Uwe Patzer appelliert an Löwen-Anhänger

Chefmährer des KSV Hessen: „Sturkopp-Mentalität ist hinderlich“

Hat etwas zu sagen: KSV-Chefmährer Uwe Patzer. Foto: Hedler

Kassel. Der Unmut rund um den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel nimmt nach sechs Ligaspielen ohne Sieg wieder zu. Jetzt meldet sich der Chefmährer des Vereins – und fordert die Fans auf, die Löwen trotzdem zu unterstützen.

Uwe Patzer soll als Chefmährer Bindeglied zwischen den Anhängern und der Geschäftsstelle sein.

Chefmährer, wird rund um den KSV Hessen derzeit wieder zu viel gemährt? 

Patzer: Wenn es nur das wäre. Von mir aus sollen die Fans mähren, damit habe ich kein Problem. Aber sie sollen im Stadion mähren – und nicht zu Hause.

Der Nordhesse an sich kommt aber kaum noch ins Stadion. Zuletzt waren es etwas mehr als 1000, die das Spiel gegen Walldorf sehen wollten. 

Patzer: Das ist doch traurig – und wird der Leistung des Teams auch nicht gerecht.

Aber die Mannschaft gewinnt im Moment nicht und trifft das Tor nicht mehr. 

Patzer: Ja, aber sie spielt doch nicht schlecht. Im Vergleich zur letzten Saison hat sie sich enorm weiterentwickelt. Sie kombiniert gut. Im Moment fehlt einfach nur ein bisschen Glück. Aber deswegen bleibe ich als Fan doch nicht gleich zu Hause, wenn mein Verein spielt. Zumal noch nichts passiert ist: Der KSV ist in der Tabelle immer noch gut dabei.

Ist der Nordhesse an sich also eher ein Event-Fan?

Patzer: Leider ja. Wenn was los ist, kommt der Nordhesse ins Stadion – ob im Pokal oder im normalen Betrieb. Da ist es dann sogar egal, in welcher Liga der KSV spielt. Ich erinnere mich an Spiele in der Landesliga vor knapp 10 000 Zuschauern. Aber wehe, es stagniert mal ein bisschen, und der KSV ist nicht unter den ersten drei oder vier Mannschaften. Da schaltet der Nordhesse ab. Ich mag ja an sich diese Sturkopp-Mentalität, aber in Sachen KSV ist sie einfach hinderlich. Zumal derzeit gute Arbeit geleistet wird – innerhalb der Mannschaft und innerhalb des Vereins.

Sie appellieren also an die Geduld des nordhessischen KSV-Fans? 

Patzer: Natürlich. Auch wenn mir das wirklich weh tut, es sagen zu müssen: Aber Darmstadt hat es doch vorgemacht. Diese Südhessen waren vor ein paar Jahren fast am Ende. Die standen noch schlechter als der KSV. Dann sind alle zusammengerückt: Mannschaft, Verein, Fans, Sponsoren, Stadt. Und jetzt spielen die Darmstädter gegen die Bayern und gegen Dortmund. Solch ein Wir-Gefühl müssen wir auch wieder erzeugen. Und da wäre es einfach ein Zeichen, wenn wieder mehr Fans ins Stadion kämen – auch zu den vermeintlich uninteressanten Spielen.

Hat der Chefmährer Angst, gegen Bahlingen am Samstag allein im Stadion zu sein? 

Patzer: Naja, ein paar hundert Zuschauer kommen ja dann doch immer. Das sind die treuen Fans, die ich mittlerweile fast alle persönlich kenne.

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