Spielberichte vergangener Jahrzehnte

Aufstiegs-Geschichte: Dramen und ein finaler Triumph

Aufstiegsrunde 1964: Peter Jendrosch (Mitte) trifft gegen Pirmasenz. Hannover aber ist stärker als die Löwen.

Kassel. Der KSV Hessen Kassel und die Aufstiege – das ist eine lange Geschichte, die nicht immer glücklich ausging. Wir blicken zurück auf Beispiele aus älterer und jüngerer Vergangenheit.

6.6.1964. HANNOVERS BITTERER DOPPELSCHLAG

Sie hatten die Regionalliga Süd als Meister abgeschlossen. Vor dem FC Bayern München.

PDF-Download

Der Spielbericht von 1964

Nun ging es für Loweg, Peter Jendrosch, Rolf Fritzsche und Co. gegen Hannover 96, Alemannia Aachen und den FK Pirmasens um den Erstliga-Aufstieg. Doch schon das erste Spiel der Runde brachte gegen die 96er den richtungsweisenden Dämpfer. 30 000 Zuschauer im Auestadion bejubelten zwar noch die Führung durch Hans Michel in der 25. Minute. Ein Doppelschlag von Werner Gräber (77. und 78.) aber brachte Hannover den Sieg und später auch den souveränen Aufstieg. Die Löwen landeten vor den eigentlich favorisierten Aachenern am Ende auf Platz zwei.

9.6.1985. DRAMA AM LETZTEN SPIELTAG

Die Zweitliga-Saison 1984/85 wird für den KSV zur Mutter aller verpassten Aufstiege. Am letzten Spieltag fuhren die Löwen unter Trainer Jörg Berger als Spitzenreiter nach Nürnberg – und kamen als Tabellenvierter zurück.

PDF-Download

Die Spielbericht der letzten beiden Spieltage 1985

„Gut gespielt, tapfer gekämpft und dennoch, nach dem letzten Spieltag steht der lange Zeit führende KSV Hessen Kassel mit leeren Händen da.“ So begann damals der Bericht von HNA-Redakteur Rolf Wiesemann aus Nürnberg. Tore von Dieter Eckstein (60.) und Thomas Brunner (90.) zerstören den Traum von der Erstklassigkeit, denn zeitgleich gewinnt auch die Konkurrenz aus Hannover und Saarbrücke.

Gegen die 96er hatte der KSV zuvor eigentlich den Aufstieg fast schon geschafft. Am vorletzten Spieltag führte er im Auestadion bereits 2:0 (Tore: Helmut Hampl), kassierte aber noch den Ausgleich.

12.6.1991. LÖWEN ZU STARK FÜR LÖWEN

In der Saison 1990/91 schnuppert der KSV zum vorerst letzten Mal am Profifußball.

PDF-Download

Der Spielbericht von 1991

Als Meister der Oberliga Hessen zieht der KSV in die Aufstiegsrunde ein.

Hier aber erweisen sich Löwen als zu stark für die Löwen. In einer Gruppe mit Pforzheim und Borussia Neunkirchen liegt der TSV 1860 München (9:3 Punkte) am Ende knapp vor dem KSV (7:5). Das entscheidende Spiel verlieren die Kasseler am 12. Juni im Auestadion 0:2. Hamberger (82.) und Gröber (89.) treffen vor 20 000 Zuschauern im Endspurt für die Gäste.

25.5.2006. BAUER TRIFFT IN BORNHEIM

2006, Triumph in Frankfurt: Torschütze Thorsten Bauer (links) und Torhüter Oliver Adler feiern den Aufstieg in die Regionalliga.

Der letzte große Aufstiegserfolg der Löwen. Nach einer furiosen Aufholjagd unter Trainer Matthias Hamann hat der KSV den lange souverän führenden FSV Frankfurt am letzten Spieltag fast erreicht. Er liegt drei Zähler zurück, hat das bessere Torverhältnis, Und nun steht am letzten Spieltag die Partie beim FSV an. 4000 Kasseler Fans haben ihr Team an den Bornheimer Hang begleitet. Und brechen in der 48.Minute in einen Jubelorkan aus. Thorsten Bauer dringt von der linken Seite in den Strafraum ein, umspielt einen Verteidiger, schießt – und trifft.

Der KSV bringt den Vorsprung über die Zeit und steigt in die Regionalliga auf. „Jubelarien, Freudentänze, Fangesänge und Weißbiergüsse zeugten vom Begeisterungstaumel im freudetrunkenen Löwen-Tross“, schreibt Rolf Wiesemann in der HNA.

Von Frank Ziemke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.