Becker und die neue Rolle als Löwen-Kapitän

Kassel. Ein Debüt beim KSV Hessen wäre am vergangenen Wochenende nach dem Heimspiel gegen Pfullendorf fast untergegangen. Sebastian Schmeer stand mit seinen beiden Treffern beim 2:0-Sieg im Blickpunkt, auch die guten Leistungen der vier Neuzugänge boten nach der Partie reichlich Gesprächsstoff.

Aber einer der ganz wichtigen Löwen-Spieler auf dem Weg zum erhofften Klassenerhalt stellte sich wieder einmal in den Dienst der Mannschaft, und das in neuer Funktion: Die Rede ist von Tobias Becker, der erstmals als Kapitän im Kasseler Auestadion auflief.

„Das ist natürlich etwas Besonderes, wenn du als Erster mit der Binde einläufst. Aber in Chemnitz war ich ja auch schon Kapitän, in Magdeburg immerhin im Spielerrat – so gesehen ist es kein komplettes Neuland für mich“, sagt der 27-Jährige, der den Auftakt so gesehen hat: „Wir haben gegen Pfullendorf ein ordentliches Spiel gemacht, auch wenn wir nur den Letzten geschlagen haben. Aber jeder weiß, wie es einzuordnen ist.“

Ruhig und mit viel Übersicht dirigierte er den Fußball-Regionalligisten im Mittelfeld, hatte als Sechser neben dem defensiveren Enrico Gaede auch offensiv viel mehr Freiheiten als noch vor der Winterpause, wo er meist als Außenverteidiger zum Einsatz kam. Warum er Kapitän geworden ist? „Er hat es sich verdient, zudem spielt er eine zentrale Rolle bei uns. Tobi schlägt auf dem Platz eher leisere Töne als seine Vorgänger an, aber das ist kein Nachteil“, sagte KSV-Trainer Matthias Mink über die Entscheidung zugunsten Beckers. Ex-Torwart Carsten Nulle und Andreas Mayer standen und stehen für lautstarke Anweisungen, viele Emotionen eben. Bei Becker ist das anders. „Mit den beiden kann man mich nicht vergleichen. Vom Typ her bin ich ruhiger, versuche die Spieler aufzumuntern und Ordnung in unsere Aktionen zu bringen“, erklärt er.

Gegen Pfullendorf war Tobias Becker nahezu überall zu finden, spulte gefühlt die meisten Kilometer ab. „Natürlich spiele ich auf der Sechs viel lieber als links hinten in der Viererkette. Aber in der Hinrunde hatten wir halt kaum Alternativen“, erinnert sich der gebürtige Sachse. Das Zusammenspiel mit Enrico Gaede gefällt ihm da schon deutlich besser. „Wir wechseln uns ganz gut ab, und es ist nicht stur festgelegt, wer sich wie oft ins Offensivspiel einschaltet“, so Becker.

Monat März entscheidend

Er weiß auch, dass der Monat März entscheidend sein wird. Mit Koblenz, Worms, Hoffenheim II, Baunatal, Mannheim und Ulm stehen sechs Partien gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte an. Wohl dem, der dann einen ruhigen und besonnenen Kapitän in seinen Reihen hat.

Von Torsten Kohlhaase

Rubriklistenbild: © Foto:  Fischer/nh

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