2:0 bei der Reserve des VfB

Drei Gründe für den Auftaktsieg des KSV Hessen in Stuttgart

Lukas Iksal (Zweiter von links) jubelt über seinen Treffer.
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Freud und Leid: Lukas Iksal (Zweiter von links) dreht nach seinem Treffer zum 2:0 gegen Stuttgart zum Jubeln ab.

Sie hatten in der Vorbereitung gegen Regionalligisten aus anderen Staffeln einen guten Eindruck hinterlassen. Aber das war eben auch nur die Vorbereitung.

Kassel – Sie mussten zum Auftakt der Regionalliga Südwest bei der Reserve des VfB Stuttgart antreten – und hatten in Mahir Saglik einen prominenten Ausfall. Es gab nicht unbedingt Fragezeichen rund um die Fußballer des KSV Hessen Kassel. Dennoch war da eine gewisse Unsicherheit, wie sich die Löwen nach dem Aufstieg schlagen würden. Die Antwort: Sie beißen sich rein. Der 2:0 (0:0)-Erfolg beim VfB mit Holger Badstuber in der Innenverteidigung hat gezeigt, welche Qualitäten der KSV hat. Drei Gründe für diesen Auftaktsieg:

1. Es gab einen Plan: Kapitän Frederic Brill beschrieb diesen Plan so: „In der ersten Hälfte haben wir höher gestanden und früher gepresst. Nach der Pause standen wir dann ein bisschen tiefer, damit wir besser in die Zweikämpfe kommen.“ Und hatte man in den ersten 45 Minuten noch das Gefühl, dass sich die Löwen in Sachen Mann gegen Mann ein wenig zurückhielten, war es genau diese Zweikampfhärte, die die junge Mannschaft des VfB nach dem Seitenwechsel beeindruckte.

Die Folge: Der KSV hatte das Spielgeschehen auf einmal im Griff, nachdem die erste Hälfte noch mit leichten Vorteilen für die U23 zu Ende gegangen war. Die Belohnung durch Treffer von Sebastian Schmeer (56.) und Lukas Iksal (67.) war da nur folgerichtig.

2. Es steht eine Mannschaft auf dem Platz: Das ist an sich ja schon mal gut, ist hier aber anders gemeint. Was Brill mit den Worten „Die zweite Hälfte charakterisiert, was uns stark macht – Geschlossenheit, Einsatz und Kampf“ ausdrückt, zeigt sich auch für den Zuschauer deutlich. Da stehen Spieler auf dem Feld, die miteinander reden, sich helfen, immer wieder auf Dinge hinweisen. Schmeer sagt: „Das hat viel mit Tobi Damm zu tun. Er legt großen Wert auf diese Gruppensache.“ Diese Gruppensache und Konstanz im Kader zahlen sich – so viel man nach einem Spiel sagen kann – aus. Die Löwen haben nicht nur Biss, sie haben auch Spaß. Nach dem Sieg standen sie im Kreis, sangen für Alexander Mißbach, der zwar nicht gespielt, dafür aber Geburtstag hatte, 27 Jahre alt wurde. Und sie riefen Vorstandsmitglied Jens Rose zu sich, der dieses Angebot freudestrahlend annahm, über den Rasen in die Mitte des Spielerkreises sprintete, mit einem großen Satz in die Mitte sprang und dann gefeiert wurde. Es ist kein Geheimnis, aber behalten die Spieler diesen Spaß und diese Geschlossenheit bei, dann wird das ein großer Trumpf sein.

3. Es gibt ZWEI ältere Stürmer: Sebastian Schmeer war sich selbst ja eine Zeit lang gar nicht so sicher, ob er überhaupt noch ein Jahr spielen möchte. Dass er es noch tut, ist gut. Denn dass er es noch richtig gut kann, bewies er in Stuttgart. Mit der ersten Aktion drehte er sich bereits um Gegenspieler Holger Badstuber herum. Und das tat er in dieser Partie noch einige Male, nicht immer gegen Badstuber. Mit der Spielweise des 33-Jährigen kamen die VfB-Verteidiger nie zurecht.

Dabei sah es ja eigentlich so aus, dass Saglik von Beginn an gespielt hätte, wie er es auch in der Vorbereitung fast immer getan hatte. Weil der aber mit einer Grippe ausfiel, war Schmeer gefragt. Und sofort voll da. Sein Treffer zum 1:0 wurde zwar auch mustergültig von Nael Najjar vorbereitet – es war aber auch ein sehenswerter Kopfball. Und schon jetzt ist klar: Der KSV kann froh sein, dass er zwei ältere Stürmer hat. Brill brüllte einmal über den Platz: „Überragend, Basti!“ Und das war es. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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