Quotientenregel könnte zum Zug kommen

Aufstiegsfrage: Verband stützt KSV Hessen 

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Hat für seinen Vorschlag Unterstützung erhalten: KSV-Vorstand Jens Rose. 

Fußball-Hessenligist KSV Hessen Kassel hat in der Aufstiegsfrage Unterstützung vom Hessischen Fußball-Verband HFV erhalten.

Wie unsere Zeitung am Montag berichtete, herrschte bei den Löwen wie bei anderen betroffenen Klubs Irritation über die Vorschläge zur Fortführung beziehungsweise zum Abbruch der Saison. Keiner dieser Vorschläge sieht einen Aufstieg von Mannschaften vor, die auf einem Relegationsrang stehen. Der KSV Hessen ist derzeit Tabellenzweiter und würde damit an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest teilnehmen.

Am Montag erklärte Matthias Gast, Pressesprecher des HFV, gegenüber unserer Zeitung: „Der Verband setzt sich dafür ein, dass es über die Relegation einen vierten Aufsteiger geben wird.“ Gast verweist darauf, dass dieser Aufsteiger im Falle des Saisonabbruchs über die Quotientenregelung bestimmt werden könnte. Ein Szenario, das auch Sascha Döther als „eine mögliche Vorgehensweise“ bezeichnet. Der Geschäftsführer der Regionalliga Südwest hält sich aber bedeckt: „Es gibt viele Gedankenspiele, aber noch keine Entscheidung.“

Für den KSV jedenfalls würde die Quotientenregel für die Relegation den Aufstieg bedeuten. Bei dieser Regel wird die Anzahl der Punkte durch die der ausgetragenen Spiele geteilt. Auf diese Weise soll eine gerechtere Tabelle erstellt werden für den Fall, dass nicht alle Mannschaften einer Liga dieselbe Anzahl Spiele ausgetragen haben. Die Nordhessen haben aus 22 Partien 47 Punkte geholt. Das ergibt einen Quotienten von 2,136. Damit liegen die Löwen besser als die beiden Teams, die nach derzeitigem Stand an einer Relegation teilnehmen würden. Aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar wäre der viertplatzierte TuS Koblenz in der Relegation. Denn für Kaiserslautern II auf Platz zwei und  Elversberg II auf Rang drei entfällt das Aufstiegsrecht, da ihre jeweils ersten Mannschaften in der Dritten bzw. Regionalliga vertreten sind. Das besagt die Spielordnung der Regionalliga Südwest. Koblenz hat aus 21 Spielen 39 Punkte geholt, käme also auf einen Quotienten  von 1,857. In der Oberliga Baden-Württemberg stünde der 1. Göppinger SV bei 1,80 (21 Spiele, 38 Punkte). Prominentes Opfer dieser Regelung wären hier übrigens die Stuttgarter Kickers, die drei Zähler hinter Göppingen liegen, aber eine Partie weniger ausgetragen haben und nur auf den Quotienten 1,75 kommen.

KSV-Vorstand Jens Rose, der für den Fall der Nicht-Berücksichtigung der Relegationsplätze bereits erwogen hatte, Rechtsmittel einzulegen, zeigte sich erfreut über die Reaktion des HFV: „Ich bin positiv überrascht. Das hört sich jetzt anders an als das, was uns bisher bekannt war. Unser Vorstoß hat Wellen geschlagen, ich hatte heute viele Gespräche zu dem Thema.“ Der 16. Mai wird nun für die Löwen ein wichtiger Termin. Am Wochenende will nicht nur der hessische Verband über die Amateur-Saison entscheiden, dann ist Meldeschluss für die Regionalliga Südwest. Die Kasseler haben das längst erledigt. Rose ist nun gespannt, „ob alle melden, die auch dürften“. Er sagt: „Danach wissen wir hoffentlich, wo wir stehen.“

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