Der KSV hat Frankfurt besiegt und gegen Hamburg, Bremen sowie München prima mitgehalten

Als die Bayern Glück hatten: Spektakuläre Pokalspiele im Auestadion

Tor für den KSV Hessen: Herbert Maciossek (nicht im Bild) hat geköpft, und die Bayern Herwart Koppenhöfer, Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Franz Roth (von links) sehen das Unheil kommen.

Das mit großer Spannung erwartete DFB-Pokalspiel zwischen dem KSV Hessen und Hannover 96 (Sonntag, 18.30 Uhr) weckt Erinnerungen an grandiose Pokalspiele des KSV Hessen.

Die Gegner: HSV, Eintracht Frankfurt, Bayern München und Werder Bremen. Ein Überblick:

16. JANUAR 1965: KSV - HAMBURGER SV 0:2 

Die offizielle Zuschauerzahl ist 30 000, aber im Innenraum des Auestadions befinden sich mindestens noch weitere 5000 Fans, die den Regionalligisten KSV (damals 2. Liga) und den Bundesligisten HSV, aber vor allem den Hamburger Uwe Seeler, sehen wollen. Der wird frenetisch gefeiert, und selbst die KSV-Fans applaudieren, als Seeler in der 12. Minute den HSV mit 1:0 in Führung schießt. Charly Dörfel (57.) erhöht auf 2:0, und der HSV wehrt die Schlussoffensive des KSV ab.

KSV: Loweg - Vollmer, Liebich - Michel, Dittel, Paproth - Burjan, Fritzsche, Kuster, Bente, Becker

HSV: Schnoor - Dieckmann, Kurbjuhn - Piechowiak, Giesemann, Kurth - Dehn, Woldmann, Seeler, Peltonen, Dörfel

Schiedsrichter: Hilker (Bochum) - Zuschauer: 35 000

Tore: 0:1 Seeler (12.), 0:2 Dörfel (57.)

31. DEZEMBER 1966: KSV - EINTRACHT FRANKFURT 6:2 

Silvester ist ein ungewöhnliches Datum für ein Fußballspiel, aber da im Januar die erste DFB-Pokalhauptrunde angesetzt ist, muss das Qualifikationsspiel zwischen dem KSV und der Eintracht noch schnell stattfinden. Zunächst läuft alles wie erwartet, denn die Eintracht geht mit einem 2:1-Vorsprung in die Halbzeitpause, und die Spieler sind mit ihren Gedanken vermutlich schon bei der Silvesterfeier. Jedenfalls werden die Frankfurter vom klassentieferen KSV Hessen förmlich an die Wand gespielt. Bernd Schmidt hatte kurz vor dem Halbzeitpfiff den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielt und gleicht auch aus (54.). Dann haben Hans Alt und Horst Schaub ihre großen Auftritte. Der Doppelschlag von Alt (57. und 61.) bringt das 4:2, und da der KSV jetzt so richtig im Spielrausch ist, erhöht Schaub (67. und 78.) gar auf 6:2. Die KSV-Fans hatten nie wieder eine schönere Silvesterfeier.

KSV: Loweg - Vollmer, Liebich - Michel, Istel, Habedank - Schmidt, Alt, Michel, Fritzsche, Schaub

Eintracht: Loy - Jusufi, Schämer - Friedrich, Blusch, Krafczyk - Lotz, Lindner, Bronnert, Huberts, Solz

Schiedsrichter: Fork (Unna) - Zuschauer: 12 000

Tore: 0:1 Huberts (29.), 0:2 Solz (44.), 1:2 Schmidt (45.), 2:2 Schmidt (54.), 3:2 Alt (57.), 4:2 Alt (61.), 5:2 Schaub (67.), 6:2 Schaub (78.)

14. Januar 1967: KSV HESSEN - WERDER BREMEN 2:2 N. V. 

Nach dem Triumph gegen die Eintracht rechnet sich der KSV auch in der 1. Hauptrunde gegen Werder Bremen gute Chancen aus, und die 25 000 Fans, die ins Auestadion gekommen sind, gehen nicht enttäuscht nach Hause. Es ist ein spannendes und völlig ausgeglichenes Spiel, in dem der KSV Hessen noch sechs Minuten vor dem Ende der Verlängerung wie der Sieger aussieht, ehe der Bremer Helmut Schimeczek den Ausgleichstreffer zum 2:2 erzielt. Horst Schaub (27.) hatte die Löwen in Führung gebracht, und auch schon vor dem Ende der regulären Spielzeit ist der KSV nur sechs Minuten vom Triumph entfernt, dann schafft Diethelm Ferner den Ausgleich. Bernd Michel (98.) erzielt den zweiten Treffer für den KSV, der aber schließlich auch nicht reicht. Elfmeterschießen gibt es noch nicht. In Bremen findet ein Wiederholungsspiel statt, das Werder 2:1 nach Verlängerung gewinnt. Loweg, Schmidt und Schaub gefallen den Bremern so gut, dass Werder die drei Löwen für die folgende Saison verpflichtet.

