Spieler beeindruckt von der Kulisse

KSV Hessen holt Punkt gegen Kickers Offenbach: „ Derby bedeutet mir so viel wie den Fans“

Jon Mogge (links) und Osarenren Okungbowa.
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Im Kopfballduell: KSV-Angreifer Jon Mogge (links) und Osarenren Okungbowa. Vorne links: Jascha Döringer.

Endlich gab es wieder ein Hessenderby vor Zuschauern in der Fußball-Regionalliga! Am Dienstagabend empfing der KSV Hessen Kassel im Auestadion Kickers Offenbach – und knöpfte dem Aufstiegsaspiranten beim 0:0 einen Punkt ab.

Kassel – Weil die Löwen rund 50 Minuten in Überzahl spielten, war sogar mehr drin. Allerdings war hinterher nicht nur der Trainer der Meinung, dass der Platzverweis gegen die Gäste eigentlich gar nicht so gut war.

Das Spiel

Ist schnell erzählt. Der KSV war von Beginn an hellwach – und musste das vor allem bei den Kontern des OFC auch sein. Dennoch: Die Löwen waren mindestens gleichwertig, erarbeiteten sich ein Übergewicht. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Offenbachs Osarenren Okungbowa wurden die Gäste defensiver – setzten aber hier und da Nadelstiche. Dem KSV fehlte offensiv die letzte Durchschlagskraft. Bemerkenswert allerdings: Innerhalb von vier Tagen sind die Kasseler gegen zwei Spitzenteams ohne Gegentreffer geblieben. Nach den beiden klaren Niederlagen im Vorjahr war es ein absolut verdienter Punktgewinn des KSV. Offensivmann Jascha Döringer drückte es so aus: „Dass Offenbach kämpfen muss, um hier einen Punkt mitzunehmen, ist überragend.“

Der Platzverweis

Döringer war es auch, der dafür sorgte, dass die Löwen lange Zeit einen Mann mehr auf dem Feld hatten. Okungbowa hatte bereits früh die Gelbe Karte gesehen. In der 40. Minute tunnelte Döringer ihn an der Außenlinie. Was dann passierte? „Er stellt den Körper rein, es ist ein klares Foul. Ob der Schiedsrichter Gelb geben muss, weiß ich aber nicht“, sagte der 24-Jährige hinterher. Wenn es nach Trainer Tobias Damm gegangen wäre, dann hätte es der Unparteiische Fabian Schneider wohl bei einem einfachen Pfiff belassen. Er sagte: „Der Platzverweis hat uns nicht gutgetan.“ Denn der KSV war richtig gut im Spiel, Offenbach stand anschließend sehr tief.

Die beste Chance

Träumen werde er von dieser vergebenen Möglichkeit nicht, sagte Frederic Brill nach dem Spiel. Und trotzdem hatte der Kapitän des KSV in der 23. Minute die beste Chance der gesamten Partie. Ein missglückter Pass von OFC-Keeper Stephan Flauder landete genau auf seinem Fuß. Und dann? „Dann ist der Ball kurz vorher noch mal aufgedotzt. Ich wollte ihn eigentlich flach in die Ecke schieben, doch dann ist er deutlich drüber gegangen“, erzählt Brill, der das fast leere Tor vor sich hatte. Lange grämte er sich aber nicht. „In der ersten Halbzeit haben wir ein überragendes Spiel gemacht, nach der Pause war es dann schwerer, weil Offenbach nur noch hinten drin stand und nicht mehr mitspielen wollte“, so Brill.

Die Stimmung

Mehr als 3000 Fans im Auestadion sorgten für eine unglaubliche Kulisse. „Das war echt der Hammer, das hat uns beflügelt und nach vorn gepeitscht. Und bei den Offenbachern hat man gemerkt, dass diese Stimmung sie regelrecht eingeengt hat“, sagte Brill. Auch Nael Najjar war nach dem Schlusspfiff immer noch begeistert: „Wir sind von der ersten Minute aggressiv angelaufen und haben dann gemerkt, dass die Fans regelrecht mitgegangen sind. Wir wollten ihnen etwas bieten, und ich glaube, dass uns das ganz gut gelungen ist. Auch wenn das eine Tor für uns dann nicht mehr gefallen ist.“ Für Döringer war es das erste Derby im KSV-Trikot. Und es war wie gemacht für ihn: „Ich reibe mich gern auf in den Zweikämpfen. Dafür ist Offenbach der perfekte Gegner“, sagte er. „Zuhause. Offenbach. Vor so einer Kulisse. Das bedeutet mir so viel wie den Fans“, ordnete er dieses Duell ein. (Maximilian Bülau und Torsten Kohlhaase)

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