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Die ersten Hürden waren klein: KSV Hessen trainiert wieder und siegt gleich 12:0

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Von: Maximilian Bülau

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Marco Dawid.
Schwitzen für die Anfang August beginnende Saison: Nicht nur Marco Dawid hatte am Samstag richtig gute Laune. © Dieter Schachtschneider

Ein wenig wirkte es, als wolle das Wetter schon einmal den Weg weisen. Als die Fußballer des KSV Hessen Kassel erstmals in der Vorbereitung auf die kommende Saison den Trainingsplatz am Vereinsheim betraten, da strahlte die Sonne, war der Himmel so blau, wie er über Nordhessen blauer kaum sein kann.

Kassel – Und so wünschen sie sich bei den Löwen ja auch die Spielzeit in der Regionalliga Südwest. Möglichst viel Sonnenschein soll es geben. Oder wie es alle Verantwortlichen rund um den Klub unermüdlich betonen: Sie wollen den nächsten Schritt gehen.

Näher heranrücken an die fünf, sechs Topklubs der Liga. Den Abstand verringern – so lautet das Ziel des letztjährigen Tabellensiebten. Dass das nicht so einfach ist, wird aber schon beim ersten Training deutlich. Wichtige Neuzugänge – zwei sollen es mindestens sein – fehlen noch. „Hochkaräter zu bekommen, ist für uns finanziell schwieriger als für andere“, sagt Vorstand Jens Rose, „da gibt es Klubs mit deutlich größeren Möglichkeiten.“ Zu Offensivkräften wie Serkan Firat (ehemals Offenbach, jetzt Steinbach) und Andrew Wooten (ehemals Osnabrück, jetzt Münster) hat es aus diesem Grund nicht gereicht, auch wenn die Löwen Interesse an beiden Spielern hatten, wie Trainer Tobias Damm versichert. Auch Jenas Stürmer Fabian Eisele war offenbar ein Kandidat. Er heuerte in Homburg an.

Deshalb stecken sie beim KSV den Kopf aber nicht in den Sand. Zwei, drei Testspieler werden noch diese Woche, wohl ab morgen, im Training erwartet. Und eins betonen sie ja stets bei den Löwen: „Die Neuen müssen auch menschlich passen“, so Rose. Das viel gerühmte Betriebsklima soll weiter ein Faktor des sportlichen Erfolgs sein. Der Spaß ist auch zu spüren, als die Spieler auf dem Platz die ersten kleinen Hürden überspringen.

Einer, der die Seiten gewechselt hat, schaut mit einer Mischung aus Zufriedenheit und leichtem Wehmut am Seitenrand zu. Michael Voss würde gern selbst wieder gegen den Ball treten. Langwierige Verletzungen lassen das nicht zu. Doch als Teammanager ist der 23-Jährige wieder Teil der Mannschaft. Diese Aufgabe übernimmt Voss nun von Steffen Friedrich, der seinerseits einen Job als Spielerberater bei Marc Kosickes Agentur „projekt b“ angetreten hat. „Der Verein ist auf mich zugekommen und dafür bin ich sehr dankbar. Es ist gut, dass Spielern, die fußballerisch nicht mehr angreifen können, eine Perspektive geboten wird“, sagt Voss. So ganz hat der 23-Jährige für sich mit dem Fußballspielen zwar noch nicht abgeschlossen, nach langwierigen Achillessehnenproblemen und einem zweiten Kreuzbandriss habe er aber mittlerweile mehr als zwei Jahre nicht spielen können. „Das, was dir fehlt, sind die Freunde, die sozialen Kontakte, die Kabinengespräche“, sagt Voss. Deswegen sei er froh, wieder dabei zu sein, auch wenn er wisse, dass Friedrich große Fußstapfen hinterlassen habe.

21 Feldspieler und drei Torhüter hatte Damm zum Auftakt auf dem Trainingsplatz. Langzeitverletzte habe die Löwen keine, Leonardo Zornio ist nach Kreuzbandriss im Aufbautraining, Mate Mustapic fehlte wegen eine Corona-Infektion. Beim ersten Testspiel direkt am Samstagnachmittag konnte der Coach so in der Pause einmal komplett durchwechseln. Gegen den Kreisligisten SG Ahnatal sprang ein nie gefährdeter 12:0-Erfolg heraus. Marco Dawid und Jon Mogge gelang dabei jeweils ein Dreierpack, Marcel Fischer ein Doppelpack. Die weiteren Treffer erzielten Nael Najjar, Lukas Iksal, Jascha Döringer und Nachwuchs-Neuverpflichtung Lennart Rose. Auch diese Hürde war eher klein.

Ein bisschen was Neues gab es also doch, auch wenn die Löwen auf die großen Neuigkeiten noch warten. Da fiel dann schon die Frisur von Serkan Durna auf, der blond gefärbt an Ex-Löwe Alban Meha erinnerte. Mit dem gewohnten Haarschnitt stand Frederic Brill auf dem Feld. Der Kapitän bekam vom Verein zu seiner Hochzeit vor zwei Wochen einen Geschenkkorb. Er ist den nächsten Schritt bereits gegangen. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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