KSV hat Punkt gegen Saarbrücken fast sicher – verliert aber in Nachspielzeit

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Bittere Ernüchterung: Nach dem Saarbrücker Treffer zum 2:1 in der Nachspielzeit stellte sich bei den KSV-Spielern (von links) Niklas Hartmann, Steven Rakk, David Lensch und Brian Schwechel die Gewissheit ein, dass sie erneut nichts Zählbares mitnehmen werden.

Kassel. Eine Aktion noch. Eine Aktion noch durchhalten. Für einen Punkt gegen den Spitzenreiter, der der Moral und dem Selbstvertrauen so guttun würde. Doch der KSV hält nicht durch.

Der Eckball kommt in den Strafraum, und der Saarbrücker Patrick Schmidt steht in zentraler Position völlig blank. Für einen, der zuvor 14 Tore in 19 Spielen erzielt hat, ist es ein Leichtes, per Kopf den 2:1-Siegtreffer des Spitzenreiters zu markieren. In der Nachspielzeit – mit der letzten Aktion.

Der Top-Torjäger der Regionalliga Südwest trifft die Löwen mitten ins Herz. Erst das unglückliche 0:1 in Mannheim, jetzt der K.o. in letzter Sekunde gegen den Tabellenführer – 13 Partien und damit fast drei Monate ohne Sieg zehren an den Nerven der Spieler, die nach einer kämpferisch überragenden und aufopferungsvollen Leistung gegen Saarbrücken erneut mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten.

„Da fehlen mir echt die Worte. Wenn du den Mist am Fuß hast, passiert dir eben auch noch so was“, sagte KSV-Torschütze Marco Dawid, der eigentlich gar nichts sagen wollte. Der 23-Jährige hatte die Löwen nach einer halben Stunde in Führung gebracht – und diese hatte auch zur Halbzeitpause noch Bestand. Eine Überraschung gegen das Topteam war längst nicht mehr ausgeschlossen. Und selbst nach dem Ausgleich durch Marco Holz in der 51. Minute verlor der KSV keinesfalls den Mut.

Der Schock folgt erst in der Nachspielzeit – und er steht den Spielern ins Gesicht geschrieben. „Ich würde jetzt am liebsten alle Schimpfworte sagen, die mir einfallen. Aber das gibt uns auch den fast schon gewonnenen Punkt nicht mehr zurück“, sagt Lucas Albrecht. „Wir haben alles reingeworfen, sind auch vorn wieder richtig gut angelaufen, aber am Ende bist du einfach nur enttäuscht, weil sich in der Tabelle nichts tut“, sagt der Innenverteidiger.

So bitter kann eben Fußball sein. „Wir starten immer wieder neu in eine Trainingswoche und bereiten uns auf den nächsten Gegner vor, aber am Ende ist wieder ganz viel Ernüchterung da. Es ist ja nichts so, dass wir in jedem Spiel vier bis fünf Tore kassieren, die Mannschaft beherrscht das Einmaleins des Fußballs. Aber sie ist eben auch noch in einer Entwicklung, in der individuelle und individualtaktische Fehler gnadenlos bestraft werden“, sagt KSV-Trainer Tobias Cramer nach dem Spiel. So bitter wie am Samstagnachmittag ist das in der aktuellen Saison allerdings selten passiert.

Aufgeben ist jedoch nicht die Sache von Cramer. „Wir werden uns jetzt wieder auf den nächsten Gegner vorbereiten, so wie immer. Und auch nach Stuttgart fahren wir nicht, um vorher schon alles abzuschenken“, erklärt der Coach entschlossen. Mut sollte ihm vor allem machen, dass seine mit etlichen jungen Spielern gespickte Mannschaft dem Spitzenreiter lange Paroli geboten und die Zuschauer richtig überrascht hat. Auch wenn eine Aktion in der Nachspielzeit einen mehr als 90-minütigen Kampf zunichte gemacht hat.

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