Corona-Krise in Kassel

Überraschung: Heimspiele mit Fans? Auch wieder Zuschauer im Auestadion

Das Auestadion von oben.
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Das Auestadion in Kassel

Aufgrund der Corona-Pandemie war es Zuschauern nicht gestattet, ihre Sportmannschaften im Stadion anzufeuern. Doch jetzt verkündet die Stadt Kassel gute Nachrichten.

Update vom Freitag, 14.08.2020, um 19:42 Uhr: Kassel – Eine kleine, aber gute Überraschung war es dann schon, blickt man auf die Entwicklungen der vergangenen Wochen hinsichtlich der Corona-Pandemie. Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle und die Verantwortlichen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, des Eishockey-Zweitligisten Kassel Huskies und des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen verkündeten gestern während einer Pressekonferenz, dass alle drei Teams – Stand jetzt – ihre Heimspiele vor Zuschauern austragen dürfen. Mit Einschränkungen. Fragen und Antworten:

Was sagt die Stadt zur Rückkehr von Fans? Geselle leitete die Pressekonferenz ein. Er sagte, man habe sich damit auseinandergesetzt, wie Spitzensport in Kassel aussehen könnte. Es gebe einen „atmenden Deckel“ von bis zu 250 Personen, unter dem Veranstaltungen ohne Genehmigung möglich seien. Darüber hinaus sei eine Genehmigung notwendig. „Ziel war es, einen überschaubaren Rahmen zu schaffen, mit dem auch unabhängig der Entscheidungen von höheren Ligen – wie zum Beispiel im Fußball – Zuschauer zugelassen werden könnten“, sagte Geselle.

„Alle drei Vereine haben verantwortungsbewusst, seriös und gefahrenvorbeugend gearbeitet“, betonte der Oberbürgermeister. Es gehe vor allem um die Sicherheit der Zuschauer. Alle seien sich bewusst, dass die Erlaubnis immer wieder gekippt werden könne, wenn sich die Lage ändere. Er denke auch, dass man mit einer Zuschauerbegrenzung für die gesamte Saison rechnen müsse.

Können schon konkrete Zahlen genannt werden? Teilweise. Zu KSV-Spielen dürfen rund 4000 Zuschauer. Die Löwen haben den Vorteil, dass das Auestadion die größte Kapazität hat und zudem an der frischen Luft gespielt wird. Für alle drei Klubs gilt, dass sie auf der Tribüne immer Gruppen von zehn Personen platzieren können. Über genaue Zahlen in der Rothenbach- und Eissporthalle wurde noch nichts gesagt. Man müsse abwarten, wann die Saison wirklich beginne und wie der Stand dann sei, sagte Bernd Kaiser, Pressesprecher der MT Melsungen.

Wie kommen die Zuschauer an ihre Tickets? Da gibt es eine klare Regelung. Tickets gibt es nur online, damit Infektionsketten nachverfolgt werden können. Heißt: Zuschauer müssen ihren Namen angeben und bekommen einen festen Sitzplatz. Eine Tageskasse wird es nicht geben. Der Vorverkauf für das Kreispokal-Halbfinale des KSV am kommenden Freitag soll am Montag starten. Bis dahin will der Verein festgelegt haben, wie die Zehnergruppen über das Stadion verteilt werden. MT und Huskies sind in dieser Hinsicht noch nicht ganz so weit, weil der Saisonstart später angesetzt ist.

Wie funktioniert die Lenkung der Fanströme? Wie das genau in Auestadion, Rothenbach- und Eissporthalle aussehen soll, wird noch im Detail geklärt. Am Beisspiel der Eishalle ist die Richtung aber klar. Der Hygiene-Beauftrage Kai Knierim erläuterte, dass die Halle in Zonen unterteilt wird, auf die die Zuschauer dann aufgeteilt werden. Jede Zone hat ihre eigenen Zugänge. So soll verhindert werden, dass sich zu viele Besucher bei Ankunft und Abreise begegnen.

Wie sieht es mit Stehplätzen und Gästefans aus? Das ist schnell beantwortet: Stehplätze wird es nicht geben, weil die Abstandshaltung hier schwer zu garantieren ist. Gästefans dürfen derzeit nicht kommen.

