Interview zum Sunexpress-Cup

St. Pauli-Spieler Sebastian Schachten: „Dieses Publikum ist einzigartig“

Sebastian Schachten
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Den Ball fest im Blick: St. Paulis Sebastian Schachten (links) im Zweitligaspiel am 16. Dezember 2013 gegen 1860 München, hier mit Yannick Stark.

Kassel. Er ist ausgezogen, um Fußballprofi zu werden: Sebastian Schachten, 29, aus Bad Karlshafen. Seit zweieinhalb Jahren ist der gebürtige Nordhesse für den Zweitligisten FC St. Pauli am Ball und gastiert mit dem Kiezclub am Samstag ab 17.30 Uhr beim Hallenturnier um den Sunexpress-Cup in der Kasseler Eissporthalle. Wir haben mit dem Verteidiger gesprochen.

DER PRIVATMENSCH SEBASTIAN SCHACHTEN ÜBER... 

... Bad Karlshafen/Nordhessen: Mein Geburtsort. Ich habe natürlich einen besonderen Bezug dazu und überhaupt zur gesamten Region. Erst kürzlich war ich mit einem Freund in Kassel essen.

... Weihnachten mit der Familie in Nordhessen: Das ist ein alljährliches Ritual, weil ich es sonst während der Saison kaum schaffe. Und ich glaube, meine Mutter würde es mir auch übel nehmen, wenn ich da nicht mal zu Hause vorbeischauen würde.

... Sohn Eliah (18 Monate): Ich wollte ihn eigentlich schon mit zum Training nehmen, aber mein Coach sagte, er braucht noch zwei Jahre. Nein Spaß beiseite, der ist bei meiner Frau Simone, und es gibt nichts schöneres, als abends nach Hause zu kommen und mit einem Kinderlächeln begrüßt zu werden.

... „Pulp Fiction“ und „Der Eisbär“: Meine beiden Lieblingsfilme. „Pulp Fiction“ ist legendär, und „Der Eisbär“ mit Til Schweiger meine Nummer eins unter den deutschen Filmen. Wenn die im Fernsehen laufen, schaue ich sie mir immer wieder an.

... Goethes Faust: Das war das letzte Buch, das ich in der Schule lesen musste. Ich bin zwar kein großer Literatur-Fan, aber Faust ist mir auch als Hommage an meinen Lehrer am Gymnasium in Uslar in Erinnerung geblieben.

... Martin Luther King: Als ich 16 war, habe ich ein Jahr in Tallahassee, Florida, gelebt und besuchte die Highschool. Da dort der Anteil afro-amerikanischer Menschen sehr hoch ist, bekam man viel über Martin Luther King und seine historische Bedeutung mit.

DER FUSSBALLER SEBASTIAN SCHACHTEN ÜBER... 

... die Zeit bei Borussia Mönchengladbach: Es gab Höhen und Tiefen. Was bleibt, ist der Aufstieg in die Bundesliga, mein erstes Spiel dort und sicher der nicht mehr für möglich gehaltene Klassenerhalt 2011. Als junger Spieler unter Trainer Michael Frontzeck war es eine lehrreiche Zeit.

... den Kultclub St. Pauli: Man saugt die Atmosphäre Jahr für Jahr mehr auf. Es ist eine absolute Freude, hier spielen zu dürfen. Dieses Wahnsinns-Publikum ist einzigartig in Deutschland. Weil Pfiffe gegen die eigene Mannschaft verpönt sind, kriegt man fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn die eigene Leistung mal nicht gestimmt hat.

... den neuen Trainer Roland Vrabec: Er hat einen super Einstand gefeiert, legt viel Wert auf Taktik und ist ein akribischer Arbeiter. Seine Beförderung zum Cheftrainer hat er sich auf jeden Fall redlich verdient.

... die beste Durchschnittsnote aller St.-Pauli-Spieler im Sportmagazin Kicker, nämlich 2,83: Das wusste ich gar nicht. Aber das freut mich natürlich, wenn man in der Öffentlichkeit so positiv wahrgenommen wird.

... seine Position auf der linken oder rechten Außenbahn: Da fühle ich mich am wohlsten. Der Trainer hat vor kurzem allerdings geflachst, er wolle mich mal in den Sturm stellen. Ich bin gespannt, was mich da noch so alles erwartet.

... den nordhessischen Teamkollegen Sören Gonther: Wir haben ja schon in Paderborn zusammengespielt und dort auch richtig viel unternommen. Jetzt sind wir beide Väter, da haben wir nicht mehr ganz so viel Zeit.

... den Hallencup in Kassel: Als gebürtiger Nordhesse freue ich mich natürlich auf das Turnier in der Eissporthalle. Und wenn unser Busfahrer den Weg nicht findet, werde ich ihm gern mit dem einen oder anderen Tipp aushelfen.

Von Torsten Kohlhaase

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