Auswärtsspiel heute ab 19 Uhr

Mit 15 Feldspielern nach Aalen: Die kleine Reisegruppe KSV

Marco Dawid
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Mund abwischen und weiter? Gar nicht so leicht derzeit für den KSV Hessen, hier Marco Dawid. Neben schlechten Ergebnissen macht den Löwen nun auch ein erheblicher personeller Aderlass zu schaffen.

Eines vorab: Diese Vorschau sollte eigentlich eine Mutmachliste werden. Ein „Kopf-hoch-Appell“ an die Löwen.

Kassel – An eine Mannschaft, die in ihrer schier endlosen Hatz durch Ligabetrieb und Hessenpokal zuletzt etwas vom Weg abgekommen ist. Und die heute die nächste Etappe bestreiten muss. Dann kam der Anruf bei Trainer Tobias Damm. Und die Erkenntnis: Okay, so eine Mutmachliste könnte dann doch etwas unpassend wirken.

Als der Fußball-Regionalligist gestern nach dem Abschlusstraining in den Bus in Richtung Aalen stieg, da war es wohl die kleinste Reisegruppe, mit der der KSV seit Jahren zu einem Auswärtsspiel angetreten ist. Ganze 15 Feldspieler stehen Damm für das Spiel beim VfR (Anpfiff 19 Uhr) zur Verfügung.

Die Terminhatz fordert immer mehr ihren Tribut. Das gilt bei den Leistungen ebenso wie beim Personal. Allein im Monat Oktober bestreiten die Löwen heute ihr sechstes Spiel. Und die Liste der Ausfälle ist noch länger geworden. Betroffen sind der Reihe nach: Kapitän Frederic Brill, Innenverteidiger Kevin Nennhuber, Innenverteidiger Alexander Mißbach, Außenverteidiger Jan-Erik Leinhos, Stürmer Sebastian Schmeer, Mittelfeldspieler Serkan Durna. Dazu sind die Torhüter Niklas Hartmann und Nicolas Gröteke nicht dabei. Und: Innenverteidiger Sergej Evljuskin steht aus beruflichen Gründen weder heute noch am Samstag beim Heimspiel gegen den FSV Mainz II zur Verfügung. Weil die Reserve derzeit nach einem Corona-Verdacht in Quarantäne ist und aus der A-Jugend wegen schulischer Verpflichtungen kein Spieler mitreisen kann, kann Damm sein Personal auch nicht aufstocken.

Welche Auswirkungen das hat, zeigt sich vor allem an der dreifachen Verwendung des Wortes „Innenverteidiger“. Tobias Damms Auswahl auf dieser Position heißt nun: Luis Allmeroth. Der 21-Jährige ist der letzte Mohikaner. Natürlich aber braucht es zumindest zwei Innenverteidiger für ein Fußball-Spiel. Damm muss also improvisieren. Ingmar Merle oder Brian Schwechel sind wohl die Alternativen für das Defensiv-Zentrum.

Zum personellen Aderlass gesellt sich der Kräfteverschleiß. Beispiel Außenverteidiger. Tim Brandner und Nael Najjar wirkten beim ernüchternden 1:3 gegen Walldorf regelrecht ausgelaugt – kein Wunder angesichts des laufintensiven Spiels der beiden Flügelflitzer. Dass der KSV seit Anfang September drei Spiele (elf gegenüber acht) mehr ausgetragen hat als Gastgeber Aalen, den Damm von der Besetzung seines Kaders eher im oberen Tabellendrittel angesiedelt sieht, hat eben auch Auswirkungen.

Wie also hineingehen in dieses Duell mit höchst unterschiedlichen Voraussetzungen? „Wir nehmen die Sache einfach mit Humor“, sagt Damm. Womit wir doch noch einmal beim Thema Mutmacher wären. „Am Samstag hat die Mannschaft nach dem 1:1 tatsächlich etwas den Mut verloren. Das hat mit überhaupt nicht gefallen“, moniert Damm, sagt aber auch: „Wir haben ein hohes Maß an mannschaftlicher Geschlossenheit. Das gilt auch in schwierigen Zeiten. Und das macht mir eben immer wieder Mut.“ Anders gesagt: Die kleine Reisegruppe KSV wird heute in Aalen alles geben. Und schauen, was dabei herausspringt. (Frank Ziemke)

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