Sieg und Niederlage

Ingmar Merles 50-Meter-Schuss zum Tor des Monats gewählt, KSV Hessen unterliegt in Mainz 1:2

 Ingmar Merle ist für das Tor des Monats März nominiert.
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Ingmar Merle ist für das Tor des Monats März nominiert.

Mainz bleibt Mainz. So steht es in großen Buchstaben auf einer Bande im Bruchwegstadion. Und leider – aus Sicht des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel – blieben auch die Punkte in Mainz.

Mainz – Die Löwen unterlagen der Reserve des Bundesligisten FSV Mainz 05 1:2 (0:2). Einen Erfolg gab es für die Löwen gestern aber doch noch. Ingmar Merles 50-Meter-Schuss gegen den FC Homburg Anfang März wurde zum Tor des Monats in der ARD gewählt.

Die Gastgeber waren von ihrem Trainer Bartosch Gaul extrem offensiv eingestellt worden. Die Mainzer machten das Spiel in der KSV-Hälfte eng, agierten zeitweise mit einer Fünferreihe im Angriff. Wenn die Löwen mal über die Mittellinie kamen, dann ergaben sich aber Räume. Die erste Chance hatte der KSV. Nach einem Einwurf von Ingmar Merle setzte sich Serkan Durna auf der rechten Seite durch, war schneller als sein Gegenspieler und legte den Ball zurück auf Alban Meha. Der hatte aus elf Metern eine gute Schussposition, traf aber den Gegenspieler. So richtig im Spiel waren die Löwen da dennoch nicht. Und zwei Minuten später lag der Ball auf der anderen Seite im Tor.

Merle machte einen Fehler im Aufbau – ausgerechnet er, der am Abend zum Torschützen des Monats ausgezeichnet werden sollte – über Marlon Mustapha kam das Spielgerät zu Paul Nebel, der auch schon Bundesligaerfahrung gesammelt hat. Der startete von der Mittellinie, ließ alle stehen und schob ein. „1:0 in der elften Minute – wann auch sonst“, verkündetet der Stadionsprecher des Klubs aus der Karnevalshochburg. Vom Anstoß weg hatten die Löwen dann eine gute Möglichkeit zur schnellen Antwort. Weil Nael Najjar auf der linken Seite alle stehen ließ, es dann selbst versuchte, aber knapp am linken Pfosten vorbeischoss.

Nachdem Mustapha für den FSV frei aus 13 Metern vergeben hatte (16.), spielte Torhüter Lasse Rieß den Ball Adrian Bravo Sanchez – sein erstes Spiel nach Bekanntwerden seines Abschieds im Sommer – in die Füße, 20 Meter vor dem Tor. Doch die Nummer acht der Löwen wurde vom Gegenspieler eingeholt. Chance vertan (24.).

Dieses Mal hatten die Mainzer im direkten Gegenzug die große Chance auf das 2:0. Toptorjäger Simon Brandstetter legte quer auf Nebel, der aus kurzer Distanz den Ball aber am Tor vorbeilegte. Aufregung dann zwei Minuten später im FSV-Strafraum. Saglik hatte einen schnellen Freistoß gut verarbeitet und den freien Weg zum Tor vor sich, doch Schiedsrichter Fabian Schneider hatte vorher ein Foul von ihm gesehen. Sagliks Kommentar: „Oh mein Gott, ich habe doch nichts gemacht.“

Das zweite Tor dieses Spiels fiel dann doch noch vor der Pause. Und wieder erzielten es die Gastgeber. Mustapha bekam einen langen Pass zugespielt, setzte sich stark gegen Merle und Robin Urban durch und legte quer auf den bundesligaerfahrenen Stephan Fürstner, der sogar einmal für den FC Bayern München auf dem Feld stand. 0:2 nach 30 Minuten.

KSV-Trainer Tobias Damm wechselte in der Pause nicht. Und schnell hätten die Löwen den so wichtigen Anschlusstreffer schießen können. Jon Mogge tauchte frei vor Rieß auf und versuchte es mit einem Chipball. Ohne Erfolg (47.). Es passte so einiges nicht beim KSV an diesem Tag. Dazu passte, dass Kapitän Frederic Brill nach etwas mehr als einer Stunde verletzt vom Feld musste. Die Gastgeber standen mit der Führung im Rücken nun etwas tiefer, kamen nur noch gelegentlich zu Chancen. So wie Florian Bohnert, dessen Schuss die Latte touchierte (65.).

Die Löwen waren immer noch bemüht. Aber meist glücklos. Mogge scheiterte am stark reagierenden Rieß (67.). Nicolas Gröteke parierte auf der Gegenseite ebenso gut gegen Mustapha (75.) und hielt die Löwen im Spiel. Und die hatten dann doch noch einen Moment, der glückte. Nachdem Rieß erst gegen Saglik mit einer Hand gehalten hatte, sprang der Ball zu Mogge. Der zog volley ab und traf sehenswert zum Anschluss (77.).

Ging da also doch noch was? Zeit genug war zumindest noch. Doch Sagliks Freistoß aus 20 Metern ging in die Mauer, Kevin Nennhubers Kopfball in der Nachspielzeit knapp übers Tor. Die Möglichkeiten waren da. Es blieb aber bei nur einem glücklichen Moment an diesem Tag. Die Punkte blieben in Mainz. (Maximilian Bülau)

Mainz: Rieß - Tauer (46. Modica), Akoto, Gans - Rösch, Papela, Nebel (46. Quirin), Bohnert (85. Mißner) - Nebel - Brandstetter, Mustapha (85. Hermes)

Kassel: Gröteke - Merle, Urban, Nennhuber, Najjar - Brill (61. Kahraman) - Mogge, Bravo Sanchez, Meha (73. Pichinot), Durna (73. Iksal) - Saglik

SR: Schneider (Gelsdorf)

Tore: 1:0 Nebel (11.), 2:0 Fürstner (30.), 2:1 Mogge (77.)

Gelbe Karten: Mustapha / Pichinot

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