Publikumsliebling wechselt in die Regionalliga West

Bravo Sanchez verlässt die Löwen

Es ist seine letzte Saison in Kassel: Adrian Bravo Sanchez, der Dauerläufer im Mittelfeld, verlässt den KSV Hessen Kassel und wechselt zum SV Rödinghausen in die Regionalliga West.
+
Es ist seine letzte Saison in Kassel: Adrian Bravo Sanchez, der Dauerläufer im Mittelfeld, verlässt den KSV Hessen Kassel und wechselt zum SV Rödinghausen in die Regionalliga West.

Das ist eine schlechte Nachricht für die Anhänger des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel und für Trainer Tobias Damm: Adrian Bravo Sanchez wird den Verein nach der Saison verlassen.

Kassel - Er wechselt in die Regionalliga West zum SV Rödinghausen. „Es ist nicht gut für den Verein, nicht gut für die Mannschaft und nicht gut für uns Trainer“, sagt Chefcoach Damm. Er sagt aber auch: „Für Adrian freut es mich. Es ist der nächste Schritt in seiner Entwicklung. Und Rödinghausen ist eine gute Adresse, ein Verein mit Perspektive.“

Die Ostwestfalen waren in der vergangenen Saison Meister der Weststaffel, verzichteten aber nach dem coronabedingten Abbruch auf den Aufstieg. Der Klub wurde erst 1970 gegründet, hat sich seitdem Schritt für Schritt nach oben gespielt, gilt finanziell als sehr solide.

Das sagt Bravo Sanchez

Und was sagt der 27-Jährige selbst? „Es war für mich eine sehr, sehr schwere Entscheidung. Und es wird ein sehr schwerer Abschied von dieser Mannschaft, dem Verein und von unseren Fans.“

Der Mittelfeldspieler wechselte 2016 vom FSC Lohfelden zum KSV Hessen. Seitdem steigerte er sich beständig, ist längst zum festen Bestandteil des Teams geworden. Einen schweren Stand hatte er nur zu Beginn der Vorsaison in der Hessenliga, als er unter Trainer Dietmar Hirsch kaum eine Rolle spielte. Mit dem Wechsel zu Damm aber bestritt der Dauerläufer jedes Spiel. Bravo Sanchez ist bei den Löwen der, der überall ist: Zugleich Abräumer und einer, der sich vorn einschaltet. Er schießt Standards, hat in der laufenden Saison drei Tore erzielt, mehrere vorbereitet.

Das sind die Gründe

Warum also jetzt der Wechsel? „Das Gesamtpaket passt da für mich“, sagt der in Kassel geborene Bravo Sanchez, der bei den Ostwestfalen einen Zweijahresvertrag unterschreibt. Ganz ehrlich schließt er dabei neben der sportlichen Entwicklung auch die Finanzen ein, denn: „Wir hatten faire und offene Gespräche. Aber das erste Angebot des KSV war so, dass ich mich umschauen musste.“

Die Löwen haben angesichts der fehlenden Einnahmen in der aktuellen Corona-Saison für die kommende Spielzeit einen starken finanziellen Schnitt angekündigt. Finanzvorstand Swen Meier hatte vergangene Woche im Interview mit dieser Zeitung erklärt: „Die Ausgaben können so nicht weiterlaufen, dann fahren wir den Verein vor die Wand.“

„Bravo“, wie Fans und Mitspieler ihn nennen, verspricht natürlich vollen Einsatz für den Klassenerhalt. Den will er unbedingt schaffen, auch als Dank an die, die ihn unterstützt haben. Er geht nicht im Groll. Im Gegenteil: „Ich halte den KSV immer im Herzen und im Kopf.“ Und auch, wenn er im Sommer nach Bielefeld ziehen wird, bleibt der Kontakt nach Kassel eng. Seine Freundin lebt hier, seine Familie. Und sein Lehramtsstudium wird Bravo Sanchez ebenfalls an der Uni Kassel fortsetzen.

„Er hat halt ein Kasseler Herz. Auch deshalb ist es für uns ein ganz bitterer Abgang“, findet Tobias Damm. Und Vorstandsmitglied Daniel Bettermann nennt ihn eine „Identifikationsfigur, die dem Verein fehlen wird“.

Von Frank Ziemke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.