Marco Dawid über seine schwere Verletzung und die Vertragsverlängerung

KSV Hessen: Der dienstälteste Löwe muss erst einmal zusehen

Marco Dawid.
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Erfolgreicher Abschluss: Marco Dawid erzielt das 1:0 gegen Stadtallendorf.

Zum 201. Mal zog sich Marco Dawid am 21. Februar das Trikot der ersten Mannschaft des KSV Hessen an. Sein 134. Spiel in der Fußball-Regionalliga sollte es werden.

Kassel – Alle für die Löwen. Dazu kommen 51 Partien in der Hessenliga, 15 im Hessenpokal und ein Aufstiegsspiel zur 3. Liga. Das zeigt: Dawid ist schon lange dabei – und doch erst 26 Jahre alt.

Verlassen hat er den KSV nie. Nur einmal habe er darüber nachgedacht, sagt er. Als Matthias Mink Trainer wurde, da war er lange nicht mal im Kader. Eine Leihe nach Lohfelden stand im Raum, zerschlug sich aber. Bereut hat er es nie.

Dawid hat viel mit diesem Klub erlebt. Fast alles eigentlich. „Ich bin beinahe in die 3. Liga aufgestiegen, in die Hessenliga abgestiegen und wieder zurück in die Regionalliga gekommen“, sagt er. Sein erstes Pflichtspiel für die erste Mannschaft machte er am 27. Oktober 2012. Damals wurde er beim 2:0-Sieg gegen den FC Homburg – den kommenden Gegner des KSV am Samstag – eingewechselt. Beim 4:2-Sieg im Hessenpokal in Flieden am 9. April 2013 gelangen ihm seine ersten beiden Tore.

Den bislang letzten Treffer erzielte Dawid nun an diesem 21. Februar. In der Partie gegen Eintracht Stadtallendorf machte er das 1:0, sein 26. Pflichtspieltor für den KSV. Mit seiner 33. Vorlage im Löwen-Dress bereitete er das 3:0 vor und sorgte für die Vorentscheidung. Nur vier Minuten später musste er von Mahir Saglik gestützt das Feld verlassen.

Gegenspieler Yannis Grönke hatte ihn gehalten. „Dabei habe ich mir das Knie verdreht, bin mit meinem kompletten Gewicht draufgefallen. Ich habe es nur knallen hören“, erzählt er. Auch wenn der 26-Jährige die Partie noch bis zum Schluss am Seitenrand verfolgte, war klar, dass da etwas Schlimmeres passiert ist. Die Diagnose lautete einen Tag später: das vordere Kreuzband gerissen, auch der Außen- und Innenmeniskus beschädigt. Am vergangenen Freitag wurde Dawid operiert. Nun ist er zuhause. Und sagt: „Ich kann nicht viel machen. Ich bin wie in Quarantäne, kann mir nicht mal selbst Essen kochen. Ich mag es überhaupt nicht, auf andere angewiesen zu sein.“

Dawids Verletzung trifft nicht nur ihn selbst, sie trifft auch den KSV in der wichtigsten Phase der Saison. Und sie ist bitter. „Ich glaube, ich wäre wenig später ohnehin ausgewechselt worden. Es war mein bestes Spiel in dieser Saison. Ich hätte viel Selbstvertrauen mitnehmen können“, sagt er. Doch nun ist Pause angesagt. Dawids Ziel ist es, im August oder September wieder dabei zu sein. Und er wird – egal wann – dabei sein. Bei seinen Löwen. Denn der Verein verkündete nun, dass er den Vertrag des 26-Jährigen trotz des langen Ausfalls um ein Jahr verlängert hat. „Das ist ein schönes Zeichen, ich habe mich riesig gefreut. Das gibt mir Sicherheit“, sagt Dawid. Und fügt an: „Ich liebe es, für den KSV zu spielen.“

Mit seinen 26 Jahren ist er schon jetzt dienstältester Löwe. Da werden auch schon mal Späße gemacht. „Adrian Bravo Sanchez sagt zum Beispiel ab und zu mal in der Kabine, wenn mir gegenüber Sprüche kommen: ‘Wie redest du mit ihm? Er ist am längsten dabei!’ Lachend natürlich“, erzählt Dawid. Es wird zwar dauern. Aber die Zeit wird kommen, da wird sich Marco Dawid zum 202. Mal das Trikot des KSV Hessen überstreifen. (Maximilian Bülau)

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