Blick auf die Fußball-Regionalliga

Auswärtsmacht und Absturz-Meister: Das sind die Auffälligkeiten der Hinrunde

Gesperrter Torjäger: Kassels Shqipon Bektashi.

Die Hinrunde der Regionalliga Südwest ist gespielt. Der KSV Hessen Kassel hat sie als Tabellenfünfter und mit nur zwei Niederlagen abgeschlossen. Ein Blick auf die Auffälligkeiten.

AUSWÄRTSMACHT TRIER

Die Eintracht ist nicht nur der Überraschungs-Spitzenreiter nach der Hinserie, sie hat auf den Plätzen des Gegner auch Unglaubliches geleistet. Neunmal ging sie auf den Platz, neunmal fuhr sie mit drei Punkten wieder heim. 27 Zähler, 20:4 Tore – so lautet die stolze Bilanz. Dabei ist auch der 2:0-Erfolg in Kassel. Der KSV steht den Trierern aber nicht groß nach. Auch er ist in der Fremde ungeschlagen, mit 18 Punkten (5 Siege, 3 Unentschieden) in acht Spielen Dritten der Auswärtstabelle. Vor den Löwen liegt noch Waldhof Mannheim mit 20 Zählern – bei allerdings neun Spielen.

SCHWÄCHELNDE HEIMTEAMS

Man sieht das ja am Beispiel KSV Hessen sehr gut. Viele Mannschaften stehen gut in ihrer defensiven Ordnung, beherrschen das Umschaltspiel, fühlen sich wohl im Kontern – aber haben Probleme, selbst das Spiel zu machen. Das spiegelt sich in der Heimtabelle. Lediglich Elversberg weist mit 25 Punkten in neun Spielen eine fast perfekte Bilanz auf. Neben den Saarländern ist nur die „U 23“ des 1. FC Kaiserslautern ohne Heimniederlage. Sogar Spitzenreiter Trier bringt es zu Hause nur auf 12 Punkte in acht Partien.

SCHWACHE AUFSTEIGER

Die vier Aufsteiger belegen allesamt Plätze, die am Ende der Saison wieder den Abstieg bedeuten oder zumindest bedeuten könnten. Keine Frage: Die Neulinge SV Spielberg, TSV Steinbach, Bahlinger SC und Saar 05 Saarbrücken haben Schwierigkeiten, in der Regionalliga mitzuhalten – zeitweise sah es so aus, dass sich eine Zweiklassen-Gesellschaft bilden würde.

Beim TSV Steinbach entlassen: Peter Cestonaro. Foto: Hedler

Immerhin sind die Aufsteiger mittlerweile in der Lage, die Großen zu ärgern. So gelang dem abgeschlagenen Saar 05 am vergangenen Spieltag mit dem 1:0 über den bisherigen Tabellenführer Waldhof Mannheim die größte Überraschung der Saison.

Immerhin: Nur einer der vier Aufsteiger hielt es für nötig, in der Phase des sportlichen Misserfolgs den Trainer zu wechseln: Beim TSV Steinbach ersetzte Ex-Nationalspieler Thomas Brdaric Peter Cestonaro, der einst beim KSV Hessen spielte.

ABGESTÜRZTER MEISTER

Nachdenklich: Offenbachs Trainer Rico Schmitt. Foto: dpa

In Kassel kennen sie das ja. Im Jahr nach der verlorenen Relegation gegen Kiel stürzte der souveräne Meister ab. Den Kickers aus Offenbach, nächster Gegner der Löwen, geht es etwas besser – aber alles andere als gut. Auf Platz 6, elf Punkte hinter den beiden Plätzen, die die Aufstiegsspiele bedeuten, liegen die Südhessen aber weit hinter ihren eigenen Zielen. Der Meister des Vorjahres wollte wieder oben angreifen. In den letzten sieben Spielen gab es nur einen Sieg. Auch der Tabellenzweite des Vorjahres, der 1. FC Saarbrücken, hinkt als Vierter seinen Ansprüchen etwas hinterher.

GESPERRTER TORJÄGER

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Torjägerliste der Regionalliga Südwest führt mit dem Kasseler Shqipon Bektashi immer noch einer an, der seit dem zwölften Spieltag gesperrt ist. Bektashi hat wie Mannheims Jannik Sommer und Elversbergs Mijo Tunjic elfmal getroffen und ist so etwas wie die auffälligste Figur der Hinrunde: erst gefeierter Torschütze, dann hart kritisierter Sünder, der es gar in die „Bild“ schaffte. Er griff seinem Gegenspieler dahin, wo es besonders wehtut.

EX-KASSELER VERFOLGER

In den anderen Regionalligen sind ehemalige Kasseler vorn mit dabei: In Bayern rangiert Wacker Burghausen mit Trainer Uwe Wolf hinter Jahn Regensburg auf Platz zwei. Im Westen ist die Reserve von Borussia Mönchengladbach mit Verteidiger Tim Knipping erster Verfolger der Sportfreunde aus Lotte. Und im Nordosten ist mit Carl-Zeiss Jena jenes Team hinter Wacker Nordhausen Zweiter, das auf den Rückhalt von Raphael Koczor bauen kann.

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