KSV: Loweg - Vollmer, Liebich - Michel, Istel, Habedank - Schmidt, Alt, Michel, Fritzsche, Schaub

Werder: Lambertz - Höttges, Hänel - Schimeczek, Steinmann, Lorenz - Podlich, Schütz, Matischak, Ferner, Görts

Schiedsrichter: Krumnack (Dortmund) - Z: 25 000

Tore: 1:0 Schaub (27.), 1:1 Ferner (84.), 2:1 Michel (98.), 2:2 Schimeczek (114.)

12. DEZEMBER 1970: KSV - BAYERN MÜNCHEN 2:2 N. V. 

Alarmstufe vor dem Kasseler Tor: Heiner Dittel, Gerd Müller, Holger Brück, Edgar Schneider und Rolf Birkhölzer (von links).

34 000 Fußballfans wollen die Münchner Weltstars, Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier sehen, aber sie trauen ihren Augen nicht, denn der KSV ist in dieser 1. Hauptrunde ebenbürtig. Grandios ist vor allem, was sich zwischen der 20. und 25. Minute abspielt. Reinhard Adlers 25-Meter-Schuss landet im - von Maier aus gesehen - rechten oberen Eck, Gerd Müller macht ein typisches Müller-Tor aus drei Metern, und Herbert Maciossek sorgt per Kopf nach einer Ecke von Gerd Grau für die Kasseler 2:1-Führung. Dann macht Gerd Müller noch ein typisches Müller-Tor aus vier Metern. Es gibt immer noch kein Elfmeterschießen, und die Bayern gewinnen das Wiederholungsspiel in München 3:0.

KSV: Birkhölzer - Resenberg, Brück, Dittel, Kastl - Weiland, Habedank, Adler - Gerstner, Maciossek, Grau

Bayern: Maier - Hansen, Beckenbauer, Schwarzenbeck, Koppenhöfer - Schneider, Zobel, Roth - Hoeneß, Müller, Brenninger

Schiedsrichter: Schulenburg (Hamburg) - Z: 34 000

Tore: 1:0 Adler (20.), 1:1 Müller (23.), 2:1 Maciossek (25.), 2:2 Müller (39.)

30. MÄRZ 1991: KSV HESSEN - WERDER BREMEN 0:2 

Zweikampf: Mario Deppe (links) stoppt den Bremer Wynton Rufer. Foto: Haun

Nicht ganz so nah dran an der Sensation wie 1967 sind die Löwen, als Werder Bremen 1991 im Viertelfinale zu Gast ist. Uwe Harttgen (31.) und Frank Neubarth (35.) sorgen relativ früh für klare Verhältnisse, und später lässt die starke Bremer Abwehr um Rune Bratseth, Mirko Votava und Uli Borowka nichts mehr zu. In der 71. Minute zeichnet sich Kassels Torwart Zoran Zeljko aus, der einen Elfmeter von Borowka hält.

KSV: Zeljko - Matys, Drube, Deppe, Schnell - Schmidt, Koutsoliakos (57. Lakies), Freudenstein - Höhle, Schmelting (74. Kistner), Schäfer

Werder: Reck - Wolter, Bratseth, Borowka, Hermann - Votava, Bockenfeld (84. Schaaf), Harttgen - Rufer, Neubarth, Allofs (87. Bode)

Schiedsrichter: Krug (Gelsenkirchen) - Z: 22 000

Tore: 0:1 Harttgen (31.), 0:2 Neubarth (35.)

Es gibt nur noch 1000 Karten

Zum Abschluss seiner Festspielwochen bestreitet der KSV Hessen am kommenden Sonntag um 18.30 Uhr sein Heimspiel gegen Bundesligist Hannover 96. Die Partie der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals steht bei den Anhängern der Löwen ganz hoch im Kurs und die Chancen des gut, dass das Auestadion erstmals seit langer Zeit ausverkauft sein wird.

Nur noch rund 1000 Eintrittskarten stehen zur Verfügung, davon sind 900 Stehplatzkarten. Erhältlich sind die Tickets im Fan-Point am Friedrichsplatz 8, in der KSV-Geschäftsstelle (Damaschkestraße 8) und online über die Homepage über www.ksv-hessen.de

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