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KSV: Erst gekämpft, dann bitter bestraft

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Von: Torsten Kohlhaase

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Der Moment der kompletten Ernüchterung: Homburgs Joel Gerezgiher erzielt das 3:2 in der 83. Minute. KSV-Torwart Maximilian Zunker ist bedient.
Der Moment der kompletten Ernüchterung: Homburgs Joel Gerezgiher erzielt das 3:2 in der 83. Minute. KSV-Torwart Maximilian Zunker ist bedient. © imago/fussball-News Saarland

Der KSV Hessen Kassel steckt weiterhin tief in der Krise: Trotz einer guten ersten Halbzeit in Homburg stand am Ende eine 2:3-Niederlage. Und am Freitag kommt Fulda ins Auestadion (19 Uhr).

Die ersten Worte von Trainer Tobias Damm nach dem Spiel sprachen Bände. „Ich bin noch ziemlich leer. Wir haben in der ersten Halbzeit vieles bis alles richtig gemacht, und am Ende stehst du wieder ohne Punkte da.“ 2:0 führte der KSV Hessen beim Spitzenteam in Homburg, am Ende blieb beim 2:3 erneut nichts Zählbares übrig. Zwei Punkte aus sieben Spielen, weiter Schlusslicht der Fußball-Regionalliga Südwest – die Stimmung rund um die Löwen bleibt düster und angespannt. Stationen eines am Ende bitteren Ausflugs ins Saarland.

Die Umstellung

Damm stellte von Dreier- auf Viererkette um. Darin fand sich erstmals von Beginn an auch Kevin Nennhuber wieder, da Hendrik Starostzik wegen muskulärer Probleme passen musste. „Wir hatten uns sehr viel vorgenommen, wollten aggressiv dagegen halten. Das hat zunächst auch richtig gut funktioniert“, sagt Nennhuber, der genau wie Torwart Maximilian Zunker oft im Zentrum des Geschehens stand. Immer wieder rollten die teils noch unkoordinierten Angriffe der Homburger auf das KSV-Gehäuse zu, aber die neuformierte Abwehrkette hielt diesen Stand. „Die 2:0-Führung zur Pause haben wir uns erkämpft“, so Nennhuber.

Die beiden Nadelstiche

Serkan Durna war der Spieler der ersten Minuten. Und er hatte den richtigen Riecher. Weil Michael Heilig den Ball verstolperte, rauschte der Mittelfeldspieler des KSV heran und ließ dem Homburger Keeper David Salfeld keine Chance (4.). Kurz vor der Pause sorgte dann Noah Jones mit seinem zweiten Saisontreffer für das 2:0, nachdem ein Eckball vorausgegangen war (40.). „Bis dahin waren wir sehr aufmerksam und haben wenig zugelassen“, so Damm.

Die Wende

Wie bereits gegen Balingen war auch die zweite Halbzeit nicht die der Löwen. „MitFlanken haben sie uns durch ihre wuchtigen Stürmer immer mehr unter Druck gesetzt. Vielleicht hat uns dann auch körperlich das eine oder andere Prozent gegen solch eine Qualitätsmannschaft wie Homburg gefehlt“, sagte Damm. Der erste Rückschlag war der Anschlusstreffer durch Thomas Gösweiner (54.), der zweite dann der Ausgleich durch Fabian Eisele (73.). „In der zweiten Halbzeit wurde es immer schwerer, dagegenzuhalten“, sagte Nennhuber – und Damm fügte an: „Da haben sie uns dann förmlich erdrückt.“ Wer jetzt noch gedacht hatte, der KSV könnte mit einem Punkt zumindest einen Achtungserfolg landen, der wurde in der 83. Minute eines Besseren belehrt. Joel Gerezgiher machte mit dem 3:2 den Deckel drauf und ließ die Zeiten bei den Löwen noch unruhiger werden.

Die Rudelbildung

Die gab es dann in der Nachspielzeit. „Wir wollten einen Ball behalten, damit Homburg nicht auf Zeit spielen kann. Daraufhin kam deren Co-Trainer zu uns vor die Bank, und es entwickelte sich eine Rudelbildung“, berichtet Nennhuber. Sowohl der KSV-Innenverteidiger als auch Homburgs Luca Plattenhardt sahen Gelb-Rot. „Für mich war das sehr fragwürdig. Wir beide haben keinen geschlagen, das sieht man auch auf den Videoaufnahmen“, so Nennhuber.

Der Ausblick

Was also nun anfangen mit einer kämpferisch starken ersten Halbzeit gegen ein Topteam und der Erkenntnis, dass es am Ende doch wieder nicht gereicht hat. „Das schöne an der Englischen Woche ist, dass es sofort weiter geht. Gegen Fulda erwartet uns ein heißes Derby, und da müssen wir unbedingt gewinnen“, sagt Nennhuber. Dafür braucht es dann zwei konzentriert geführte Halbzeiten. Dass Fulda im Aufsteiger-Duell nur 0:0 gegen Trier gespielt hat, sollte in den Köpfen keine Rolle spielen.

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