verwandelt hatte (39.). Die Löwen waren geschockt, schauten ungläubig. Und in diese Verunsicherung hinein – keine 60 Sekunden später – vollendete Lappe einen Konter zum 2:1. Eine nahezu komplette erste Halbzeit war damit auf den Kopf gestellt.

Nach der Pause ging es dann Schlag auf Schlag. Der dritte Streich von Lappe ist wieder ein Kopfball ins lange Eck – 1:3 (51.). Drei Chancen, drei Tore. Jetzt drohte es, richtig bitter zu werden. Aber die Löwen besannen sich. Als Bote Nzuzi Baku im Strafraum die Hand zu Hilfe nahm, verwandelte Lukas Albrecht den fälligen Strafstoß zum Anschlusstreffer (55.). Erinnerungen an Stuttgart kamen hoch. Gelingt die Aufholjagd erneut?

In der 68. Minute hatten die Löwen-Fans den Torschrei bereits auf den Lippen, doch Szimayer traf nur den rechten Pfosten. Und nur eine Minute später zerrte er erneut an den Nerven der Anhänger, als sein Schuss das Ziel nur knapp verfehlte. Der Ausgleich wäre längst verdient gewesen, die Löwen waren nun wieder deutlich überlegen. Chancen blieben bis in die Schlussphase aber Mangelware. Der KSV kam dann nach Marin Sverkos 4:2 (86.) noch einmal durch Szimayer zurück (90.), doch mehr als Ergebniskosmetik war das nicht. Und so blieb am Ende die Erkenntnis, dass eine Aufholjagd nicht immer erfolgreich gelingen kann.

Statistik: So hat der KSV Hessen Kassel gespielt

KSV: Hartmann - Schmik, Albrecht, Evljuskin, Brandner (57. Rakk) - Brill - Dawid (77. Sattorov), Schwechel (57. Schmeer), Bravo Sanchez, Korb - Szimayer

Mainz: Müller - Grau, Korczowski, Sverko - Costly, Löchelt (71. Petermann), Baku, Holtmann (83. Neubauer) - Berggreen (77. Tyrala), Bübül, Lappe

SR: Osmanagic (Stuttgart) - Z: 1700

Tore: 1:0 Korb (20.), 1:1, 1:2 Lappe (39., 40.), 1:3 Lappe (51.), 2:3 Albrecht (55., Handelfmeter), 2:4 Sverko (86.), 3:4 Szimayer (90.)

Gelbe Karten: Brandner/Korczowski, Löchelt, Baku

Rubriklistenbild: © Hedler/HNA

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