Hilfe für angeschlagenen Verein

Beckenbauer-Trikot versteigert: Wie der Kaiser dem KSV Hessen Kassel hilft

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Große Freude: Rolf Klug (links) hat das vom ehemaligen KSV-Torwart Hans Wulf versteigerte Beckenbauer-Trikot gekauft und es Paul Geselle, dem Sohn von Christian Geselle (Mitte), geschenkt. Jens Rose freut sich über die finanzielle Hilfe. 

Kassel. Dass Franz Beckenbauer einmal dem Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel hilft - es hätten wohl nicht viele erwartet.

Doch jetzt, da der Verein finanziell schwer angeschlagen ist und ums Überleben kämpft, da ist der Kaiser auf einmal da. Wenn auch nur indirekt.

Sein Trikot ist es, das dem KSV nun einen fünfstelligen Betrag einbringt. Ein Trikot aus seiner Zeit bei New York Cosmos aus dem Jahr 1978. Und ein Trikot, das bislang im Besitz des ehemaligen KSV-Torwarts Hans Wulf war. Der spielte auch bei Rochester Lancer in den USA und sicherte sich nach einer Partie gegen New York das Trikot.

Hans Wulf

Wulf stellte seine Beute den Löwen zur Verfügung, um Geld für die Rettung des Vereins zusammenzubekommen. Für 6500 Euro stand es bei Ebay-Kleinanzeigen. Verkauft wurde es nun allerdings für mehr als 10.000 Euro an Rolf Klug aus Kassel. Das gaben Wulf und KSV-Vorstandsmitglied Jens Rose in der Halbzeitpause der Partie der Löwen gegen Mannheim bekannt.

Und der Käufer überraschte mit einer bemerkenswerten Geste. Auch wenn er viel Geld für dieses Trikot ausgab, blieb es nicht lange in seinem Besitz - er schenkte es Paul Geselle, dem Sohn von Kassels Oberbürger Christian Geselle. Der wusste am Samstagnachmittag im Auestadion auf dem Arm seines Vaters wohl gar nicht so richtig, was er da gerade bekommen hatte.

Damit aber noch nicht genug der guten Nachrichten für den KSV: Der Oberbürgermeister verkündete, dass Beckenbauers Trikot auch nicht lange im Besitz der Geselles bleiben werde. „Wir können das gar nicht behalten. Wir machen zu Hause ein Foto. Dann werden wir das Trikot ein zweites Mal versteigern“, sagte Geselle. Der Erlös geht an die Jugendarbeit des KSV Hessen.

Für den Käufer und Spender Rolf Klug war das Ganze eine Herzensangelegenheit. „Ich habe lange in Amerika gelebt und in Kassel jetzt eine neue Heimat gefunden. Ich bin froh, dass ich so der Stadt und dem Verein helfen und meinen Teil beitragen kann.“

Eine Herzensangelegenheit war es auch für Hans Wulf. „Der ideelle Wert dieses Trikots ist für mich nicht zu beziffern. Ich habe ein weinendes Auge, aber ich habe das Trikot auch sehr gern zur Verfügung gestellt“, sagt Wulf. Deutlich über 10 000 Euro seien zusammengekommen. „Das ist eine sehr gute Geschichte.“ Klug kannte er vorher nicht, es sei ein Bekannter von Jens Rose. So sei der Kontakt zustande gekommen.

Ob Beckenbauer weiß, was sein Trikot nun eingebracht hat, ist nicht bekannt. Aber unterschrieben hat er es vorher noch. Dafür hat Wulf gesorgt. Und so hat der Kaiser eben den Löwen geholfen.

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