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KSV Hessen heute beim SSV Ulm: Die Insolvenz und der ewige Spatz

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Von: Frank Ziemke, Maximilian Bülau

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Insolvenzopfer: 2011 verlor Kassels Trainer Mirko Dickhaut seinen Job.
Insolvenzopfer: 2011 verlor Kassels Trainer Mirko Dickhaut seinen Job. © Andreas Fischer

Der KSV Hessen Kassel ist heute beim SSV Ulm zu Gast: Zwischen den beiden Regionalligisten gibt es einige interessante Geschichten zu erzählen.

Kassel/Ulm – Wenn der KSV Hessen Kassel heute in der Fußball-Regionalliga Südwest beim SSV Ulm antritt (14 Uhr), ist es das 37. Duell zwischen beiden Teams. Die erste Partie mit Beteiligung beider Mannschaften fand 1962 statt (2:2), in der Bilanz liegen die Löwen deutlich vorn – 15 zu acht Siege, 13 Remis. Wir blicken vor dem Spiel des KSV beim Tabellenführer auf die Entwicklung beim SSV und Geschichten dieser Paarung.

Die Entwicklung

Ist eine stetige in den vergangenen Jahren. Aus dem Mittelfeld hat sich der einstige Bundesligist Ulm wieder zu einer Spitzenmannschaft entwickelt. Im vergangenen Jahr wurden die Spatzen bereits Vizemeister, diese Saison sind sie der heißeste Anwärter auf den Aufstieg. Und das, obwohl im Sommer einige wichtige Stützen den Klub verlassen haben.

So wechselte beispielsweise Adrian Beck zu Zweitligist Heidenheim und stand beim aktuellen Tabellenvierten in zehn von elf Partien auf dem Feld (zwei Tore, eine Vorlage). Jannik Rochelt sorgt mit der SV Elversberg in Liga drei für Aufsehen, ist dort ebenfalls Stammspieler. Robin Heußer bekommt viel Spielzeit bei Drittligist Wehen Wiesbaden. Und mit Nicolas Wähling wechselte eine weitere Stammkraft der Vorsaison zu Energie Cottbus.

Doch die Ulmer waren eben auch nicht untätig auf dem Transfermarkt. Mit Lucas Röser kam der aktuell beste Torschütze des SSV von Zweitliga-Aufsteiger Kaiserslautern (fünf Treffer). Dennis Chessa, Romario Rösch, Marco Hingerl, Patrick Dulleck, Andreas Ludwig, Dennis De Sousa Oelsner – alle diese Spieler haben bereits viel Regionalliga-Erfahrung gesammelt, kamen im Sommer neu nach Ulm, spielen nun eine wichtige Rolle.

Die Insolvenz

Mit Insolvenzen kennen sie sich aus – in Kassel wie in Ulm. Gleich dreimal mussten beide Klubs diesen schweren Gang antreten. Ungewöhnlich ist aber, dass die Insolvenz des einen (Ulm) auch zum Schaden des anderen wurde. In der Saison 2010/11 der Regionalliga Süd führte der KSV Hessen nach einer starken Hinrunde die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung an.

In der Winterpause aber meldete zunächst die SpVgg Weiden und dann auch der SSV Insolvenz an. Die bereits absolvierten Partien beider Klubs wurden aus der Tabelle herausgerechnet. Mit bitteren Folgen für den KSV. Der Vorsprung auf Darmstadt 98 schrumpfte von fünf auf zwei Punkte. Danach verloren die Kasseler immer mehr an Souveränität. Trainer Mirko Dickhaut musste im April gehen. Am Ende stiegen die Lilien auf, der KSV landete auf Rang drei.

Der Ewige

Einer, der einen möglichen Aufstieg in die 3. Liga nicht mehr auf dem Spielfeld erleben wird, ist Holger Betz. Doch der heute 44-Jährige hat mit Ulm in 25 Jahren Fußball eigentlich alles erlebt: Bundesliga, 2. Liga, Insolvenz und Abstieg in die Oberliga, Aufstiege in die Regionalliga.

2018 beendete Betz seine aktive Karriere mit 40 Jahren, ist heute Torwarttrainer – natürlich in Ulm. Vor seinem letzten Gastspiel in Kassel, das der KSV mit 2:0 gewann, widmete diese Zeitung Betz wegen seiner Treue eine Geschichte. Nachdem er diese gelesen hatte, ließ KSV-Vorstand Jens Rose kurzerhand ein Trikot für den Torhüter bedrucken, das Betz im Auestadion überreicht bekam.

Von Frank Ziemke Und Maximilian Bülau

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