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Aufstehen oder liegen bleiben? Der KSV Hessen befindet sich vor der Partie in Homburg am Dienstag in einer prekären Phase

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Von: Maximilian Bülau

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Jascha Döringer.
Beim Heimspiel gegen Freiberg: Jascha Döringer grätscht den Ball kurz vor der Auslinie zurück ins Feld. © Dieter Schachtschneider

Sein Jubiläum hatte sich Tobias Damm sicher anders vorgestellt. Am vergangenen Samstag hatte sein KSV Hessen Kassel in der Fußball-Regionalliga Südwest die TSG Balingen zu Gast. Für den 38-Jährigen war es das 100. Pflichtspiel als Trainer der Löwen.

Kassel – Das ging 1:2 verloren. Und damit war auch klar: Es ist die erfolgloseste Zeit des KSV, seit Damm und sein Assistent Sebastian Busch im Oktober 2020 übernommen haben.

„Hoffnung habe ich immer. Ich bin von der Mannschaft überzeugt. Sonst wäre ich nicht mehr hier“, sagt Damm. Aber er schränkt auch ein: „So etwas wie die aktuelle Situation hatten wir schon länger nicht mehr, eigentlich nicht mehr, seit wir hier als Trainerteam sind.“ Das ist nicht nur gefühlt richtig, sondern auch faktisch. Vor dem heutigen Auswärtsspiel beim FC Homburg (19 Uhr) ist der KSV sechs Mal in Folge sieglos geblieben. In Damms Startzeit als Löwen-Coach war er noch 14 Mal in Serie ungeschlagen gewesen, hatte elf dieser 14 Partien gewonnen, neun davon freilich in der Hessenliga.

Seitdem gab es zweimal fünf Ligaspiele hintereinander, die nicht gewonnen wurden, jeweils waren da aber auch vier Remis dabei. Nun sind es bereits sechs Auftritte ohne Erfolg – bei vier Niederlagen. Es wird unruhig. Am Samstag verließen sogar die so treuen Anhänger die Kurve, ohne mit den Spielern zu sprechen. „Ich kann das verstehen. Sie waren sicher genauso enttäuscht wie wir. Damit muss man als Spieler und Trainer dann leben“, sagt Damm.

Aber auch in den Sozialen Medien wird der Ton rauer, die Stimmung schlechter, was den Verein angeht. Dabei geht es zum einen immer wieder darum, dass die Transferphase kritisiert wird, in der nur Oliver Issa Schmitt und Noah Jones verpflichtet wurden. Schmitt fällt nun lange aus, Jones kam erst nach Saisonstart. Wird da noch einmal etwas passieren? „Wir haben wirtschaftliche Beschränkungen. Ich kann nicht einfach noch einen holen“, sagt Damm. Schmitt und auch Tim Dierßen bekommen nach sechs Wochen Verletzung zwar Krankengeld und belasten das Budget des Vereins in dieser Zeit nicht. Aber: Irgendwann kommen sie ja auch zurück. Der Spielraum sei klein, sagt Damm.

Der Trainer selbst wird nun ebenfalls bereits infrage gestellt. Etwas, das ihn beschäftigt? „Ich bekomme nichts davon mit. Ich habe keine Sozialen Medien. Jürgen Klopp hat mir einmal empfohlen, sich nicht mit Foren zu beschäftigen. Daran habe ich mich bis heute gehalten“, sagt der 38-Jährige. Aus dem Verein verspüre er zudem keinen Druck, sondern Vertrauen. Das könnte sich ändern. Wenn die Löwen gegen Homburg nicht aufstehen, sondern liegen bleiben. (Maximilian Bülau)

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