Die Löwen warten seit vier Spielen auf einen eigenen Treffer

Beim KSV steht die Null

Trifft das Tor nicht mehr: Benjamin Girth. Foto: Hedler

Kassel. Manchmal liegt es an Kleinigkeiten – mitunter an einem fehlenden h. Das ganze Spiel gegen Homburg über stand Torsten Bauer in unmittelbarer Nähe von Matthias Mink, dem Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Früher wäre das ein großes Geschenk für einen Fußballlehrer der Löwen gewesen: Er hätte diesen Torsten Bauer aufs Spielfeld geschickt und ziemlich sicher sein können, dass es dann mindestens ein Tor zu bejubeln gibt.

Aber: Nicht überall, wo Torsten Bauer draufsteht, ist auch ein Torjäger drin – schon gar nicht, wenn Torsten Bauer ein Linienrichter ist und ohne h im Vornamen geschrieben wird. So bleibt festzuhalten: Nach vier Spielen ohne ein einziges Törchen ist die Sehnsucht nach dem echten Thorsten Bauer in Bestform riesengroß. Ein Torjäger seines Formats fehlt derzeit, was auch ein Grund dafür ist, dass der KSV heimlich, still und leise in eine Tor- und Punkte-Krise geschlittert ist.

„Wir schießen kein Tor“, stellte Matthias Mink nach dem 0:2 gegen Homburg am Samstag fest. Und: „Wenn dann mal einer durchrutscht, erkennt der Schiedsrichter das Tor wieder ab.“ Gegen Homburg ist das gleich zweimal passiert: Tobias Damms Treffer kurz vor der Halbzeit zählte wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht, Benjamin Girths Tor Mitte der zweiten Halbzeit ließ der Unparteiische Nicolas Winter wegen eines Schübserchens nicht gelten.

Die Torflaute nur mit Pech zu erklären, griffe aber zu kurz. Das tut Mink auch nicht, der von einer schwierigen Phase nach einer fast perfekten Vorbereitung spricht. In dieser Phase zeigen sich die Angreifer nicht abgebrüht genug – wie vor zehn Tagen beim 0:1 gegen zehn Wormser. Oder ihnen fehlt die Anbindung, weil zu wenige kluge Pässe und Ideen aus dem Mittelfeld kommen.

Das wiederum hat auch damit zu tun, dass sich die Schaltzentrale nach einer Umstrukturierung erst neu finden muss. Der Taktgeber ist nicht mehr Kapitän Tobias Becker, der nun auf der linken Abwehrseite agiert. Der Taktgeber ist auch nicht Enrico Gaede, der im neuen System des Trainers eine neue Rolle zwischen den Innenverteidigern einnimmt.

Die Taktgeber sollten nach der Winterpause Sergej Evljuskin und Dennis Lemke sein. Von beiden kamen aber zu wenige Impulse. So bleibt Ernüchterung: Benjamin Girth hat seit dem 15. Spieltag nicht mehr getroffen, Shqipon Bektashi kommt bisher auf ganze drei Treffer, Tobias Damm war zumindest gegen Homburg außer Form, und dem hoffnungsvollen Talent Mike Feigenspan fehlen noch ein Quäntchen Kaltschnäuzigkeit und Glück wie bei seiner Großchance gegen Homburg.

Heute will der KSV einen neuen Botschafter des Vereins vorstellen. Es soll sich um einen ehemaligen Leistungsträger handeln. Gut möglich, dass mit Thorsten Bauer ein Torjäger zurückkommt. Vielleicht könnte er dann für Inspiration sorgen.

Von Florian Hagemann

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