Eigentlich sind die Clubs Rivalen

Darmstadt 98 spendet 10.000 Euro für die insolventen Löwen

Kassel/Darmstadt. Sportlich trennen die einstigen Erzrivalen inzwischen Welten. Wirtschaftlich erst recht. Aber in Zeiten einer finanziellen Krise rücken der KSV Hessen Kassel und der SV Darmstadt 98 eng zusammen.

Aktualisiert um 18.12 Uhr. Denn für den Fußball-Regionalligisten aus Nordhessen gibt es eine überraschende Hilfe vom Bundesliga-Absteiger aus Südhessen. Die Lilien haben am Freitagnachmittag gemeldet, die Löwen in ihrer prekären Situation mit 10 000 Euro zu unterstützen.

Getreu dem Vereinsmotto „Aus Tradition anders“ will der Klub vom Böllenfalltor seinen Teil dazu beitragen, einem wirtschaftlich ins Straucheln geratenen Traditionsverein unter die Arme zu greifen. In einer Pressemitteilung schreiben die Lilien: „Mit einer Spende in Höhe von 10 000 Euro hilft der SV Darmstadt 98 dem von der Insolvenz bedrohten KSV Hessen Kassel.“

Damit revanchieren sich die Südhessen für eine Aktion aus der Saison 2007/08. Vor neun Jahren spielten die Lilien noch in der Oberliga Hessen und waren – wie jetzt die Löwen – in finanzielle Nöte geraten. Damals im März 2008 vermeldete der KSV Hessen „KSV hilft, Lilien zu retten“. In dieser Saison schafften die Südhessen den Aufstieg in die damalige Regionalliga Süd. Es folgten drei Spielzeiten mit legendären Duellen gegen den KSV. Es sei nur an die Taschentuch-Aktion von Rekordtorjäger Thorsten Bauer erinnert.

Richtig bitter für die Nordhessen war es allerdings im April 2011. Am Böllenfalltor führten die Löwen 2:0, verloren aber noch 2:3, verpassten am Ende der Saison den Aufstieg und mussten mit ansehen, wie der Erzrivale als Meister in die 3. Liga marschierte. Vier Jahre später gelang den Darmstädtern sogar der Sprung in die Bundesliga.

So viel zur traditionsreichen Vergangenheit. Heute sagt Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch: „Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, den KSV Hessen Kassel finanziell zu unterstützen.“ Dabei werden die 10 000 Euro zielgerichtet eingesetzt. Soll heißen: Das Geld kommt auf ein Treuhandkonto und soll ausschließlich dafür genutzt werden, den Spielbetrieb in der kommenden Saison am Laufen zu halten.

Fritsch erklärt weiter: „Auch die Lilien hatten vor rund einem Jahrzehnt große Probleme. Unterstützung erhielten wir unter anderem von Jens Rose, dem damaligen KSV-Vorsitzenden – eine Geste, die wir bis heute nicht vergessen haben. Nicht nur deshalb steht es für uns außer Frage, uns auf diesem Wege beim KSV zu revanchieren.“ Auf Seiten des KSV Hessen war am Freitag niemand zu erreichen.

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