Die Traditionsklubs wollen sich nun wehren

Fußball-Regionalliga: Wieder Ärger wegen Zweitvertretungen

Die Reserve des SC Freiburg feiert die Meisterschaft.
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So feiern Freiburger: Die Reserve des Sportclubs ist in die 3. Liga aufgestiegen.

Das Thema ist nicht neu. Besser gesagt: Die Aufregung ist nicht neu. Die Zweitvertretungen von Bundesligisten erfreuen sich in den Fußball-Regionalligen nicht gerade großer Beliebtheit.

Kassel – Viel Geld, nicht auf Zuschauer angewiesen, viel Fluktuation im Kader. Was da auf einen zukommt, weiß ein „normaler“ Viertligaverein meist erst am Spieltag. Ab und an ist eben auch mal ein Bundesligaspieler dabei, der nach einer Verletzung Spielpraxis sammeln soll. Das Nadelöhr, durch das es in die 3. Liga geht, wird so natürlich noch etwas enger.

Weil in dieser Saison gleich in beiden vierten Ligen, die die Saison zu Ende gespielt haben – also im Südwesten und Westen – Reservemannschaften den Sprung in die 3. Liga geschafft haben, somit erstmals seit der Saison 2015/16 wieder zwei Zweitvertretungen in der dritthöchsten Spielklasse dabei sind, wird der Widerstand lauter. Marcel Uhlig, Vorstandsvorsitzender von Rot-Weiss Essen, will zeitnah eine Initiative gründen, um auf die Verbände zuzugehen. Vereine wie Kickers Offenbach, Alemannia Aachen, Rot-Weiß Oberhausen und Fortuna Köln haben bereits ihre Bereitschaft erklärt. Die Traditionsklubs wollen sich wehren.

Natürlich ist eine Saison unter Corona-Auflagen wie ein Brennglas, was den Ärger über Reserveteams angeht. Anders als zum Beispiel beim KSV Hessen Kassel, bei dem fast alle Führungspositionen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern besetzt sind, sind die Strukturen bei zweiten Mannschaften professionell. Ausfälle können weggesteckt werden. Wenn bei den Löwen ein Leistungsträger ausfällt, dann fehlt er. Jede Neuverpflichtung ist ein Abwägen von sportlicher Notwendigkeit und wirtschaftlichem Risiko. Und natürlich locken Teams wie Freiburg und Dortmund II mit höheren Gehältern und der Perspektive.

In der vergangenen Saison waren 19 der 102 Teilnehmer der fünf Regionalliga-Staffeln Zweitvertretungen. Nimmt man die Regionalliga Südwest als Beispiel, ergibt sich folgende Liste: Mainz 05 II hat mit 42 die meisten Spieler eingesetzt. Es folgen Hoffenheim II, Freiburg II und Stuttgart II mit jeweils 38. Der Rest der Liga kommt auf einen Durchschnitt von 27,77. Alle Reserveteams haben zudem mehr als 30 Spieler aufgestellt, die unter die U23-Regelung fallen. Beim Rest ergibt sich ein Schnitt von 11,55. Die Regel besagt, dass jeder Klub an jedem Spieltag vier Spieler im Kader haben muss, die am 1. Juli noch nicht 23 Jahre alt sind und zudem für eine DFB-Auswahl spielberechtigt wären.

Übrigens: Vor sieben Jahren zeichnete sich noch ein ganz anderer Trend ab. 2014 stellte Bayer Leverkusen den Antrag, die Erst- und Zweitligisten von der Pflicht, einer U23 zu stellen, zu entbinden. Die DFL stimmte zu. Einige folgten dem Beispiel von Bayer. Doch zuletzt ging es wieder in die andere Richtung. (Maximilian Bülau)

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