Ein Aussetzer und seine Folgen

Bektashis Griff in die Weichteile: „Es tut mir wahnsinnig leid"

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Der Aufreger des Spiels: Nachdem KSV-Torjäger Shqipon Bektashi seinem Trierer Gegenspieler Benedikt Koep in den Schritt gegriffen hatte, bleibt dieser am Boden liegen.

Kassel. Shqipon Bektashi droht nach der 0:2-Niederlage des KSV Hessen in der Regionalliga gegen Eintracht Trier ein Nachspiel.

Es war ein in jeder Hinsicht bitterer Dienstagabend im Auestadion. Aber sowohl die erneuten Proteste gegen die Fernsehübertragung von Sport 1, als auch die schmerzhafte 0:2-Niederlage des KSV Hessen in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen Eintracht Trier gerieten fast schon in den Hintergrund. Für den Aufreger der Partie sorgte nämlich Löwen-Torjäger Shqipon Bektashi, der seinem Gegenspieler Benedikt Koep in der 52. Minute in die Weichteile gegriffen hatte. Der Gäste-Akteur wurde kurz danach ausgewechselt. Schiedsrichter Pascal Müller aus Löchgau hatte indes diese Szene übersehen und nicht geahndet, allerdings belegen die TV-Bilder die Situation.

Das Foul ist in diesem Video ab Minute 1:25 zu sehen.

Bektashi droht nun ein Nachspiel, denn neben einer vereinsinternen Strafe hat am Mittwoch dann auch das Sportgericht der Regionalliga Südwest Ermittlungen aufgenommen. „Wir haben ein Verfahren eingeleitet und die Beteiligten zu Stellungnahmen bis Donnerstag um 12 Uhr aufgefordert. Herangezogen zur Wahrheitsfindung werden natürlich auch die Fernsehbilder von Sport 1“, sagte der Vorsitzende des Sportgerichts, Andreas Pitz, der eine Entscheidung bis Freitag anstrebt. Angezeigt worden sei der Vorfall durch die Geschäftsstelle der Regionalliga Südwest. Da der Unparteiische bereits mitgeteilt hatte, die Szene nicht wahrgenommen zu haben, konnten Ermittlungen aufgenommen werden.

Aktualisiert um 17.40 Uhr

Der Trierer Benedikt Koep hatte bereits bei Sport 1 Stellung bezogen: „Nickligkeiten gehören dazu. Aber er hat mir fünf, sechs Sekunden in den Schritt gegriffen und gar nicht mehr losgelassen, mit aller Kraft, die er hat. Ganz schwache Aktion von ihm. Das geht überhaupt nicht.“ Shqipon Bektashi meldete sich am Mittwoch über eine Pressemitteilung des KSV Hessen zu Wort. „Es tut mir wahnsinnig leid. Ich weiß nicht, was mich in dieser Situation zu so einer Aktion geritten hat. Ich kann mich nur dafür entschuldigen“, wird der 25-Jährige zitiert. Er hat bereits Kontakt zu Koep aufgenommen, um sich auch persönlich bei ihm zu entschuldigen.

Es war eben ein in jeder Hinsicht bitterer Abend. KSV-Trainer Matthias Mink meinte nach dem 0:2: „Ich bin angefressen, und die Niederlage ist immens ärgerlich. Nach einer guten ersten Halbzeit haben wir nach der Pause keine spielerischen Höhepunkte mehr gesetzt und waren in der Rückwärtsbewegung zu nachlässig“, sagte Mink. Ähnliche Spielverläufe gab es auch schon gegen die Spitzenteams aus Elversberg (0:1) und Mannheim (0:0). „Es war noch kein Spiel um die Meisterschaft, das wir verloren haben. Aber diese Niederlage tut schon richtig weh“, sagte Mittelfeldspieler Hasan Pepic.

Auch Kapitän Tobias Becker war niedergeschlagen: „Trier will mit seiner Spielweise eigentlich nur den Punkt mitnehmen, trifft dann zweimal nach Standards und gewinnt. Aber wir dürfen uns nicht beschweren, weil wir selbst nicht getroffen haben.“

In der gedruckten Ausgabe am Donnerstag lesen außerdem:

- Fragen und Antworten: Welche Strafe droht Bektashi nach seinem Intim-Foul?

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