2:2 im Derby - KSV Hessen Kassel verpasst den Sieg

Offenbach. Am Ende war es fast ein Dilemma für die Löwen. Freude über einen Punkt im Derby auf dem Bieberer Berg? Oder Frust über einen durchaus möglichen, aber unglücklich verpassten Sieg?

Aktualisiert um 18.11 Uhr - Unbeeindruckt von Gerüchten über eine mögliche Insolvenz hatte Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel zur Pause bei den Offenbacher Kickers 2:0 geführt. In letzter Minute aber verwandelte Bryan Gaul einen Foulelfmeter zum 2:2 (0:2)-Endstand.

Doch der Reihe nach. 45 Minuten lang zeigten die Löwen in Offenbach eine bärenstarke Leistung. Die Gäste pressten unglaublich hoch, setzten die Kickers immer wieder unter Druck, bereiteten ihnen sichtbar große Probleme. Das wurde früh belohnt. Ausgerechnet, Sascha Korb, der insgesamt 19 Jahre für die Kickers gespielt hat, brachte den KSV in der 17. Minute in Führung. Korb war über die linke Seite in den Strafraum eingedrungen und ließ Torhüter Alexander Sebald, der später verletzt ausschied, keine Chance. An alter Wirkungsstätte fiel der Jubel des Torschützen respektvoll verhalten aus. „Ich habe hier noch viele Freunde. Ich wollte mich lieber nur innerlich freuen“, sagte Korb. Beflügelt von diesem Treffer hatte der KSV die Partie sicher im Griff. Torhüter Niklas Hartmann musste bis zur Pause kaum ernsthaft eingreifen. Lediglich bei einem Schuss von Dren Hodja, der knapp am Winkel vorbeistrich (22.), waren die Kickers mal dran am Ausgleich. Das aufwendige Spiel der Gäste wurde noch vor dem Wechsel ein weiteres Mal belohnt. Sebastian Schmeer sorgte in der 45. Minute für das 2:0, als er im Strafraum von Adrian Bravo Sanchez bedient wurde und aus vierzehn Metern traf.

„Das war in der ersten Hälfe total überzeugend“, urteilte Trainer Tobias Cramer, „sehr gut organisiert, sehr effizient.“ Aber es ging nicht so weiter. Nach der Pause erhöhten die Gastgeber, die noch jeden Punkt im Abstiegskampf benötigen, den Druck. Kassel verteidigte zwar gut, kassierte aber trotzdem den Anschlusstreffer. Ihab Darwiche war im Nachschuss zur Stelle, nachdem zuvor ein Freistoß von Serkan Firat an die Latte geklatscht war (62.). Die Gäste konnten ihre Konter nun nicht mehr richtig zuende fahren. Und so kam es in der 90. Minute doch noch zum 2:2. Hartmann hatte Alexis Theodosiadis von den Beinen geholt, Gaul verwandelte. Cramer war nach der ersten Enttäuschung trotzdem zufrieden: „Wir haben gegen Offenbach vier Punkte geholt. Das hat uns niemand zugetraut.“

Gang in die Insolvenz?

Sportlich also läuft es weiter beim KSV, finanziell scheint die Misere auf einen neuen Höhepunkt zuzusteuern. Nach Informationen unserer Zeitung scheint der viel diskutierte Gang in die Plan-Insolvenz möglich. Der Verein will in dieser Woche eine Erklärung abgeben. Die Suche nach einem neuen Hauptsponsor hat bisher keinen Erfolg. Und die im Sommer auf der Mitgliederversammlung bekannt gegebenen Verbindlichkeiten in Höhe von knapp zwei Millionen Euro sind noch gestiegen. Die Spielergehälter hat der KSV bisher aber stets zahlen können.

Von Christian Düncher und Frank Ziemke

Rubriklistenbild: © HNA/Archiv

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