Am Samstag in Walldorf

Der KSV Hessen vor dem nächsten wichtigen Duell: Die Sache mit dem „Müssen“

Frederic Brill.
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Wieder dabei: Kapitän Frederic Brill steht den Löwen nach seiner Gelbsperre zur Verfügung. Dieses

Es ist so eine Sache mit dem „Müssen“. Also etwas tun oder erreichen zu müssen. Das sieht zumindest Frederic Brill, Kapitän des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, so.

Kassel – „Dieses Wort mag ich nicht so wirklich“, sagt der 28-Jährige – bezogen auf das anstehende Auswärtsspiel bei Astoria Walldorf am Samstag ab 14 Uhr. Es war zuletzt ja häufig so:

Auf einen guten Auftritt gegen eine Mannschaft von oben, manchmal sogar einen Sieg, folgte eine Enttäuschung bei einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Ohne die drei Niederlagen in Pirmasens, bei Schott Mainz und in Koblenz könnten die Löwen schon jetzt ein wenig durchatmen – auch wenn 13 Spiele vor dem Saisonende weder Brill noch KSV-Trainer Tobias Damm von einer Vorentscheidung sprechen möchten.

Muss der KSV nun also so ein wichtiges Duell endlich mal gewinnen? Müssen tut er das sicherlich nicht, gut wäre es trotzdem. Damm sagt: „Wenn wir in die Leistung vom vergangenen Samstag einfach mal Konstanz reinbringen, dann mache ich mir gar keine Sorgen, dass wir nicht mindestens einen Punkt in Walldorf mitnehmen.“ Er sagt aber auch: „Der Stellenwert dieses Spiels ist schon hoch. Wir können uns Luft verschaffen, wir müssen definitiv punkten. Aber auf der anderen Seite hat auch der Gegner enormen Druck, weil er rankommen kann – oder aber erst einmal etwas abgeschlagen ist. Eigentlich hat Walldorf mehr Druck als wir.“ Vor der Mannschaft will er das Ganze aber gar nicht groß thematisieren.

Und da sind sich Trainer Damm und sein Kapitän Brill einig: Der Mannschaft mit auf den Weg zu geben, dass sie nun etwas müsse, das wäre nicht gut. „Das geht bei uns ja schon ein paar Jahre so, dass wir uns gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte meist leichter tun als gegen die aus der unteren. Aber wenn man das jetzt noch mal gesondert anspricht, dann setzt es sich fest, hinterlässt ein schlechtes Gefühl“, sagt Brill. „Den Anspruch haben wir ja, diese Partie zu gewinnen“, fügt er an. „Ich habe bereits gesagt, dass es ein richtungsweisender April wird. Ich rechne den Sieg gegen Frankfurt da mit ein. Also hatten wir einen guten Start in diese Zeit.“ Und auch wenn ihn der Kopfball eines Frankfurters an die Latte in der Nachspielzeit am vergangenen Samstag um drei Jahre habe altern lassen, ist der Kapitän nach seiner Gelbsperre wieder einsatzbereit.

Dass Brill wohl in der Startelf stehen wird, das lässt Damm schon durchklingen. Wen er dafür nicht von Beginn an spielen lässt, diese Entscheidung wird aber gar nicht so einfach. Denn Serkan Durna und Aram Kahraman machten gegen den FSV beide ein richtig gutes Spiel. Von der Position her – im defensiven Mittelfeld – würde es wohl eher Kahraman erwischen. „Das gab es lange nicht mehr, dass ich so eine Auswahl hatte und mich entscheiden musste“, sagt Damm lachend.

Bis auf die Verletzten Tim Brandner, Marco Dawid und Pascal Maiwald stehen dem Trainer alle Spieler zur Verfügung. Heißt: Auch Torhüter Nicolas Gröteke hat sich gegen Frankfurt nicht schwerer verletzt und schon wieder Teile des Trainings absolviert.

Eins muss Damm also doch: Sich für elf Spieler entscheiden, die zwar nicht siegen müssen. Fragt man einen Fan der Löwen, dann ist ein Sieg aber sicher ein Muss. (Maximilian Bülau)

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