KSV Hessen enttäuscht gegen Astoria Walldorf

0:2 im Auestadion: Das schlechteste Spiel der Löwen seit Langem

Jon Mogge (links) und Serkan Durna.
+
Schlecht gelaunt: die KSV-Spieler Jon Mogge (links) und Serkan Durna während er Partie gegen Walldorf.

Die Festung Auestadion ist gestürmt. Nach einer ganz schwachen Leistung hat Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel erstmals in dieser Saison ein Heimspiel verloren.

Kassel – Beim 0:2 (0:2) gegen den Tabellenvorletzten Astoria Walldorf gelang den Gastgebern fast nichts. Die Mannschaft von Trainer Tobias Damm rückt nach einem enttäuschenden Auftritt endgültig dicht an die Abstiegszone heran.

Der Coach zeigte sich hinterher enttäuscht und ein wenig ratlos: „Von vorn bis hinten hat nichts gepasst. Ich habe den Jungs gesagt, dass ich 1000 Fragen im Kopf habe. Der Frust sitzt tief“, sagte der 37-Jährige.

So verunsichert, so fehlerhaft wie von Beginn an hatte man die Löwen diese Saison im Auestadion noch nicht gesehen. Fast alles, was die Gastgeber ablieferten, war Stückwerk. Fehlpässe, verlorene Zweikämpfe, bittere Ballverluste – es war, als würde der KSV von dem Wissen, gegen Walldorf nicht verlieren zu dürfen, regelrecht gehemmt. „Pässe über drei, vier Meter sind nicht angekommen. Die zweiten Bälle gingen zu 90 Prozent an Walldorf. Das war die schlechteste Saisonleistung. Wir müssen ab Montag an vielen Dingen ansetzen“, meinte Damm.

Es verwunderte nicht, dass diese Unsicherheiten früh bestraft wurden. In der 12. Minute reichte den Gästen ein langer Pass in den Strafraum zur Führung. Dennis de Sousa Oelsner nahm den Ball recht ungestört an und schoss zum 0:1 ein.

Nach diesem Rückstand wirkte der Auftritt der Löwen wie die Stimmung in der Nordkurve – seltsam leblos. Der Fanblock hatte Protestplakate aufgehängt – gegen Schikane, für mehr Freiräume für Fankultur – und schwieg. Bei ihren Angriffsversuchen fanden die Gastgeber kaum freie Räume. Halbchancen von Mike Feigenspan, der das erste Mal nach seiner Rückkehr zu den Löwen in der Startelf stand, Serkan Durna und Jon Mogge, das war alles bis zur Pause. Aber schlimmer noch: Es stand zu diesem Zeitpunkt sogar 0:2, denn Walldorf legte in der 44. Minute nach. Ein Ballverlust von Ingmar Merle führte zu einem Konter, den Tim Fahrenholz vollendete.

Nach der Pause kehrten Fans und Gesänge zurück. Besser wurde aber nichts. In der 58. Minute verhinderte Nicolas Gröteke sogar das 0:3. Wieder reichte ein langer Ball, um die Defensive auszuhebeln. De Sousa Oelsner lief Merle davon, doch der Torhüter klärte. Damm hatte zur Pause bereits Moritz Flotho gebracht, wechselte in der 61. Minute dreimal, stellte in der Abwehr auf Dreierkette um. Es nutzte aber alles nichts. Spielerisch fehlte es aber weiter an vielem. Um nicht zu sagen: an nahezu allem. Anders als in so vielen Heimspielen zuvor gab es kein Aufbäumen. Es blieb ein Spiel, in dem die Löwen keine einzige klare Chance herausspielten. „Die Heimbilanz interessiert mich nicht“, sagte Damm zwar. Doch in kurzer Hose wie an diesem Nachmittag wird man ihn wohl erst einmal nicht mehr an der Seitenlinie sehen. Ex-Trainer Tobias Cramer hatte ja mal so lange kurze Hose getragen, bis die Mannschaft zuhause verloren hatte. Damm sagte, damit habe das nichts zu tun. Es sei einfach noch warm gewesen.

So oder so: Es war ein komplett gebrauchter Tag im Auestadion, das keine Festung mehr ist. KSV-Kapitän Frederic Brill sagte hinterher nur: „Das war scheiße. Von vorn bis hinten.“ Kurz und knapp – aber absolut zutreffend. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.