Zuvor Solidaritätsmarsch von Fans

0:4 gegen Stuttgart – Löwen erleben bitteren Nachmittag

Kassel. „Jetzt erst recht, jetzt oder nie, Hessen Kassel wir stehen zu dir“, schallt es wie vor jedem Heimspiel des KSV Hessen Kassel aus den Lautsprechern im Auestadion. Diese Textzeile hat selten so treffend gepasst wie vor der Regionalliga-Partie der Löwen gegen die Reserve des VfB Stuttgart.

In turbulenten Zeiten, in denen es um das Überleben des Klubs geht, konnte aber auch das Team den Nachrichten rund um die finanziellen Schwierigkeiten nicht trotzen. Ein stark ersatzgeschwächter KSV war die komplette erste halbe Stunde mit den Gedanken überhaupt nicht auf dem Platz und lag bereits nach 18 Minuten mit 0:3 zurück. Am Ende stand eine 0:4 (0:3)-Niederlage.

Zwar gab es direkt vor der Partie einen Solidaritätsmarsch von etwa 200 KSV-Fans durch Kassels Innenstadt. Dennoch kamen nicht wesentlich mehr Zuschauer zum Spiel. Am Ende sahen 1541 die Partie des KSV, der in Niklas Hartmann, Adrian Bavo Sanchez, Sascha Korb, Yassine Khadraoui und Tobias Damm gleich auf fünf Spieler verzichten musste. Der angeschlagene Henrik Giese saß nur auf der Bank. So kam Piotr Gorczyca zu seinem ersten Einsatz im Tor der Löwen. Und der konnte bitterer nicht beginnen. Nach 20 Sekunden konnte die KSV-Verteidigung Stuttgarts Pascal Breier nur mit einem Foul im Strafraum stoppen, und Daniele Gabriele verwandelte den fälligen Elfmeter.

Und den Löwen war die Verunsicherung weiter anzusehen. Völlig neu formiert wusste keiner so recht, wo er hinlaufen sollte. Und Gorczyca sah sich meist ganz allein den Stuttgarter Stürmern gegenüber. Die verwandelten dann auch ihre Torchancen zwei und drei nach Kontern über die linke Seite. Caniggia Ginola Elva (6.) und Pascal Breier (18.) trafen zum 2:0 und 3:0. Spätestens jetzt drohte neben den wirtschaftlichen Problemen auch noch ein Debakel gegen Stuttgart.

Aber nach gut einer halben Stunde fing sich der KSV etwas. Auch weil es die Gäste etwas ruhiger angehen ließen und die Löwen dadurch Räume bekamen. Nach einer Ecke von Nedim Pepic scheitere Sergej Schmik am langen Pfosten (35.), und Sebastian Schmeers Schuss wurde in der 42. Minute kurz vor der Torlinie abgeblockt. Da waren sie plötzlich wieder, die Spielzüge eines Teams, das während dieser Saison für richtig viel Spaß gesorgt hat.

Und sie schworen sich noch einmal zur zweiten Halbzeit ein. Mit einem Kreis. Wieder ist es Schmik, der die erste Chance hat. Doch er trifft den Ball nicht richtig. Dann geht Sergej Evljuskin elfmeterreif im Strafraum zu Boden, doch der Pfiff bleibt aus. Die Löwen riskieren jetzt und bieten damit Räume an. Die eingespielten und kombinationssicheren Stuttgarter nutzen das gnadenlos aus. Zwar darf Gorczyca auch mal einen Ball halten, doch Mart Ristl macht im Nachschuss und dem 0:4 einen bitteren Nachmittag endgültig perfekt (51.).

Ein kleiner Lichtblick ist Rolf Sattorovs Distanzschuss, der nur knapp über die Latte geht (65.). Auch Evljuskin scheitert zweimal in aussichtsreicher Position (69., 77.). Auch durch die Einwechslung von Henrik Giese gewinnt der KSV an Stabilität, aber die Chancenverwertung ist auch ein Spiegelbild der aktuellen Situation. Und so blieb am Ende das ungewisse Gefühl, wie es in Zukunft mit den Löwen weitergeht.

Die Statistik zum Spiel

KSV: Gorczyca - Schmik, Albrecht, Boukhoutta, Lorenzoni - Evljuskin, Brill - Sattorov (71. Dawid), Pepic (62. Giese), Rakk - Schmeer (75. Mendy)

Stuttgart: Bolten - Weippert, Feisthammel, Rathgeb, Walter, Scheidl (81. Hagn) - Morina (85. Oikonomou), Ristl, Elva - Breier, Gabriele (75. Ferdinand)

SR: Kimmeyer (Palmbach)

Z: 1541

Tore: 0:1 Gabriele (1., Foulelfmeter), 0:2 Elva (6.), 0:3 Breier (18.), 0:4 Ristl (51.)

Gelbe Karten: Schmik, Schmeer / Gabriele

KSV Hessen verliert 0:4 gegen VfB Stuttgart II

Rubriklistenbild: © HNA/Hedler

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