Was passiert mit den Stehplatz-Fans? Sie werden zumindest nicht auseinandergerissen. Der KSV reserviert zwei Blocks auf der Osttribüne für die, die sonst in der Kurve stehen. „Natürlich ohne Aufpreis“, sagt Vorstandsmitglied Jens Rose. Eine ähnliche Lösung strebt die MT für ihre Stehplatz-Fans aus dem Block der Trommler an. Anders ist es bei den Huskies, wo Geschäftsführer Joe Gibbs auf dem Heuboden Sitzplätze einrichten lässt. Knierim sagt: „Das wollen wir nicht so, aber wir müssen.“

Muss ein Mundschutz getragen werden? Das Tragen ist während des gesamten Aufenthalts Pflicht. Das gilt in beiden Hallen und auch im Auestadion. Nur Spieler und Offizielle sind davon ausgenommen.

Gibt es ein Catering mit Essen und Getränken? Gibt es. Essen und Getränke soll es bei Heimspielen aller drei Vereine geben. Und auch alkoholhaltiges Bier wird ausgeschenkt. Da gebe es zwar Richtlinien der Ligen, sagte Geselle. Über diese könne er sich aber hinwegsetzen, und er werde es allen drei Klubs erlauben. Klar ist aber auch, dass Fans, die ausfällig werden, Halle oder Stadion verlassen müssen. Für die Einhaltung aller Regeln sind die Vereine selbst zuständig. Sie müssen Ordner oder Sicherheitspersonal stellen.

Gelten die Regelungen nun dauerhaft? Nein. Geselle und Regine Bresler, Leiterin des Gesundheitsamtes Kassel, betonten, dass es eine dynamische Lage sei. Man müsse die Situation in der Pandamie immer wieder neu bewerten. Es könne also auch wieder zu mehr Einschränkungen kommen. „Ich hoffe aber nicht, dass wir die Hallen und Stadien für Zuschauer noch einmal komplett schließen müssen“, sagte der Oberbürgermeister.

Welche Unterschiede zwischen den Klubs gibt es? Der gravierendste ist der Platz-Unterschied. Bei der Zuschauerzahl kommt der dem KSV mit seinem Auestadion zugute. Ansonsten profitiert die MT von dem Platzangebot in der Messehalle. So wird der VIP-Raum in eine Nachbarhalle ausgelagert.

Welcher Klub legt nun als erster los? Der KSV Hessen. Was Jens Rose mit Blick auf die MT zu dem Scherz veranlasst: „Wir würden auch gern im Europapokal den ersten Test starten. Bei uns ist es aber nur der Kreispokal.“ Gemeint ist die Partie gegen den CSC 03 Kassel am kommenden Freitag. Dann dürfen erstmals Fans die Löwen sehen. Vertreter von Huskies und MT werdens anwesend sein – um Erfahrungen zu sammeln und, so Rose, „zu lernen, wenn uns Fehler passieren sollten.“ Melsungens Handballer könnten ihre Generalprobe mit Zuschauern im Europapokal-Rückspiel gegen das dänische Team Silkeborg am 6. September austragen – allerdings fehlen dazu noch Aussagen des europäischen Verbandes EHF. Am längsten warten müssen die Anhänger der Huskies, nachdem der Saisonstart gestern auf Anfang November verschoben wurde. (Frank Ziemke)

Zuschauer sind im Auestadion wieder erlaubt - mit Einschränkungen

Originalmeldung vom Freitag, 14.08.2020, um 17.25 Uhr: Kassel – Gute Nachricht für die drei Kasseler Topklubs. Wie Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle und die Verantwortlichen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, des Eishockey-Zweitligisten Kassel Huskies sowie des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz verkündeten, dürfen die Partien der Teams mit Zuschauern ausgetragen werden – allerdings mit Einschränkungen.

So wird es unter anderem keine Steh- und Gästefans geben, Tickets können nur online und personalisiert gekauft werden, damit mögliche Infizierungsketten nachverfolgt werden können. Möglich sind aber Zuschauergruppen von zehn Personen, die zusammen auf der Tribüne sitzen.

Den ersten Verein, den die Öffnung der Stadien und Hallen für Zuschauer betrifft, ist der KSV Hessen, der am kommenden Freitag beim Kreispokal-Halbfinale gegen den CSC 03 das Konzept erstmals testen möchte. (Maximilian Bülau)

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